Dritte Woche - Tag 27
Die Liebe Christi zu uns - Seine Menschwerdung

Veni Sancte Spiritus (S. 249)
Gewissenserforschung, Erweckung der Reue
Empfohlen ist der tägliche Rosenkranz
Lesung
(Mt 1,18-25)
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte:
Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen
Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.
(Phil 2,5-8)
Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
(Joh 1,14)
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Botschaften
(San Martino, 25.12.1991)
Ehre dem Vater in Ewigkeit.
Meine Kinder, preist mit mir den Herrn.
Heute künden die Himmel die Ehre Gottes.
Die Verkündigung der Geburt meines Jesus hat die Grenzen Israels überschritten, um zu jedem Menschen zu gelangen und ihn zu trösten.
Die Demut eures Herzens möge so groß sein wie dieses Ereignis.
Jesus bringt der Welt sein Reich und seine Gerechtigkeit,
indem er neue Grenzen überschreitet, um das Glück der Menschen aufzubauen.
Liebe Kinder, eure Seele möge mit der Wirklichkeit Gottes verschmelzen, und ihr werdet die Herrlichkeit dieses Tages
in Ewigkeit lebendig erhalten, indem ihr der Welt die Freude offenbart, auf dass jeder Mensch Jesus, den Erlöser, glücklich mache. Ich segne euch alle, Jesus segnet euch.
(San Martino, 24.12.1993)
Verherrlicht mit mir den Herrn.
Meine Kinder, ich komme, die in Finsternis versunkene Welt wieder aufzurufen, um sie neu in das Licht der göttlichen Liebe einzutauchen. Hier habt ihr Jesus, das fleischgewordene Wort.
Er kommt, euch das Leben in der Ewigkeit anzubieten;
Seine Liebe ist die Lösung für jede Schwierigkeit.
Liebe Kinder, ihr seid die Glorie Gottes!
In der Liebe und mit der göttlichen Liebe seid ihr
die Mitwirkenden bei allen Wundern der göttlichen Vorsehung.
Großer Friede in der Welt wird nur dann sein,
wenn die Menschen die Einladung Jesu annehmen.
Danke für die Freude, die ihr mir in dieser Weihnacht gebt.
Jesus segnet euch, ich segne euch und drücke euch an mich.
Betrachtung
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Die Liebe der Ewigen Weisheit)
Die Menschwerdung der Ewigen Weisheit
(Art. 104)
Als das Ewige Wort, die unerschaffene Weisheit, im Ratschluss der Heiligsten Dreifaltigkeit ihre Menschwerdung beschlossen hatte, um den gefallenen Menschen wieder aufzurichten, ließ sie Adam zu der Erkenntnis gelangen, wie man glaubt, und gab den alten Patriarchen das Versprechen, wie die Heilige Schrift sagt, dass sie Fleisch annehmen würde, um die Menschheit zu erlösen.
In den tausenden Jahren, die auf die Schöpfung folgten, flehten alle heiligen Menschen des Alten Bundes mit eindringlichen Gebeten zum Messias: „Taut, Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen“ (Jes 45,8).
„O Weisheit, die du aus dem Mund des Allerhöchsten hervorgehst,
... komm, uns zu befreien!“
(Antiphon zum Magnifikat für den 17. und 18. Dezember).
Aber die Anrufungen, die Gebete und die Opfer hatten nicht genug Kraft, aus dem Herzen des Vaters die Ewige Weisheit, den Sohn Gottes, herabzuziehen. Sie erhoben die Arme zum Himmel, aber sie konnten den Thron des Allerhöchsten nicht erreichen. Fortwährend brachten sie Gott Opfer dar, auch das Opfer ihres Herzens, aber diese hatten nicht den Wert, diese außerordentliche Gnade zu verdienen.
(Art. 105)
Zuletzt, als die Zeit gekommen war, die für die Erlösung des
Menschen bestimmt war, erbaute sich die Weisheit ein Haus
(Spr 9,1), eine Wohnung, die ihrer würdig war.
