Zweite Woche - Tag 26
Die Notwendigkeit der Marienverehrung

Die Notwendigkeit der Marienverehrung
Lesung
(Spr 8,32-36)
Nun, ihr Söhne, hört auf mich! Wohl dem, der auf meine Wege achtet. Hört die Mahnung, und werdet weise, lehnt sie nicht ab! Wohl dem, der auf mich hört, der Tag für Tag an meinen Toren wacht und meine Türpfosten hütet. Wer mich findet, findet Leben und erlangt das Gefallen des Herrn. Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; alle, die mich hassen, lieben den Tod.
(Lk 1,28-31)
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über diese Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Botschaften
(San Martino, 8.12.1993)
Gott sei verherrlicht.
Meine Kinder, ich danke euch und der ganzen Kirche für den Jubel dieses Tages. Fahrt fort, im Volk Gottes die Verehrung meines Unbefleckten Herzens zu verbreiten und durch die Gnade werde ich euch die Größe der Barmherzigkeit Gottes erkennen lassen.
Liebe Kinder, es ist die Kraft der Liebe, die euch jeden meiner mütterlichen Wünsche begreifen lässt.
Segen und Gnade mögen reichlich auf eure Werke der Liebe
und der Nächstenliebe herabkommen.
Ich werde nicht zulassen, dass jemand euren Weg behindert,
den ihr mit mir begonnen habt,
um jene zu gewinnen, die euch nachahmen werden.
Schenkt mir euer Herz mit der ganzen Liebe, die es enthält, und ihr werdet teilhaben an der neuen Welt, die ich dabei bin, vorzubereiten. Ich segne euch alle. Ich segne eure Lieben
und drücke euch alle an mich.
(San Martino, 8.12.1997)
Verherrlicht mit mir den Vater.
Meine Kinder, Gott möchte durch meine Unbeflecktheit
die Welt zur Fülle der Gnade zurückführen.
Und ich wirke in den Herzen von euch Kindern,
um euch alle zu Ihm zurückzuführen, indem ich den Seelen die Makellosigkeit Gottes gebe.
Eure Verehrung für mein Unbeflecktes Herz wird in der Kirche
zum Aufbrechen einer außerordentlichen Gottesliebe
und einer ganz reinen brüderlichen Liebe führen.
Meine Kinder, vertraut euch mir an!
Vertraut Gott durch mein Herz das irdische und ewige Glück eines jeden Menschen an. Danke für eure Liebe.
Euch segnend, drücke ich euch alle an mich.
Ich werde bei euch bleiben.
Betrachtung
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Verehrung der Heiligen Jungfrau)
Die Menschen brauchen Maria, um zu ihrem letzten Ziel zu gelangen
(Art. 39)
Wir kommen zu dem Schluss, dass die Heiligste Jungfrau, da schon Gott sie brauchte, - wie wir sagen, hypothetisch brauchte, was die Abhängigkeit von ihrem zustimmenden Willen bedeutet - von den Menschen noch viel dringender gebraucht wird, damit sie ihr letztes Ziel erreichen können.
Man darf darum die Marienverehrung nicht einfach der Verehrung der übrigen Heiligen gleichstellen, als wäre sie nicht viel notwendiger und keineswegs unserem Belieben anheimgestellt.
Jeder Mensch braucht die Marienverehrung, um sich zu retten
(Art. 40)
Der gelehrte und fromme Jesuit Suarez (1548-1617), der weise und fromme Justus Lipsius, Doktor von Löwen, und viele andere haben mit unanfechtbaren Argumenten nachgewiesen, unter Berufung auf die Auffassung der Kirchenväter, wie des heiligen Augustinus, des heiligen Diakons Ephrem von Edessa, des heiligen Cyrill von Jerusalem, des heiligen Germanus von Konstantinopel, des heiligen Johannes von Damaskus, der Heiligen Anselm, Bernhard, Bernardin, Thomas, Bonaventura und vieler anderer, dass die Marienverehrung zum Heile notwendig ist, und dass es ein Zeichen unsagbarer Missbilligung sei, wie es sogar Ökolampad und einige andere Irrlehrer zugeben, keine Achtung und Liebe für die Heiligste Jungfrau zu hegen. Es ist hingegen ein untrügliches Zeichen der Auserwähltheit, ihr vollkommen geweiht und wahrhaft treu ergeben zu sein.
