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Tag 12: IM GLAUBEN WACHEN

Herr, stärke unseren Glauben!

1g

GEBET ZUR VORBEREITUNNG


Lesung

(Mt 25,1-13)


Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 


Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: 

Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! 


Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: 

Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. 


Die klugen erwiderten ihnen: 

Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. 


Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen. 


Später kamenauch die anderen Jungfrauen und riefen: 

Herr, Herr, mach uns auf! 


Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch:

Ich kenne euch nicht. 


Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.


Botschaften

(S. Martino, 3.8.1987)


Loben wir den Herrn.

Meine Kinder, es ist ein unaufhörliches Wehklagen

der Seelen im Fegefeuer, die allen in der Welt zurufen möchten,

sich zu bekehren, zu Gott zurückzukehren.

Sie möchten unter euch zurückkehren, um mit euch zu beten und den Vater anzubeten, um die Sünde abzuwenden, die euch dorthin bringen kann, wo sie sich befinden.

Betet und liebt, meine Kinder! 

Verlasst die Dinge der Welt, seid der Liebe des Vaters würdig.

Lehrt und ermutigt alle, zu beten und zu lieben.

Der Vater, der Sohn und der heiligmachende Geist erwarten euch alle.

Ich segne euch, meine Kinder, ich segne euch.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Brief an die Freunde des Kreuzes)


(Art. 21)

... ihr wisst, dass ihr tatsächlich alle Sünder seid. Es gibt keinen unter euch, der nicht die Hölle verdient hätte. Und ich noch mehr als alle andern. Unsere Sünden müssen entweder in dieser oder in der anderen Welt bestraft werden. Werden sie hier bestraft, dann werden sie es im zukünftigen Leben nicht mehr. Wenn Gott unsere Sünden hier unten mit unserem Verständnis bestraft, dann ist diese Strafe voller Liebe. Denn wer die Strafe verhängt, ist in diesem Fall die Barmherzigkeit, die die Welt regiert, und nicht die Strenge der Gerechtigkeit. Die Strafe ist also leicht und vorübergehend, von Süßigkeit und von Verdiensten begleitet, und sie findet ihren Lohn in Zeit und Ewigkeit.


(Art. 22)

Wenn aber die für unsere Sünden erforderliche Strafe für das Jenseits aufgeschoben wird, dann wird sie von der geltenden Gerechtigkeit Gottes verhängt, die alles mit Feuer und Schwert verheeren wird. Furchtbare Rache (Hebr 10,31), die man weder beschreiben, noch verstehen kann:


„Wer kennt die Gewalt deines Zornes?“ (Ps 90,11). Rache ohne Erbarmen: „Das Gericht ist erbarmungslos“ (Jak 2,13), ohne Linderung, ohne Verdienst, ohne Grenzen, ewig. 


Ja, Strafe ohne Ende für diese Todsünde, die du in einem Augenblick begangen hast, für diesen vorsätzlichen, bösen Gedanken, der dir jetzt gar nicht voll zu Bewusstsein kommt, für dieses Wort, das der Wind schon verweht hat. Dieses kleine und flüchtige Vergehen gegen das Gesetz Gottes wird in alle Ewigkeit bestraft, solange Gott Gott ist, gemeinsam mit den Dämonen der Hölle, ohne dass der Gott der Rache mit deinen furchtbaren Qualen Erbarmen hätte, mit deinem Schluchzen und mit deinen Tränen, die Steine erweichen könnten! Leiden für immer, ohne Verdienst, ohne Erbarmen und ohne Ende!


(Art. 23)

Denken wir wirklich an dies alles, liebe Brüder und Schwestern, wenn das Leiden an unsere Türe klopft? Wie glücklich sind wir doch, dass wir eine ewige und fruchtlose Qual mit einer vorübergehenden und verdienstvollen austauschen können, indem wir einfach mit Geduld dieses Kreuz tragen! 


Wie viele unbeglichene Schulden haben wir noch! Wie viele begangene Sünden - wenn wir sie auch bitter beweint und aufrichtig gebeichtet haben - die zu sühnen wir ganze Jahrhunderte im Fegefeuer büßen werden müssen, denn in dieser Welt haben wir uns mit einigen sehr leichten Bußübungen begnügt! Fassen wir also Mut! Lasst uns in dieser Welt bezahlen, auf freundschaftliche Weise, indem wir unser Kreuz willig tragen! Denn in der anderen Welt muss alles unerbittlich „bis auf den letzten Pfennig“ (Mt 5,26) bezahlt werden, sogar auch „jedes unnütze Wort“ (Mt 12,36).


Könnten wir doch dem Dämon den „Schuldschein, der gegen uns spricht” (Kol 2,14) entreißen, auf dem er alle unsere Sünden und die gebührenden Strafen festhält, wir würden uns Rechenschaft geben können, welch große Summe wir zu begleichen haben und uns glücklich preisen, jahrelang hier auf dieser Welt zu leiden, anstatt eines einzigen Tages im anderen Leben.