Sie erschuf undformte die Heiligste Maria im Schoß der heiligen Anna, mit größerem Wohlgefallen als sie bei Erschaffung der Welt gefunden hatte. Unmöglich ist es, die unsagbaren Vereinigungen der Heiligsten Dreifaltigkeit mit dieser wunderschönen Kreatur zu beschreiben, und die Treue aufzuzeigen, mit der Maria auf die Gnade ihres Schöpfers antwortete.
(Art. 106)
O Maria! Du Meisterwerk des Allerhöchsten und Wunder der unschaffenen Weisheit! Du Wunderzeichen der Allmacht und Abgrund der Gnade! Ich bekenne mit allen Heiligen, daß Gott allein, nur der, der dich geschaffen hat, die Höhe, die Weite und die Tiefe der Gnade ermessen kann, die er dir gegeben hat.
(Art. 107)
In den vierzehn Jahren ihres Lebens erfuhr die himmlische Maria ein derartiges Wachstum an Gnade und Weisheit Gottes und eine so vollkommene Treue zu seiner Liebe, dass sie nicht nur die Bewunderung aller Engel, sondern sogar Gottes selbst hervorrief.
Ihre Demut, in der sie sich bis zum Nichts erniedrigte, entzückte ihn; ihre göttliche Reinheit, zog ihn an; ihr lebendiger Glaube und ihre häufigen und liebenden Gebete taten ihm süße Gewalt an.
Die Weisheit wurde durch die liebevollen Bitten überwältigt.
„Wie groß muss die Liebe der Frau gewesen sein,
die den Allmächtigen besiegte!“,
ruft der heilige Augustinus aus.
Es ist überraschend! Die Weisheit, die vom Herzen des Vaters bis in den Schoß der Jungfrau herabsteigen wollte, um sich unter die Lilien der Reinheit zu betten, und die sich in ihr zum Menschen machen und sich ihr vollkommen hingeben wollte, sandte den Erzengel Gabriel zu ihr, um sie zu grüßen, weil er ihr sein Herz geschenkt hatte und darum in ihr Menschengestalt annehmen wollte, wenn sie ihre Zustimmung geben würde.
Der Erzengel erfüllte den Auftrag: Er versicherte, dass Maria in ihrer Mutterschaft Jungfrau bliebe, und erreichte, den Widerstand ihrer tiefen Demut überwindend, die unsagbare Zustimmung ihres Herzens - die die Heiligste Dreifaltigkeit und die Engel und das ganze Universum seit langen Jahrhunderten erwartet hatten - als Maria, vor den Schöpfer hinkniend, antwortete:
„Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe,
wie du es gesagt hast“. (Lk 1,38)
(Art. 108)
Wir stellen fest, dass sich im selben Augenblick, da Maria zustimmte, Mutter Gottes zu werden, mehrere Wunder ereigneten. Der Heilige Geist formte mit dem reinen Blut des Herzens Mariens einen kleinen Leib und bildete ihn vollkommen aus;
Gott erschuf die vollkommenste Seele, die er je erschaffen hatte;
die Ewige Weisheit, der Sohn Gottes, vereinte sich in Einheit der Person mit jenem kleinen Körper und jener Seele.
Da erfüllte sich das größte Wunder des Himmels und der Erde,
das wunderbare Übermaß der Liebe Gottes:
„Und das
Wort ist Fleisch geworden“ (Joh 1,14)
die Inkarnation der ewigen Weisheit. Gott ist Mensch geworden, ohne dabei aufzuhören, Gott zu sein. Und dieser Gott-Mensch heißt
Jesus Christus, das heißt, Retter.
Kontemplation
(Nachfolge Christi, IV/2):
Die unendliche Liebe Gottes
1. Ich verlasse mich auf Deine Güte und auf Deine Barmherzigkeit, o Herr, und komme als ein Kranker zu meinem Arzt und Heiland, als ein Hungriger und Durstiger zur Quelle des Lebens, als ein Bedürftiger zum König des Himmels, als ein Diener zu meinem Herrn, als ein Geschöpf zu meinem Schöpfer, als ein Trostloser zu meinem liebevollen Tröster. Aber woher wird mir diese Gnade zuteil, dass Du zu mir kommst?