(Art. 41)
Das belegen Figuren und Worte aus dem Alten und Neuen
Testament, das beweisen die Gefühle und die Beispiele der Heiligen, das lehren und demonstrieren die Vernunft und die Erfahrung.
Der Teufel selbst und seine Vasallen mussten dies, durch die Kraft der Wahrheit gezwungen, zu ihrem eigenen Bedauern bekennen. Von allen Textstellen der heiligen Kirchenväter und Kirchenlehrer, deren ich eine reiche Sammlung angelegt habe, um diese Wahrheit nachzuweisen, will ich der Kürze halber nur eine einzige des heiligen Johannes von Damaskus wiedergeben:
„Dein Verehrer zu sein, o Heilige Jungfrau, ist eine Waffe des Heiles , die Gott denen verleiht, die er retten will.“
(Art. 42)
Ich könnte als Beweis viele Fakten anführen, wie etwa:
- was in den Chroniken des heiligen Franziskus berichtet wird;
als er in einer Ekstase eine große Leiter sah, die den Himmel berührte, auf deren Ende die Heiligste Jungfrau stand, und wie ihm deutlich wurde, dass er zu ihr hinaufsteigen müsse, um in den Himmel zu gelangen (vgl. Fioretti des Hl. Franziskus, Kap.10);
- was in der Chronik des heiligen Dominikus überliefert ist,
von fünfzehntausend Dämonen, die die Seele eines unglücklichen Häretikers besetzt hielten, in der Nähe von Carcassonne, wo der heilige Dominik den Rosenkranz predigte, welche allesamt zu ihrer eigenen Verwirrung auf Geheiß der Heiligsten Jungfrau gezwungen waren, viele große und tröstliche Wahrheiten einzugestehen, die die Verehrung der Heiligsten Jungfrau betrafen, mit so viel Klarheit und Kraft, dass man diesen authentischen Bericht und das Loblied, das der Teufel zu seinem Bedauern auf die Verehrung der Heiligsten Jungfrau machte, nicht lesen kann, ohne Tränen der Freude zu vergießen, wie wenig man auch immer selbst der Heiligsten Jungfrau ergeben sein mag.
Kontemplation
(Hl. Ludwig Maria Grignion v. Montfort, Das Geheimnis Mariens)
(Art. 70)
Hast du, o auserwählte Seele, durch den Heiligen Geist verstanden, was ich dir bisher erklärt habe? Danke Gott dafür, denn es handelt sich um ein Geheimnis, das der Welt fast ganz unbekannt ist.
Wenn du den verborgenen Schatz auf dem Feld Mariens gefunden hast, die kostbare Perle, von dem das Evangelium spricht, dann musst du jetzt alles verkaufen, um sie zu erwerben, dann musst du dich selbst vollkommen als Opfer in die Hände Mariens geben und dich froh in ihr verlieren, um dort Gott allein zu finden.
Wenn der Heilige Geist in deinem Herzen den wahren Baum des Lebens gepflanzt hat (vgl. Gen 2,9), nämlich die Ganzhingabe, die ich dir erklärt habe, dann setze alle dein Mühe daran ihn zu pflegen, damit er dir zur rechten Zeit Frucht bringe. Diese Ganzhingabe ist das Senfkorn des Evangeliums, welches, obwohl es das kleinste aller Samenkörner ist, doch sehr groß wird, und so sehr wächst, dass die Vögel des Himmels, das heißt, die auserwählten Seelen, in seinen Zweigen nisten, und dort Schutz finden vor der großen Hitze und den wilden Tieren.
(Art 72)
Wenn dieser Baum einmal in ein treues Herz gepflanzt ist, dann will er den Winden ausgesetzt bleiben, ohne irgend eine menschliche Stütze. Da dieser Baum etwas Göttliches ist, bedarf er keiner Kreatur, die ihn vielleicht darn hintern könnte, seine Äste zu Gott hin, seinem Ursprung, auszustrecken. Ebenso darf man sich nicht auf seine eigene Geschicklichkeit und natürliche Fähigkeit verlassen, noch auf den Kredit oder die Autorität der Menschen, sondern man muss seine Zuflucht zu Maria nehmen und sich auf ihre Hilfe stützen.
