Zweite Woche TAG 4
Die Mittlerin aller Gnaden

Lesung
(Joh 2,1-9)
Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt,
und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen.
Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm:
Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus erwiderte ihr:
Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.
Er sagte zu ihnen:
Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist.
Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
Botschaft
(San Martino, 8.12.2000)
Singt mit mir das Lied der Freude.
Meine Kinder, durch die unendliche Liebe des Vaters entfalte ich weiterhin in der Kirche und mit der Kirche die mütterliche Aufgabe, wie ich sie gegenüber Jesus, dem Fleisch gewordenen Wort, erfüllt habe.
Ich empfange euch alle, die ihr mir angehört, und zeuge euch zum göttlichen Leben der Gnade, und ich ernähre und versorge euch
in meiner Aufgabe als Mittlerin, indem ich für euch alle Gnaden erlange, die für euren Weg nötig sind.
Meine Lehre möge euer Leben durchdringen, und ihr werdet Lob Gottes sein. Euer Licht leuchte vor den Menschen, damit sie sehen!
Niederstürzen wird die Welt auf die Knie, wenn ihr, die ihr Gott erkennt, seine Werke verkündet.
Meine Kinder, ihr erwartet das Heil, und ich sage euch:
Die Ewigkeit erwartet euch!
Trost und Freude bereitet ihr mir heute, denn viele sind noch in mein Mutterherz aufgenommen.
Empfangt meinen Dank mit meinem Segen für euch und eure Lieben.
Betrachtung
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Verehrung der Heiligen Jungfrau).
Wir brauchen eine Mittlerin bei unserem Mittler Jesus Christus
(Art. 83)
Am vollkommensten ist es, weil es auch am demütigsten ist, sich Gott nicht ohne einen Mittler zu nähern. Da unser Wesen ganz verdorben ist, wie ich eben bewiesen habe, ist es sicher, dass alle unsere Werke befleckt oder von sehr geringem Wert sein werden, wenn wir uns nur auf uns selbst stützen, um zu Gott zu gelangen und ihm zu gefallen. Und sicherlich hat uns Gott nicht ohne Grund Mittler bei seiner Majestät gegeben.
Er sah ja tatsächlich unsere Unwürdigkeit und Unfähigkeit, er hatte Mitleid mit uns, und gab uns mächtige Fürsprecher bei seiner Herrlichkeit, um uns Zugang zu seiner Barmherzigkeit zu gewähren. Darum bedeutet, diese Mittler zu vernachlässigen und uns direkt seiner Heiligkeit anzunähern, sich gegen die Demut und gegen die Ehrerbietung gegenüber dem so hohen und so heiligen Gott zu verfehlen; bedeutet, diesen König der Könige geringer als einen irdischen König oder Fürsten einzuschätzen, dem wir uns sicherlich nicht ohne einen Freund nähern würden, der für uns Fürsprache einlegt.
(Art. 84)
Unser Heiland ist unser Anwalt und der Mittler der Erlösung bei Gott Vater (1 Joh 2,1; 1 Tim 2,5).
Durch ihn müssen wir mit der ganzen triumphierenden und streitenden Kirche unsere Gebete darbringen. Durch ihn haben wir Zugang bei seiner göttlichen Majestät und niemals dürfen wir anders vor Gott erscheinen als auf ihn gestützt und bekleidet mit seinen Verdiensten, vergleichbar dem kleinen Jakob, der mit dem Ziegenfell bekleidet vor seinem Vater Isaak erschien, um seinen Segen zu erhalten (Eph 2,18; Röm 5,2; 13,14).
(Art. 85)
Aber bedürfen wir denn nicht auch eines Mittlers bei unserem Mittler selbst? Ist unsere Reinheit so groß, dass wir uns allein unmittelbar mit ihm verbinden können? Ist er nicht Gott, in allem dem Vater gleich, und ist er darum nicht der Heilige der Heiligen, derselben Ehrfurcht würdig wie der Vater? Und wenn er sich aus unendlichem Mitleid zu unserem Bürgen und Mittler bei Gott gemacht hat, darf das bedeuten, dass wir deshalb weniger Achtung und Ehrfurcht vor seiner Majestät und Heiligkeit haben?
Lasst uns daher kühn mit dem heiligen Bernhard sagen, dass wir einen Mittler bei unserem Mittler selbst brauchen, und dass die wunderbare Jungfrau Maria am geeignetsten dafür ist, diesen Liebesdienst zu erfüllen. Durch sie ist Jesus zu uns gekommen, und durch sie müssen wir zu ihm gelangen. Wenn wir uns scheuen, direkt zu Jesus Christus, direkt zu Gott zu gehen, auf Grund seiner unendlichen Größe und unserer Armseligkeit, so flehen wir vertrauensvoll die Hilfe Mariens herab, der guten und zärtlichen Mutter. Nichts an ihr ist streng und abweisend, nichts zu erhaben, nichts zu strahlend. Wenn wir auf sie blicken, sehen wir unsere reine Natur.
