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DIE SIEBEN SCHLÜSSELROLLEN Modernisten in der kath. Kirche

TEIL V


"Ihr gebt Gottes Gebot preis

und haltet euch an die Überlieferung der Menschen." (Mk 7,8)






Zu Beginn möchte ich dir gleich raten, diesen Artikel bis ganz zu Ende zu lesen. Darin sind wirklich wichtige "Schlüssel" zum Verständnis enthalten, um in dieser Zeit der großen Verwirrung zu einer neuen Tiefe des authentischen kath. Glaubens zu finden.


Ich habe versucht, den komlexen Inhalt der Enzyklika von Papst Pius X. in verschiedenen Teilen auf das Wesentliche zusammenzufassen, damit wir im Glauben wachsen und aus dieser Verwirrung heraus in eine gute Unterscheidung der Geister im Hl. Geist hineinfinden können. So können wir auch tiefere Zusammenhänge besser erfassen und neue Bekehrungsschritte setzen!


Viel Freude also damit!


Im vierten Teil haben wir uns mit der Pervertierung des Gottesbegriffes "im Namen der Liebe" auseinandergesetzt und welche Folgen dies für alle übernatürlichen und natürlichen Grundordungen und Beziehungen auch innerhalb der kath. Kirche hat.


Im folgenden fünften Teil gehen wir näher in einem ersten Schritt auf die sieben Schlüsselrollen der Modernisten ein:


"Die Modernisten – so werden sie im allgemeinen sehr richtig bezeichnet – gebrauchen den schlauen Kunstgriff, ihre Lehren nicht systematisch und einheitlich, sondern stets nur vereinzelt und ohne Zusammenhang vorzutragen.


Deshalb ist es gut (...) diese Lehren zunächst im Überblick darzustellen, um aufzuzeigen, in welchem Zusammenhang sie stehen. Erst danach ist es angebracht, nach dem Grund des Übels zu suchen und die Mittel vorzuschreiben, durch welche das Unheil abgewendet werden kann." (Pascendi Dominici gregis, Nr. 4)


Der Modernist ist zugleich - und in abwechselnden Rollen: -

Philosoph, Gläubiger

Theologe,

Historiker, Kritiker,

Apologet und Reformator.


Heute wollen wir uns mit dem MODERNISTISCHEN PHILOSOPHEN beschäftigen.


Maria, die Königin der Liebe, sagt dazu folgende Worte:

"Liebe Kinder, bald werden die Philosophien des Atheismus, die Verfolger Gottes

und die dämonischen Kulte verschwinden." (01.11.1993)


Die modernistische Schule trägt einen NEGATIVEN und einen POSITIVEN Teil ihrer philosophischen Lehre vor.


  • Agnostizismus (verneinend)

  • Vitale Immanenz (bejahend)



Die Philosophie beschäftigt sich unter anderem mit der Frage nach den ersten und auch letzten Ursachen des Seins überhaupt. Was ist der Ursprung der Existenz? Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Lebens und Leidens? Woher komme ich und wohin gehe ich?


Der philosophische Agnostiker behauptet in einer ersten "negativen Lehre", dass der menschliche Verstand gänzlich in geschichtliche Phänomene eingeschlossen ist. (vgl. Pascendis, Nr. 6)

Er sei demnach nicht dazu in der Lage sich zu Gott zu erheben und aus den sichtbaren Dingen die Existenz Gottes zu erkennen. Der Modernist verwirft die "natürliche Theologie". Einfach gesagt: Laut dieser Denkweise ist es nicht möglich, dass sich Gott durch sichtbare Phänomene der Geschöpfe und der Schöpfung offenbaren kann.


Daraus folgt, dass "die Wissenschaft und die Geschichte keinen Gott kennen dürfen" (Nr. 6)

Man hat damit jede "äußere Offenbarung zu einer Unmöglichkeit gemacht" (Nr. 7).

Das I. Vatikanische Konzil hat diese Häresie mit drei Kernsätzen gebannt.


Aus dieser "negativen Lehre" ergibt sich deswegen eine "positive Lehre".

Eine äußere Offenbarung Gottes in der Geschichte gibt es nicht mehr.

"Sie muss sich also im Menschen selbst finden." (Nr. 7)


Religion ist für die Modernisten eine Lebensäußerung als eine "Bewegung des Herzens": DAS GEFÜHL. Dieses tiefe, innerliche Gefühl des Herzens ist das ursprüngliche Bedürfnis des Herzens nach dem Göttlichen. Es findet seine Wurzel unterhalb des Bewusstseins, im UNTERBEWUSSTSEIN. (vgl. Pascendis, Nr. 7)


Der Anfang der Religion und damit auch des Christentums ist damit die erste, ursprünglichste Erfahrung dieses innersten Gefühls des Herzens im Unterbewusstsein. Es ist keine äußere Offenbarung in der geschichtlichen, menschlichen Natur mehr. Alles, was über die Geschichte, die sichtbare Welt und das Bewusstsein hinausgeht ist das "Reich des Unerkennbaren".