Die Seele, in der dieser Baum verwurzelt ist, muss ihn wie ein guter Gärnter stets aufmerksam bewachen und behüten, denn lebendig, wie er ist, ist er dazu bestimmt Früchte des Lebens hervorzubringen, und erfordert, dass man ihn pflegt und unter dem Blick und der Betrachtung der Seele wachsen lässt. Dies ist es, was die Seele erfüllen muss, die die Vollkommenheit wahrhaft erreichen will: immer ihre Gedanken darauf zu richten, so dass dies zu ihrer Hauptbeschäftigung wird.
(Art. 78)
Wenn du also den Baum des Lebens auf diese Weise pflegst, den der Heilige Geist in dir gepflanzt hat, dann versichere ich dir, o auserwählte Seele, dass er binnen Kurzem so hoch wachsen wird, dass die Vögel des Himmels kommen werden, um in ihm zu wohnen.
Und er wird sich so entwickeln, dass es nicht ausbleiben wird, dass er die Frucht der Gnade hervorbringt, das heißt den liebwertesten Jesus, der immer die einzige Frucht Mariens war und sein wird.
Glücklich die Seele, in die der Baum des Lebens, Maria, eingepflanzt ist; glücklicher noch jene, in der er wachsen und blühen konnte; am glücklichsten jene, in der er seine Frucht bringen konnte; aber über alle Maßen glücklich jene Seele, die diese Frucht genießt und sei bewahrt bis zum Tode und in alle Ewigkeit. Amen!
Wer dieses Wissen besitzt, bewahre es in Treue!
HYMNUS
Ephrem der Syrer, verst. 373
Sei gegrüßt, du Gesang der Cherubime und Ruhm der Engel.
Sei gegrüßt, Friede und Freude des Menschengeschlechtes.
Sei gegrüßt, Garten der Wonnen;
Sei gegrüßt, Baum des Lebens.
Sei gegrüßt, du Bollwerk der Gläubigen
und Hafen der Schiffbrüchigen.
Sei gegrüßt, die du Adam zurückholst,
sei gegrüß, die du Eva loskaufst.
Sei gegrüßt, Quelle der Gnade und der Unsterblichkeit.
Sei gegrüßt, du heiligster Tempel,
sei gegrüßt, du Thron des Herrn.
Sei gegrüßt, o Keusche, die du den Kopf des Drachen zertreten
und in den Abgrund gestürzt hast.
Sei gegrüßt, du Zuflucht der Betrübten,
sei gegrüßt, Befreiung aus dem Fluch.
Sei gegrüßt, o Mutter Christi,
des Sohnes des lebendigen gottes,
dem Herrlichkeit und Ehre gebühren, Anbetung und Lob,
jetzt und allezeit und allüberall und in Ewigkeit. Amen.
Katechismus
(Art. 972)
Inzwischen aber leuchtet die Mutter Jesu - wie sie im Himmel, schon mit Leib und Seele verherrlicht, Bild und Anfang der in der kommenden Welt zu vollendenden Kirche ist, so hier auf Erden, bis der Tag des Herrn gekommen ist - dem pilgernden Volk Gottes als Zeichen der sicheren Hoffnung un des Trostes voran (LG 68).
(Art. 2679)
Maria ist die vollkommene Orante und das Bild der Kirche.
Wenn wir zu ihr beten, stimmen wir mit ihr in den Ratschluss des Vaters sein, der seinen Sohn sendet, um alle Menschen zu retten.
Wie der Jünger, den Jesus geliebt hat, nehmen wir die Mutter Jesu, die zur Mutter aller Lebendigen geworden ist, bei uns auf (Joh 19,27).
Wir können mit ihr beten und sie bitten. Das Gebet der Kirche ist durch das Gebet marias wie getragen; es ist mit Maria in der Hoffnung vereint (LG 68-69).