Sie ist nicht die Sonne, die uns blendet, sondern schön und sanft wie der Mond, der sein Licht von der göttlichen Sonne empfängt, und es uns gemäß unseren Fähigkeiten weitergibt.
Sie ist so liebevoll, dass sie niemanden zurückweist, der sich an sie um ihre Fürsprache wendet. Denn wie die Heiligen sagen, ist es niemals gehört worden, dass sie jemanden abgewiesen hätte, der mit Vertrauen und Beharrlichkeit bei der Heiligsten Jungfrau seine Zuflucht genommen hat.
Sie ist so mächtig, dass ihre Bitten niemals unerfüllt geblieben sind.
Jedes Mal tritt die Heilige Jungfrau vor ihren göttlichen Sohn und, was immer ihre Bitte ist, wird sofort erhört, denn ungeheuer groß ist die Liebesverbindung des Herzens dieser Mutter mit jenem des Sohnes.
(Art. 86)
All dies ist den Schriften des heiligen Bernhard und des heiligen Bonaventura entnommen, die behaupten, dass wir über drei Stufen zu Gott aufsteigen müssen.
Die erste Stufe, die uns am nächsten ist und unseren Fähigkeiten am meisten entspricht, ist Maria; die zweite ist Jesus Christus, und die dritte Gott Vater. Wir müssen also, um zu Jesus zu gehen, uns an Maria wenden, unsere Mittlerin der Fürbitte, und um zum Ewigen Vater zu gelangen, an Jesus, unseren Mittler der Erlösung...
Kontemplation
Hymnus: (Teodekno von Livia, verst. 650)
Freuen wir uns mit der Mutter Gottes, vereinigen wir uns mit dem Chor der Engel und feiern wir dieses Fest der Feste:
die Aufnahme der allzeit Jungfräulichen in den Himmel.
Auf Erden war sie Schatz und Vorbild der Jungfrauen;
im Himmel ist sie Fürsprecherin für alle.
Die Auserwählte Gottes erwirkt uns die Gaben des Geistes
und lehrt uns Weisheit mit ihrem Wort.
Unsere Welt, die allzeit jungfräuliche Mutter Gottes, ist erblüht.
Auf Erden wachte sie über alle:
wie eine universale Vorsehung für alle Gläubigen.
In den Himmel aufgenommen, wurde sie durch ihre Fürbitte für uns
zur sicheren Zuflucht für das Menschengeschlecht bei ihrem Sohn und bei Gott.
MAGNIFIKAT (Lk 1,46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Katechismus
(Art. 968)
„Sie hat beim Werk des Erlösers in ganz einzigartiger Weise in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe mitgewirkt, das übernatürliche Leben der Seelen wiederherzustellen. Deswegen ist sie uns in der Ordnung der Gnade Mutter.“ (LG 61)
(Art. 969)
„Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenökonomie dauert unaufhörlich fort, von der Zustimmung an, die sie bei der Verkündigung gläubig gewährte und an der sie unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur immerwährenden Vollendung aller Auserwählten. Denn nach ihrer Aufnahme in die Himmel hat sie diese heilbringende Aufgabe nicht niedergelegt, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu verschaffen ... Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter den Titeln der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen.“ (LG 62)
Gebet
(Johannes XXIII, Brevier, S. 144)
O Maria!
Von den ersten Regungen meines Lebens an trage ich deinen Namen auf meinen Lippen und in meinem Herzen.
Von meiner frühesten Kindheit an habe ich gelernt, dich wie eine Mutter zu lieben, dich in allen Gefahren anzurufen, und auf deine Fürsprache zu vertrauen.
Du liest in meinem Geist die große Sehnsucht, die Wahrheit zu ergründen, die Tugend zu üben, weise und gerecht, stark und geduldigund ein Bruder für alle zu sein.
O Maria! Stütze meinen Vorsatz, als ein gläubiger Jünger Jesu zu leben, um die christliche Gesellschaft aufzubauen, zur Freude der Katholischen Kirche.
Dich, o Mutter, grüße ich am Morgen und am Abend;
meinen Weg entlang rufe ich immer zu dir; von dir erwarte ich Erleuchtung und Trost, um die heiligen Dienste meiner irdischen Berufung zu krönen, Gott Ehre zu erweisen und das ewige Heil zu erreichen.
O Maria! Wie du in Bethlehem und auf Golgatha, so will auch ich immer an der Seite Jesu sein. Er ist der unsterbliche König aller Zeiten und Völker. Amen.