"Dieses Gefühl nennen die Modernisten Glauben. Für sie bedeutet dieses Gefühl den Anfang der Religion" (vgl. Nr. 7)


Dies bedeutet, dass der Beginn der Göttlichen Offenbarung sich darin zeigt, wenn tief innerlich das erste Mal das religiöse Gefühl im Bewusstsein auftaucht!


Es gibt keine objektive, personale äußere Offenbarung Gottes in und durch die vom Schöpfer-Gott erschaffene, geschichtliche menschliche Natur mehr. Sondern jetzt ist es so, dass es nur noch inneres "Göttliches Bewusstsein" gibt, das sich durch dieses religiöse Gefühl zeigt! (vgl. Nr. 8)


Offenbarung und Bewusstsein wird im gleichen Sinn gebraucht! Das religiöse Bewusstsein wird mit der Offenbarung auf die gleiche Stufe gestellt!


"Während heute der zum Götzen erhobene Mensch den Platz Gottes einnimmt, reißt die überhebliche Intelligenz vieler die Menschheit in den tödlichen Abgrund. Seid ihr, meine Kinder, Trost für jene Seelen, die schwankend werden und in die Irre gehen.

Meine Kirche, die in die Knie gezwungen wurde, weil man von der in der Heiligen Schrift niedergelegten Offenbarung abgegangen ist, muss sich mit euch, die ich gerufen habe, wieder erheben." (Maria, Königin der Liebe, 29.06.1987)


Fassen wir zusammen:

Der erste "negative Schritt" ist es, die natürliche Theologie zu beseitigen. Gott kann sich nicht real und konkret in der Geschichte und durch geschichtliche Erfahrung und Phänomene offenbaren.


Die von Jesus Christus selbst geoffenbarte Wahrheit, dass er wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich in einer einzigen historischen Person ist, wird aus modernistischer Sicht geleugnet. Gott kann laut dieser agnostischen Denkweise kein wirklicher, geschichtlicher Mensch werden und sich so der Menschheit offenbaren! Diese Leugnung wird aber nach außen in keiner Weise genau so formuliert.


In einem zweiten "positiven Schritt" wird diese Offenbarung Gottes und das menschliche Bewusstsein sozusagen "nach innen verlagert", in das tiefste Unterbewusstsein. An der Wurzel bleibt nur noch dieses immanente religiöse Bewusstsein als das ursprüngliche religiöse Gefühl.


Aus der "New Age Bewegung" kennen wir genau dieses Vorgehensweise mit den Begriffen "Göttliches Bewusstsein", "Innere Göttlichkeit", "Göttlicher Funke" usw.


Papst Pius X. fasst drei Kanones zusammen, die sich in diesem hinterlistigen modernistischen Kunstgriff verbergen.


Erstens ist in Bezug auf die historische Person Jesu Christi als Gottmensch aus seiner Geschichte alles zu streichen, was nach Göttlichem aussieht (Agnostizismus).

Zweitens ist alles zu streichen, was die Person Christi über die geschichtlichen Verhältnisse hinaushebt. (Vitale Immanenz)

Drittens wird schließlich die Person Christi vollständig entstellt.

(Mensch wird im Namen des "Christusbewusstseins" zum Götzen erhoben).


Zuerst wird die Göttliche Natur Jesu Christi in seinem historischen Menschsein gestrichen.


Dann wird alles, was über die menschlichen Natur Jesus Christi hinausgeht, gestrichen.


In einem dritten Schritt wird die GOTTmenschliche Natur Jesu Christi als Ganzes entstellt. "Christus" nur noch ein Revolutionär oder der "heiligste Sohn Gottes". Aber er ist nicht mehr wahrer Gott und wahrer Mensch.


Die Tragweite dieser Vorgehensweise und warum diese, ganz besonders innerhalb der kath. Kirche, so gefährlich ist, wird sich in den kommenden Blog-Teilen zeigen - vor allem was alle hl. Sakramente der kath. Kirche betrifft!


Wenn von "Christus" gesprochen wird, aber im Kern geleugnet wird, dass in ihm die 2. Göttliche Person der Hl. Dreifaltigkeit wirklich ein historischer Mensch geworden ist, dann sind auch alle anderen Glaubenswahrheiten der Göttlichen Offenbarung geleugnet und im Kern verdreht worden. (vgl. 1 Joh 2,21-23)


Daraus wird dann eine "lügenhafte Wahrheit", dass zwar weiterhin von Gott, von Jesus Christus, von der kath. Kirche, vom Glauben, von der Wissenschaft usw. gesprochen wird, aber im Kern ein anderer "Christus" gemeint ist.