(Art. 2618)
Das Evangelium offenbart uns, wie Maria gläubig betet und Fürbitte einlegt: In Kana (Joh 2,1-12) bittet die Mutter Jesu ihren Sohn um das Nötige für das Hochzeitsmahl. Diees Mahl ist das Zeichen eines anderen Mahles: jenes der Hochzeit des Lammes, in dem Christus auf die Bitte der Kirche als seiner Braut Leib und Blut hingibt. Zur Stunde des Neuen Bundes wird Maria zu Füßen des Kreuzes (Joh 19,25-27) erhört. Denn sie ist die Frau, die neue Eva, die wahre "Mutter aller Lebendigen".
Gebet
(Katechismus 2676-2677)
Ave Maria
"Gegrüßest seist du, Maria" (wörtlich: ,Freude dich, Maria").
Der Gruß des Engels Gabriel eröffnet das Ave. Gott selbst grüßt Maria durch seinen Engel. Unser Gebet wagt den Gruß an Maria aufzunehmen, indem es wie Gott auf die niedrige Magd schaut (Lk 1,48), um an der Freude, die Gott an Maria hat (Zef 3,17b), teilzunehmen.
"Du bist voll der Gnade; der Herr ist mit dir."
Die beiden Teile des Engelsgrußes erhellen sich gegenseitig. Maria ist voll der Gnade, weil der Herr mit ihr ist. Die Gnade, die sie ganz erfüllt, ist die Gegenwart dessen, der die Quelle aller Gnaden ist.
"Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! ...
Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte." (Zef 3,14.17a).
Maria, in der der Herr selbst Wohnung nimmt, ist in Person die Tochter Zion, die Bundeslade und der Ort, wo die Herrlichkeit des Herrn thront.
Sie ist "die Wohnung Gottes unter den Menschen" (Offb 21,3).
"Voll der Gnade" ist Maria gänzlich dem hingegeben, der in ihr Wohnung nimmt und den sie der Welt geben wird.
"Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus."
Nach dem Gruße des Engels machen wir uns die Anrede Elisabeths zueigen.
"Vom Heiligen Geist erfüllt" (Lk 1,41) ist Elisabeth die Erste einer langen Reihe von Geschlechtern, die Maria selig preisen (Lk 1,48):
"Selig ist die, die geglaubt hat" (Lk 1,42).
Maria ist "gesegnet ... mehr als alle anderen Frauen (Lk 1,42), weil sie geglaubt hat, dass das Wort des Herrn in Erfüllung gehenw ird.
Aufgrund des Glaubens konnten durch Abraham "alle Geschlechter der Erde Segen erlangen" (Gen 12,2-3):
Aufgrund des Glaubens ist Maria zur Mutter der Glaubenden geworden. Ihr verdanken alle Geschlechter der Erde, dass sie den, der der Segen Gottes selbst ist, empfangen dürfen:
"Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes".
"Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns..."
Mit Elisabeth staunen wir:
"Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" (Lk 1,43). Weil Maria uns ihren Sohn Jesus gibt, ist sie, die Mutter Gottes, auch unsere Mutter. Wir können ihr alle unsere Sorgen und Bitten anvertrauen. Sie betet für uns, wie sie für sich selbst gebetet hat: "Mir geschehe nach deinem Wort" (Lk 1,38). Wenn wir uns ihrem Gebet anvertrauen, überlassen wir uns mit ihr dem Willen Gottes:
"Dein Wille geschehe!"
"Bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes."
Wenn wir Maria bitten, für uns zu beten, bekennen wir uns als arme Sünder und wenden uns an die "Mutter der Barmherzigkeit", an die ganz Heilige. Wir vertrauen uns ihr "jetzt" an, im Heute unseres Lebens. Und unser Vertrauen weitet sich, so dass wir ihr jetzt schon "die Stunde unseres Todes" anvertrauen. Möge sie dann zugegen sein, wie beim Tod ihres Sohnes am Kreuz, und uns in der Stunde des Hinübergangs als unsere Mutter aufnehmen (Joh 19,27), um uns zu ihrem Sohn Jesus in das Paradies zu geleiten.