Wer bin ich, dass Du Dich selbst mir schenkst?
Wie darf sich ein Sünder getrauen, vor Dir zu erscheinen?
Und wie kannst du dich würdigen, zu einem Sünder zu kommen?
Du kennst ja deinen Diener und weißt, dass er nichts Gutes an sich hat, wodurch er eine solche Gnade verdient.
Ich bekenne also meine Unwürdigkeit, ich erkenne Deine Güte, ich lobe Deine milde Barmherzigkeit und danke Dir wegen deiner übergroßen Liebe.
Denn um Deinetwillen tust Du dieses und nicht wegen meiner Verdienste, damit ich Deine Güte besser erkenne, immer mehr in der Liebe entzündet und nachdrücklicher zur Demut bewogen werde. Weil Dir also dieses wohlgefällig ist, und weil du befohlen hast, dass es so geschehen soll, so nehme auch ich diese Deine
Gnade mit Freuden an. O wenn ich nur nicht mehr so unglückselig wäre, durch meine Sünden ihre Wirkungen zu hindern!
2. O süßester und gütigster Jesus! Welche Ehrfurcht, Danksagung und unaufhörliches Lob ist man Dir nicht schuldig für den Genuss Deines heiligsten Leibes, dessen Würde kein Mensch auf Erden zu erklären vermag?
Was soll ich bei der heiligen Kommunion denken, da ich zu meinem Herrn hinzutrete, welchen ich zwar nicht gebührend ehren kann und doch mit Andacht zu empfangen wünsche?
Ach was kann ich Besseres und Heilsameres denken, als dass ich mich vor Dir gänzlich demütige und Deine unendliche Güte preise und über mich erhöhe? Ich lobe und preise Dich, o mein Gott, in Ewigkeit. Ich verachte mich selbst, und in der Tiefe meiner
Unwürdigkeit unterwerfe ich mich Dir.
3. Du bist der Heilige aller Heiligen, und ich bin voll der Sünden. Du neigest Dich bis zu mir herab, da ich noch nicht einmal würdig bin, meine Augen zu Dir zu erheben.
Du kommst zu mir und willst bei mir sein, Du lädst mich zu Deinem Gastmahle ein. Du willst mir eine himmlische Speise und das Brot der Engel zu essen geben; kein anderes Brot willst Du mir geben als Dich Selbst, jenes lebendige Brot, welches vom Himmel herabgestiegen ist und der Welt das Leben gibt.
4. Sehet, hier ist die Quelle der Liebe! Welche Güte leuchtet aus ihr hervor!
Welch großer Dank und welches Lob gebührt Dir nicht dafür!
O wie heilsam und segensreich war Deine Absicht, als Du dieses Geheimnis eingesetzt hast! Wie lieblich und freudenvoll ist dieses Gastmahl, in welchem Du Dich Selbst zur Speise gibst?
Wie wunderbar sind Deine Werke, o Herr, wie mächtig Deine Kraft, wie unaussprechlich Deine Wahrheit! Denn Du sprachst, und auf Dein Wort stand die ganze Schöpfung da, und auch in diesem Geheimnisse ist geschehen, was Du befohlen hast.
5. Es ist ein großes Wunder, welches allen Glauben verdient, ungeachtet es den menschlichen Verstand weit übersteigt, dass Du, mein Herr und Gott, wahrer Gott und Mensch zugleich, unter den kleinen Gestalten des Brotes und Weines ganz enthalten bist, und ohne verzehrt zu werden als eine Speise von den Menschen
genossen wirst.
Du, o Herr aller Dinge, der Du nichts bedarfst, hast durch dieses Dein Sakrament bei uns, ja sogar in uns wohnen wollen.
Erhalte mein Herz und meinen Leib unbefleckt, damit ich mich stets mit einem freudigen und reinen Gewissen Deinem heiligsten Geheimnisse nähern und jenes himmlische Mahl zu meinem
ewigen Seelenheile oft empfangen kann, welches Du besonders zu Deiner Ehre und zu Deinem ewigen Gedächtnis bestimmt und eingesetzt hast.
