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Tag 1: LIEBE

Jesus lädt uns ein, Ihm nachzufolgen

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Jesus lädt uns ein, ihm nachzufolgen


„Wenn man dieses Leben nicht dazu benützt, Christus nachzuahmen, ist es ohne jeglichen Wert.“ (Hl. Johannes vom Kreuz)



GEBET ZUR VORBEREITUNNG


Lesung

(Mt 16,24-27)


Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.


Botschaft

(Monte di Cristo, 22.7.1992)


Lobpreisen wir den Vater.

Meine Kinder, in die demütigen und reumütigen Herzen wird Gott Seinen Blick richten.

Strengt euch an, den Hochmut zu zerstören, der sich in euren Herzen eingenistet hat und lasst euch von der Liebe Jesu umarmen.

Sein Licht erfasse auch durch euch die ganze Welt, damit auch die Erde wie der Himmel voll der Herrlichkeit Gottes sei. Ich segne euch.

(S. Martino, 24.3.1986)


Lobpreis sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Meine lieben Kinder, lebt mit der Buße diese heilige Zeit.

Tilgt mit eurem Gebet jede Beleidigung Gottes.

Macht euch die Leiden Jesu zu eigen.

Umarmt das Kreuz, richtet das Kreuz auf.

Nur im Kreuz ist euer Heil.

Jesus liebt euch, Er erwartet von euch eure Liebe.

Seid großmütig.

Der Vater wird euch für eure Werke belohnen.

Ich segne euch und bleibe in eurer Mitte.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Brief an die Freunde des Kreuzes)


Der Weg der christlichen Vollkommenheit

(Art. 13)


Die ganze christliche Vollkommenheit besteht wahrhaftig darin:


1) Im festen Willen, heilig zu werden: Wer mein Jünger sein will...

2) in der Bekehrung: der verleugne sich selbst...

3) in der Abtötung: er nehme sein Kreuz auf sich...

4) im Handeln: und folge mir nach.


Wer mein Jünger sein will

(Art. 15)


Wer mein Jünger sein will..., das heißt: jemand, der den aufrichtigen Willen hat, einen absoluten Willen, welcher sich nicht aus der Natur, aus der Tradition, aus der Eigenliebe, aus menschlichem Interesse oder menschlicher Rücksicht herleitet, sondern aus einer wirksamen Gnade des Heiligen Geistes, die nicht allen gegeben ist: 


„Nicht allen ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreiches zu

erkennen“ (Mt 13,11; Mk 4,11)


Auf der Ebene der wirklichen Erfahrung ist die Erkenntnis des Geheimnisses des Kreuzes nur ganz wenigen gegeben. Wer Kalvaria ersteigen und sich inmitten der eigenen Leute mit Christus ans Kreuz nageln lassen will, muss mutig sein, muss ein Held sein, muss ein entschlossener Mensch und ein Mann des Glaubens sein. 


Er muss Welt und Hölle gering achten und sich nicht um den eigenen Leib und den eigenen Willen kümmern. Er muss vielmehr bereit sein, alles zu verlassen, sich vollkommen für Jesus Christus einzusetzen und für ihn zu leiden.


(Art. 16)

Wer mein Jünger sein will..., der spreche mit Christus:

Seht, ich habe mich so sehr verdemütigt und entäußert, dass ich ein Wurm bin und kein Mensch (Ps 22,7). Ich bin in die Welt gekommen, um das Kreuz zu umarmen: 


„Ja, ich komme.“ (Ps 40,8; Hebr 10,7), ich pflanzte es tief in meinem Herzen ein (Ps 40,9), um es zu lieben von Jugend auf (8,Weish 2), um es mein ganzes Leben lang zu suchen: „Ich bin sehr bedrückt, solange es noch nicht vollzogen ist!“ (Lk 12,50), um es mit Freude zu tragen und es allen Wonnen des Himmels und der Erde vorzuziehen: 

„Er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen“ (Hebr 12,2). Schließlich war ich erst dann glücklich, als ich in seiner erhabenen Umarmung sterben konnte.


Der verleugne sich selbst

(Art. 17)


Wenn mir also jemand auf dem Weg der Entäußerung und der Kreuzigung nachfolgen will, dann darf er sich so wie ich nur der Armut rühmen, der Verdemütigung und des Leidens, die in meinem Kreuz eingeschlossen sind: Er verleugne sich selbst. Fern bleiben müssen der Gemeinschaft der Freunde des Kreuzes alle, die schlau sind in den Augen der Welt, die arroganten Intellektuellen und all die Anmaßenden, die sich zur Schau tragen und sich in ihren Meinungen und Talenten aufblähen! Fern von euch seien die eitlen Groß- 

sprecher, die so viel Lärm machen um nichts!