Kontemplation

(Nachfolge Christi, I/23)


Denk an den Tod!


1. Hier wird es sehr bald um dich geschehen sein, siehe also zu, wie es mit dir steht.


Heute ist der Mensch, und morgen erscheint er nicht mehr. Wenn wir ihn aber nicht mehr sehen, werden wir auch bald nicht mehr an ihn denken. Wie kurzsichtig und hart ist doch das menschliche Herz, das allein das Gegenwärtige betrachtet und nicht sorgfältig auf das Zukünftige sieht! Du solltest dich bei allen Werken und Gedanken

ebenso verhalten, als wenn du heute noch sterben müsstest. Wenn du ein gutes Gewissen hättest, würdest du den Tod nicht sehr fürchten. Es würde besser sein, sich vor Sünden zu hüten, als den Tod zu fliehen. Wenn du heute nicht bereit bist, wie wirst du es morgen sein? Der morgige Tag ist ungewiss, und wie weißt du, ob du ihn erleben wirst?



2. Was nützt es, lange zu leben, wenn wir uns so wenig bessern? 


Ach, bei einem langen Leben bessert man sich nicht immer, oft vergrößert man die Schuld nur noch mehr. O dass wir doch wenigstens einen einzigen Tag in dieser Welt gut zugebracht hätten!

Viele zählen die Jahre seit ihrer Bekehrung, aber oft haben sie sich wenig gebessert. Wenn es fürchterlich ist, zu sterben, so wird es vielleicht noch gefährlicher sein, länger zu leben. Heil dem, der die Stunde seines Todes immer vor Augen hat und sich täglich zum Sterben bereitet. Wenn du einmal einen Menschen hast sterben sehen, so bedenke, dass auch du diesen Weg wandern werdest.



3. In der Frühe denke, dass du vielleicht den Abend nicht mehr erleben wirst. 


Ist aber der Abend angekommen, so versprich dir den morgigen Tag nicht mehr. Sei daher immer bereit und lebe so, dass dich der Tod nicht unvorbereitet antrifft. Viele sterben plötzlich und unversehens. Denn der Menschensohn wird zu einer Stunde kommen, da man es nicht vermutet. Wenn einmal diese letzte Stunde anbricht, so wirst du von deinem ganzen vergangenen Leben ganz anders zu denken anfangen und es sehr bedauern, dass du so nachlässig und träge gewesen bist.


4. Wie glückselig und weise ist derjenige, welcher sich befleißt, jetzt im Leben so zu sein, wie er wünscht, auf dem Totenbette gefunden zu werden! 


Denn wer die Welt vollkommen verachtet und ein inbrünstiges Verlangen hat, in den Tugenden zuzunehmen, wer die Zucht liebt und sich in Bußwerken übt, wer schnell gehorcht, sich selbst verleugnet und alle Widerwärtigkeiten aus Liebe zu Jesus Christus erträgt, der wird große Zuversicht haben, selig zu sterben. 


Jetzt, da du gesund bist, kannst du viel Gutes tun; was du aber in deiner Krankheit wirst tun können, weiß ich nicht. Wenige werden durch Krankheit gebessert, so werden auch diejenigen, welche oft

wallfahrten, selten heilig.


5. Verlass dich nicht auf Freunde und Anverwandte und verschiebe die Sorge für dein Heil nicht auf die ungewisse Zukunft, weil die Menschen dich viel schneller vergessen werden, als du dir einbildest. 


Es ist besser, jetzt zu rechter Zeit für die Zukunft zu sorgen und gute Werke vorauszuschicken, als auf die Hilfe anderer zu hoffen. Wenn

du nicht jetzt für dich selbst besorgt bist, wer wird in Zukunft für dich sorgen? 


Jetzt ist die Zeit sehr kostbar. „Jetzt sind die Tage des Heiles, jetzt ist die erwünschte Zeit.“ Aber ach! Wie sehr ist es zu bedauern, dass du sie nicht nützlicher anwendest, da du dir doch Verdienste für das ewige Leben sammeln könntest? Es wird einmal eine Zeit kommen, da du einen einzigen Tag oder wohl auch nur eine einzige Stunde zur

Besserung deines Lebens wünschen wirst; ob du sie aber erhalten wirst, weiß ich nicht.



6. Wohlan denn, mein geliebter Bruder! Siehe zu, aus welch großer Gefahr du dich befreien und welch großem Schrecken du dich entreißen kannst, wenn du jetzt immer in heiliger Furcht lebst und den Tod stets vor Augen hast. 