6. Freue dich, meine Seele, und danke Gott, dass Er dir in diesem Tränentale ein so vortreffliches Geschenk und einen so köstlichen Trost hinterlassen hat.
Denn sooft du dieses Geheimnis betrachtest und den Leib Jesu Christi empfängst, sooft arbeitest du an dem Werke deiner Erlösung und wirst aller Verdienste Jesu Christi teilhaftig.
Denn die Liebe Jesu Christi wird nie gemindert und der unermessliche Wert Seiner Versöhnung nie erschöpft.
Du musst dich also mit stets wiederholter Erneuerung des
Gemütes darauf vorbereiten und dieses große Geheimnis des Heiles mit höchster Aufmerksamkeit betrachten.
So groß, so neu, so tröstlich soll es dir scheinen, wenn du das heilige Messopfer darbringst oder demselben beiwohnst, als wenn Christus an eben diesem Tage in den Schoß der seligsten Jungfrau herabgestiegen und Mensch geworden wäre, oder am Kreuze hängend für das Heil der Menschen gelitten hätte und gestorben wäre.
Hymnus
(Aus einer antiken östlichen Weihnachtsliturgie)
Ihr Menschenkinder, sprecht ihr wirklich von Gerechtigkeit?
Ihr Bewohner der Erde, urteilt ihr wirklich nach Rechtlichkeit?
Mit unerschütterlichem Glauben bekennen wir den Gott,
der Mensch geworden ist,
und dem eine Jungfrau das Licht geschenkt hat.
Vor aller Zeit hatte ein unermesslicher Vater ihn gezeugt;
nun beten wir den an,
der Fleisch angenommen hat im Schoß einer Jungfrau.
Er ist der Schöpfer aller Dinge und bleibt dennoch unsichtbar
und verschieden von allem Geschaffenen.
Darum lasst uns rufen:
In dir, o Herr, ist die Güte. Ehre sei dir.
O heiliger Gott, du hast dich herabgelassen,
als Kind von einer Jungfrau geboren zu werden.
O heiliger, starker Gott, du wolltest in den Armen der Jungfrau Maria ruhen.
O heiliger, unsterblicher Gott, du bist gekommen, Adam der Hölle zu entreißen.
O unbefleckte Jungfrau, Mutter Gottes, voll der Gnade,
Emanuel, den du getragen hast, ist die Frucht deines Leibes.
Deine Mutterbrust hat alle Menschen genährt.
Über alles Lob und alle Ehre erhaben bist du.
Sei gegrüßt, Mutter Gottes, Glückseligkeit der Engel.
Die Fülle deiner Gnade übersteigt alles,
was die Propheten angekündigt hatten. Der Herr ist mit dir.
Du hast das Licht geschenkt dem Erretter der Welt.
Katechismus
(Art. 463)
Der Glaube an die tatsächliche Menschwerdung des Sohnes Gottes ist das entscheidende Kennzeichen des christlichen Glaubens:
„Daran erkennt ihr den Geist Gottes:
Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen,
ist aus Gott“ (1 Joh 4,2).
Das ist von Anfang an die freudige Überzeugung der Kirche.
Sie besingt „das große Geheimnis der Frömmigkeit“:
„Er wurde offenbart im Fleisch“ (1 Tim 3,16).
Gebet
(Altes syrisches Gebet)
Jesus Christus, der Herrlichkeit strahlendes Zentrum
und Abbild des unsichtbaren Vaters, unseres Gottes,
Verkünder des ewigen Heilsplanes, Fürst des Friedens und Vater
der künftigen Geschlechter.
Um unseretwillen machte er sich einem Sklaven gleich
und nahm Menschengestalt an im Schoß der Jungfrau Maria
ohne Zutun des Menschen; Für uns, in Windeln gewickelt,
in eine Krippe gelegt, von den Hirten angebetet
und von den Engeln bejubelt, die da sangen:
Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Friede und Heil den Menschen. Mach uns würdig, o Herr, das Fest, das den Aufgang deines Lichtes verherrlicht,
Gebet nach Lesung und Betrachtung
Litanei zum heiligsten Herzen Jesu (S. 266)