Fern seien, die auf ihre Frömmigkeit stolz sind und überall nur das Ich des stolzen Luzifer vor sich hertragen: „Ich bin nicht wie die anderen Menschen“ (Lk 18,11). Sie können keinen Vorwurf ertragen, ohne sich rechtfertigen zu müssen, auch keine Beleidigung, ohne sich zu verteidigen, noch können sie eine Demütigung hinnehmen, ohne sich zu rächen! 


Hütet euch davor, in eure Gemeinschaft verdorbene und wollüstige Menschen aufzunehmen, die vor jedem Mückenstich Angst haben, die beim geringsten Schmerz klagen und jammern, die niemals den Bußgürtel getragen, nie die Schule und die Instrumente der Buße

kennengelernt haben, und die ihre Andachten nach der Mode verrichten, in überspitzter und raffinierter Ausgesuchtheit und Überladenheit.


Er nehme sein Kreuz auf sich

(Art. 18)


Er nehme sein Kreuz auf sich! Sein Kreuz! 

Das eigene Kreuz, nicht das eines anderen. Er nehme sein Kreuz, das

heißt, jenes, das meine Weisheit ihm „nach Maß, Zahl und Gewicht“ (Weish 11,20) zugeordnet hat. Sein Kreuz, dessen vier Dimensionen der Stärke, der Länge, der Breite und der Tiefe ich selbst mit größter Genauigkeit ausgemessen habe. Sein Kreuz, das ich selbst in unendlicher Liebe aus dem Kreuz geschnitten habe, das ich auf Kalvaria trug.


(Art. 19)

Er nehme sein Kreuz! Er soll es tragen! Er soll es nicht nachschleppen, nicht abschütteln, es nicht verringern, es nicht verbergen! Er soll es hingegen hoch halten in seinen Händen, ohne Ungeduld und Traurigkeit, ohne Klage und ohne absichtliches Murren, ohne Ausflüchte zu suchen und sich davor zurückzuziehen, ohne Scheu und Menschenfurcht. Er trage sein Kreuz! Er stelle es vor sich hin und sage mit dem Heiligen Paulus: „Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen!“ (Gal 6,14). 


Er nehme es in Nachahmung Jesu Christi auf seine Schultern, damit das Kreuz zur Waffe für seine Eroberungen werde und zum Szepter seines Reiches (Jes 9,6-7). Er pflanze es voll Liebe auch in sein Herz, um es in einen brennenden Dornbusch zu verwandeln, der Tag und Nacht in reiner Liebe zu Gott brennt, ohne je zu verbrennen (Ex 3,2).


Kontemplation

(Nachfolge Christi, 1/1)


Folge Christus nach und lerne verschmähen, was vergänglich ist



1. Wer Mir nachfolgt, wandelt nicht in Finsternis, sagt der Herr. 


Dies sind Worte Christi, durch welche wir erinnert werden, Ihm in Seinem Leben und in Seinem Wandel nachzufolgen, wenn wir verlangen, wahrhaft erleuchtet und von aller Blindheit des Herzens befreit zu werden. Wir müssen also allen Fleiß anwenden, das Leben Jesu Christi zu betrachten.


2. Die Lehre Jesu Christi übertrifft alle Lehren der Heiligen 


Wer den wahren Geist hätte, der würde da ein verborgenes Himmelsbrot finden. Es geschieht aber, dass viele auch aus der öfteren Anhörung des Evangeliums eine geringe Begierde nach

demselben in sich empfinden, weil sie den Geist Christi nicht haben. Wer aber die Worte Christi vollkommen verstehen und einen Geschmack darin finden will muss sich befleißen, sein ganzes Leben nach dem Leben Jesu Christi einzurichten.


3. Was nützt es dir, dass du von der Dreieinigkeit Gottes hohe Dinge vorzubringen weißt, wenn es dir dabei an Demut mangelt und du deswegen dem lieben Gott missfällst? 