Befleiße dich, jetzt so zu leben, dass du dich in der Stunde des Todes mehr freuen könntest, als fürchten müsstest. Lerne jetzt der Welt absterben, damit du dann anfängst, mit Christus zu leben. 

Lerne jetzt alles verachten, damit du dann ungehindert zu Christus gelangen kannst. Züchtige jetzt deinen Leib durch Buße, damit du dann sichere Hoffnung haben mögest.


7. Ach, törichter Mensch, warum glaubst du, du wirst lange leben, da du doch keinen Tag vor dem Tode sicher bist? 


Wie viele wurden betrogen, da sie unvermutet von dieser Welt scheiden mussten! Wie oft hast du sagen hören: jener kam durch das

Schwert um; dieser ertrank; jener fiel herab und brach sich das Genick; dieser starb unter dem Essen und jener endete sein Leben beim Spiele! Einer ist durch das Feuer, ein anderer durch das Schwert, einer durch Pest, ein anderer durch Mörder umgekommen; und so ist das Ende von allen der Tod; das Leben der Menschen geht

eilends vorüber wie ein Schatten.


8. Wer wird nach dem Tode noch an dich denken? Wer wird für dich beten? 


Jetzt, mein geliebter Bruder, jetzt tue, so viel du immer kannst, weil du nicht weißt, wann du sterben wirst, noch auch, was nach dem Tode für dich geschehen wird. Sammle dir jetzt ewig dauernde Reichtümer, da du noch Zeit hast. Denke an nichts anderes, als an dein Heil; sorge allein für das Reich Gottes. Mache dir jetzt Freunde, damit du die

Heiligen Gottes verehrst und ihren Beispiele nachfolgst, damit sie dich am Ende deines Lebens in die ewigen Wohnungen aufnehmen.


9. Betrachte dich auf Erden immer als einen Fremdling und Gast, welchen die Weltgeschäfte nichts angehen. 


Erhalte dein Herz frei und zu Gott gewendet, denn du hast hier keine bleibende Stätte. Dahin schicke täglich dein Gebet und deine Seufzer

unter häufigen Tränen, damit deine Seele nach dem Tode glückselig zum Herrn gelangen möge. Amen.


(Psalm 16)

Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir.

Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr; mein ganzes Glück bist du allein.” An den Heiligen im Lande, den Herrlichen, an ihnen nur hab’ ich mein Gefallen. 

Viele Schmerzen leidet, wer fremden Göttern folgt.

Ich will ihnen nicht opfern,

ich nehme ihre Namen nicht auf meine Lippen.

Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;

du hältst mein Los in deinen Händen.

Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu.

Ja, mein Erbe gefällt mir gut.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.

Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.

Ich habe den Herrn beständig vor Augen.

Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;

auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.

Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis;

du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.

Du zeigst mir den Pfad zum Leben.

Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,

zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.


Katechismus

(Art. 1006)


„Angesichts des Todes wird das Rätsel des menschlichen Daseins am größten“ (GS 18). In einer bestimmten Hinsicht ist der leibliche Tod natürlich; für den Glauben ist er ein „Lohn der Sünde“ (Röm 6,23; vgl. Gen 2,17).

Und für jene, die in der Gnade Christi sterben, ist der Tod ein Hineingenommenwerden in den Tod des Herrn, um auch an seiner Auferstehung teilnehmen zu können (vgl. Röm 6,3-9; Phil 3,10-11).


(Art. 1030)

Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heiles sicher, macht aber nach dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können.


(Art. 1031)

Die Kirche nennt diese abschließende Läuterung der Auserwählten, die von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden ist, Purgatorium [Fegefeuer]. 


Sie hat die Glaubenslehre in Bezug auf das Purgatorium vor allem auf den Konzilien von Florenz und Trient formuliert. Im Anschluss an gewisse Schrifttexte spricht die Überlieferung der Kirche von einem Läuterungsfeuer:


„Man muss glauben, dass es vor dem Gericht für gewisse leichte Sünden noch ein Reinigungsfeuer gibt, weil die ewige Wahrheit sagt, dass, wenn jemand wider den Heiligen Geist lästert, ihm ‚weder in dieser noch in der zukünftigen Welt‘ vergeben wird (Mt 12, 32). 


Aus diesem Ausspruch geht hervor, dass einige Sünden in dieser, an-

dere in jener Welt nachgelassen werden können“ (hl. Gregor d. Gr., dial. 4, 39).


Gebet


Für das Ende der Tage der Welt, aber auch für das Ende unserer Tage

(Jes 2,2-5)


Am Ende der Tage wir es geschehen:

Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker.

Viele Nationen machen sich auf den Weg; sie sagen:

Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs.

Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen.

Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.

Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht.

Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.

Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unseren Weg gehen im Licht des Herrn.



Litanei zum Heiligen Geist

Tag 12: IM GLAUBEN WACHEN
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