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VORWORT DON GABRIELE AMORTH

Warum man sich Maria weihen soll


Mit wahrer Freude empfehle ich, dieses Buch zu lesen, das sehr vielen zu einem wahren Freund werden wird.

Es gibt in der Geschichte der Menschheit und in der Lebensgeschichte jedes einzelnen Menschen

einen ganz klaren Plan Gottes:

 

das von Christus erwirkte Heil zu erlangen.
 

Gottes Wille aber war es, uns seinen Sohn durch Maria zu geben, und 2000 Jahre Christentum bezeugen,

dass der Herr will, dass seine Mutter immer mehr erkannt, geliebt, nachgeahmt, angehort und verherrlicht werde.

Sie selbst hatte dies im Hochgesang ihres Magnifikat vorhergesagt:

,,Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter."
 

Und wenn wir nun einen immer deutlicher werdenden Aspekt diese Planes Gottes betrachten, das heißt,

eine der wesentlichsten Formen seiner Verwirklichung, so sehen wir, dass er gerade
in der Entwicklung der Weihe an Maria besteht.

 

Schon das älteste Mariengebet, das ,,Sub tuum praesidium" aus dem 3. Jahrhundert,

zeigt uns ein Volk,das sich Maria anvertraut.

Die folgenden Jahrhunderte geben uns in immer großerer Häufigkeit
analoge Beispiele, die dann in den großen nationalen Marienweihen des 17. Jahrhunderts gipfeln.
Sodann finden wir beim heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort eine präzise theologische Vertiefung,

und darauf folgt, hervorgerufen durch die Erscheinungen van Fatima, ein entscheidender Impuls.
 

Von diesem Augenblick an sind die persönlichen und kollektiven Weihen nicht mehr zählbar.

Papst Pius XII wird im Jahre 1942 die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen;

Paul VI wird diese Weihe am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils erneuern

und bei seinem Besuch in Bonaria ausrufen:

,,Kann man denn überhaupt christlich sein, wenn man nicht marianisch ist?";

und vor allem wird es Johannes Paul II sein, der sich von allem Anfang an der Welt als ,, Totus tuus",

als vollkommen Maria gehörend zeigt, und der jede Nation, die er besucht, Maria weiht

und überdies die feierliche Weihe der Welt erneuert.


Sich Maria zu weihen, ist leicht. Die Weihe zu leben, aber schwierig,

denn die Weihe an Maria ist ein komplexer Akt, reich an Bedeutungen und Verpflichtungen.

Sie besteht nicht in einer Formel, die man spricht, sondem in einer totalen Emeuerung
des Lebens, am Beginn eines neuen Weges,

der nichts anderes ist als der wahre Weg des Evangeliums.

Ein Weg.

Und mit diesem Wort Weg bezeichneten die ersten Christen die Aufnahme des Evangeliums,

wie es uns das Buch der Apostelgeschichte bezeugt.
So verstehen wir auch, warum die Weihe an Maria eine Vorbereitung und eine ständige Vertiefung verlangt,

die man dadurch erreichen kann, dass man Jahr für Jahr die selbe Vorbereitung
wiederholt und mit wachsendem Bewusstsein die Weihe erneuert.


Aus diesem Grund empfiehlt Montfort einen Monat der Vorbereitung,

und das vorliegende Buch folgt dieser Empfehlung und erleichtert ihre Durchführung

durch fundamentale Unterweisung und Gebet durch 33 Tage.

Ich wünschte von Herzen, dass die Seiten dieses Buches so oft gelesen und wieder gelesen würden,

dass sie sich völlig abnutzen.


Jesus hat sich Maria übergeben; wir wollen seinem Beispiel folgen.

 

Betrachten wir daher einige Aspekte der Weihe an die Heiligste Jungfrau und ihre Bedeutung.


1) Man will die göttliche Mutterschaft Mariens erkennen und
von ihr Jesus im selben Geist der Öffnung und der Verfügbarkeit
für Gott empfangen, mit dem sie Ihn aufgenommen hat.

 

Darüber hinaus ist Maria nicht nur die Mutter Jesu;

sie ist die ,, Magd des Herrn", sie ist die Jüngerin Christi,

die jedes seiner Worte aufnimmt und betrachtet.

Darum ist die Weihe an Maria die Aufnahme Christi.


2) Daraus entspringt eine sichtbare Konsequenz.

 

Sich Maria weihen, heißt, auf sie zu blicken als auf das Vorbild und sie

in ihrer Treue zum Herrn nachzuahmen.

,, Wer ist meine Mutter?- Wer auf meine Worte hört."

 

Und sie selbst ermutigt uns auf dieser Linie:

,,T u t alles, was er euch sagen wird."

 

Es sind dies ihre letzten Worte, die von der Bibel überliefert sind,

sozusagen ihr Testament.

Daher sieht Montfort in der Weihe an Maria die
Erneuerung der Verpflichtungen eines christlichen Lebens,

das heißt, die Erneuerung der Taufgelübde.

 

Indem es fortwährend
auf den Katechismus der Katholischen Kirche Bezug nimmt,
weist das vorliegende Buch auf die ,, neue Evangelisation" hin,
als das vordringlichste Anliegen unserer Zeit.


3) Ein weiterer Aspekt, keineswegs von geringerer Wichtigkeit, ist dieser:

 

Maria ist uns von Jesus auf dem Kreuz als Mutter gegeben worden.

Die Weihe an sie bedeutet, diese neue Mutterschaft anzuerkennen und anzunehmen,

und Maria in unser Leben aufzunehmen, wie dies Johannes getan hat.

 

Dann sind wir nicht mehr allein, dann sind wir niemals mehr allein.

Jede Tat, jeden Gedanken ,, mit Maria, für Maria und in Maria" zu tun,
kann unsere Existenz wahrhaft verwandeln.


4) Aus unserer Aufnahme Mariens entspringt eine weitere Gewissheit:
dass das Wirken Mariens nicht mit ihrer Aufnahme in
den Himmel beendet ist, sondern sich über jedem Menschen
fortsetzt, um ihn Christus ähnlich zu machen und ihn zu seinem
Heil zu bringen.

 

Daher gründet sich die Weihe auch auf das Königtum Mariens, die, gleich dem Königtum Christi,

nicht Herrschaft ist, sondern Dienst.

 

Sie stützt sich auch auf ihre Macht als universale Mittlerin aller Gnaden.

Daher bedeutet die Weihe an Maria auch Bitte um Hilfe und Schutz

für die geistigenund für die zeitlichen Gnaden:

 

Eine Mutter denkt an alles.

Das ist auch der Grund, weshalb die Verehrung Mariens durch einzelne
Menschen und durch ganze Völker in schwierigen Zeiten lebendiger ist.

 

Sehen wir etwa nicht, dass wir uns am Vorabend großer Umwälzungen befinden?
Die Königin der Liebe möge dieses Instrument der Bekehrung und des Gebetes segnen,

damit die wahre Liebe, die uns Jesus als ,, sein Gebot" gelehrt hat, in den Herzen triumphiere.
 

Und damit uns der echte Friede gegeben werde, den die Menschen nicht geben können,

sondern der die Frucht der Auferstehung ist.

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