In der Tat, die hohen Worte machen weder heilig, noch gerecht; nur durch ein tugendhaftes Leben wird man Gott angenehm. Lieber ist mir, Zerknirschung des Herzens empfinden, als ihre Beschreibung wissen. Wenn du die ganze Heilige Schrift auswendig wüsstest, und wenn dir die Sprüche aller Weltweisen bekannt wären, was würde dir dieses alles ohne die Liebe Gottes und ohne die Gnade nützen? Eitelkeit über Eitelkeit, und alles ist Eitelkeit, außer Gott lieben und Ihm allein dienen. Die höchste Weisheit besteht darin, dass man die Welt verachtet und nach dem Himmel strebt.


4. Es ist also Eitelkeit, wenn man vergängliche Reichtümer sucht und auf diese seine Hoffnung setzt. 


Es ist Eitelkeit, wenn man nach Ehren strebt und sich zu einem hohen

Stande zu erschwingen trachtet. Es ist Eitelkeit, wenn man den Begierden des Fleisches folgt und ein Verlangen nach jenen Dingen trägt, welche schwere Strafen nach sich ziehen. Es ist Eitelkeit, wenn man ein langes Leben wünscht, aber nicht daran denkt, gut zu leben. Es ist Eitelkeit, wenn man nur auf das gegenwärtige Leben acht gibt und nicht für das zukünftige sorgt. Es ist Eitelkeit, wenn man Dinge liebt, welche schnell vorübergehen, und nicht dahin eilt, wo die Freude ewig dauert.


5. Denke oft an jenen Ausspruch: „Das Auge wird nicht satt vom Sehen und das Ohr nicht satt vom Hören.“ 


Befleiße dich also, dein Herz von der Liebe sichtbarer Dinge

abzuziehen und dich an das Unsichtbare zu gewöhnen; denn jene, welche ihrer Sinnlichkeit folgen, verunreinigen ihr Gewissen und verlieren die Gnade Gottes.


(Psalm 20)

Der Herr erhöre dich am Tage der Not,

der Name von Jakobs Gott möge dich schützen.

Er sende dir Hilfe vom Heiligtum

und stehe dir bei vom Zion her.

An all deine Speiseopfer denke er,

nehme dein Brandopfer gnädig an.

Er schenke dir, was dein Herz begehrt,

und lasse all deine Pläne gelingen.

Dann wollen wir jubeln über deinen Sieg,

im Namen unseres Gottes das Banner erheben.

Nun bin ich gewiss:

der Herr schenkt seinen Gesalbten den Sieg;

er erhört ihn von seinem heiligen Himmel her

und hilft ihm mit der Macht seiner Rechten.

Die einen sind stark durch Wagen,

die anderen durch Rosse,

wir aber sind stark im Namen des Herrn, unseres Gottes.

Sie sind gestürzt und gefallen;

wir bleiben aufrecht und stehen.

Herr, verleihe dem König den Sieg!

Erhör uns am Tag, da wir rufen!



Katechismus

(Art. 1694)

Die Christen sind „für die Sünde tot, leben aber für Gott in Christus Jesus“(Röm 6,11), weil sie durch die Taufe in Christus eingegliedert sind (Röm 6,5). So haben sie am Leben des Auferstandenen Anteil (Kol 2,12). In der Nachfolge Christi und in Einheit mit ihm (Joh 15,5) sind die Christen fähig, Gott nachzuahmen „als seine geliebten Kinder“ (Eph 5,1) und dem Weg der Liebe zu folgen. 

Sie suchen in ihrem Denken, Reden und Handeln „so gesinnt“ zu sein, 

„wie es dem Leben in Christus entspricht“ (Phil 2,5) und sich an sein Beispiel zu halten (Joh 13,12-16).


Gebet

(Romanos Melodos, verst. 560, aus dem Hymnus an alle Heiligen)


Barmherzig hast du, Christus - Gott, die Leiden der Märtyrer gelindert, durch die sie ihren Glauben an dich vor den Tyrannen bezeugten. Und wie ihnen dein Segen zur Kraft wurde, alles zu ertragen, und ihnen die Frucht himmlischen Erkennens schenkte,

so spende diesen Segen auch über uns alle aus, der du so reich an Erbarmen bist. 


Dein Wort nur allein bewog die Heiligen dir nachzufolgen, o Herr,

Denn du sprachst: „Wer mir nachfolgen will, verlasse Eltern und Freunde“, und sofort verließen sie alle und folgten dir nach,

aller irdischen Dinge entblößt, du wahrer Weg und wahre Quelle des Lebens, mit festem Geist an dich glaubend, der du so reich an Erbarmen bist.


Litanei zum Heiligen Geist

Tag 1: LIEBE
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