Der wahre GOTTmensch Jesus Christus ist verleugnet und der falsche Mensch-Gott (Homo Deus) setzt sich "im Namen des Christus" an seine Stelle. All dies kommt heute im Namen der "Erneuerung" zu uns in Aussagen wie "Christusbewusstsein", "innere Göttlichkeit", "Zukunftsbewusstsein", "Kommen des Christus" usw.


Die Wahrheit im ersten Johannesbrief 4,16 wird vollständig geleugnet, ins Gegenteil verdreht. Dieser "Gott der Liebe" ist demnach in allem "immanent" und alle müssen in dieses "universale Bewusstsein" eintreten und erkennen, dass sie "göttlich" sind:

ONE LOVE.


Das, was Papst Pius X. so prophetisch beschreibt, vollzieht sich heute direkt vor unseren Augen auch durch das "Bodenpersonal" innerhalb der kath. Kirche!

"Das religiöse Gefühl, wie es durch die vitale Immanenz aus den Tiefen des Unterbewußtseins entspringt, ist der Ursprung aller Religionen sowie von allem, was in jeder Religion einmal zu Tage getreten ist, oder was noch zu Tage treten wird." (Nr. 14)


Jede Religion kommt laut dieser Feststellung in ihrer Entstehungsgeschichte aus diesem universalen, unbewussten religiösen Bewusstsein, dem religiösen Gefühl.

Es handelt sich demnach um keine absolute Wahrheit der Göttlichen Offenbarung in Jesus Christus in der Geschichte und durch die kath. Kirche, sondern alle Religionen haben sich aus diesem ursprünglichen religiösen Gefühl geschichtlich entwickelt und gehen auf die gleiche Wurzel zurück.


Alle Religionen stehen damit auf der gleichen Stufe.

Jesus Christus ist laut diesem modernistisch getarnten Kunstgriff nur einer unter vielen in den verschiedenen Religionen. Das "universale Christusbewusstsein" als "universale Liebe" öffnet Tor und Tür für den religiösen Indifferentismus, dass alle Religionen wie verschiedene Spachen und daher nur wie verschiedene Wege zum gleichen Gott sind.


Der Weg zur Einheit bestehe demnach darin, dass alle ihre eigene "innere Göttlichkeit" erkennen und sich universal verbrüdern.

Es ist nicht mehr erforderlich zu Jesus Christus als den Weg, die Wahrheit und das Leben umzukehren, es braucht keine Befreiung vom Bösen, keine Erlösung von Sünde und Schuld, kein ewiges Leben mehr durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi.

Deswegen ist auch die kath. Kirche nur "eine unter vielen" und nicht mehr der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche Jesu Christi, der "Leib Christi" in seiner Einzigkeit und seiner Heilsuniversalität.


Das Bewusstsein Christi, "dessen Genius einzigartig ist" (Nr. 14), steht an der Spitze dieses universalen göttlichen und brüderlichen Bewusstseins der Menschheit. Das ist das "immanente Christusbewusstsein" im Herzen jedes Menschen.


"Man behauptet, unsere heilige Religion sei, im Menschen Christus und in gleicher Weise auch in uns, aus unserer eigenen Natur und ohne fremde Unterstützung geboren." (Nr. 14)


Was heißt das für unsere Zeit?

Für die Endzeit bedeutet dies, dass laut modernistischer Schule an der Spitze dieser Entwicklung die Rückkehr zu diesem ursprünglichen "Christusbewusstsein" stattfinden muss, damit alle Religionen wieder eine Einheit bilden im Namen von "GOTT IST LIEBE" (ONE LOVE).


Das letzte Ziel wäre demnach, dass es eine "Eine-Welt-Religion" wie eine Art "Globale Allianz" im Namen des Friedens, der Sicherheit und des Wohlstands geben wird, die sich im "universellen Christusbewusstsein" vereint und die eigene menschliche Natur überwinden wird: unsterblicher HOMO DEUS.

Alle Religionen wären demnach gleich und nur verschiedene Wege zu Gott hin, zu einer nachhaltigeren und "besseren Welt", die sich durch deinen "großen Neustart" auf eine "neue Zukunft" hinbewegt.



Papst Pius X. wird uns im 6. Teil diese Tatsache mit der von der modernistischen Schule verwendeten "Lehre der Erfahrung" und der "Lehre des Symbolismus" genauer erklären (Nr. 14), wie sich das vollziehen wird.


Sie wieder dabei beim nächsten Teil! Ich freue mich auf dich!


Hans-Jürgen Reichhardt









 
 
 

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