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Tag 7: GOTTESFURCHT

Das Bewusstsein Seiner Gegenwart

18

„Wenn die Seele es erreicht, den Geist der Furcht des Herrn in Vollkommenheit zu besitzen, dann besitzt sie auch den Geist der Liebe in Vollkommenheit, denn jene Furcht ist die Furcht des Sohnes, und die vollkommene Furcht des Sohnes geht hervor aus der vollkommenen Liebe des Sohnes zum Vater.” (Hl. Johannes vom Kreuz)



GEBET ZUR VORBEREITUNNG



Lesung

(Sir 1,11-20; 2,10-11.15-18)


Die Gottesfurcht ist Ruhm und Ehre, Hoheit ist sie und eine prächtige Krone. Die Gottesfurcht macht das Herz froh, sie gibt Freude, Frohsinn und langes Leben.  Dem Gottesfürchtigen geht es am Ende gut, am Tag seines Todes wird er gepriesen. 


Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, den Glaubenden ist sie angeboren. 

Bei den Frommen hat sie einen dauern den Wohnsitz, und bei ihren Nachkommen wird sie bleiben.

Fülle der Weisheit ist die Gottesfurcht, sie labt die Menschen mit ihren Früchten. Ihr ganzes Haus füllt sie mit Schätzen an, die Speicher mit ihren Gütern.

Krone der Weisheit ist die Gottesfurcht, sie lässt Heil und Gesundheit sprossen. Verständnis und weise Einsicht gießt sie aus, sie erhöht den

Ruhm aller, die an ihr festhalten.

Wurzel der Weisheit ist die Gottesfurcht, ihre Zweige sind langes Leben.


Schaut auf die früheren Generationen und seht: 

Wer hat auf den Herrn vertraut und ist dabei zuschanden geworden?

Wer hofft auf ihn und wurde verlassen? Wer rief ihn an, und er erhörte ihn nicht? 


Denn gnädig und barmherzig ist der Herr; er vergibt die Sünden und hilft zur Zeit der Not.


Wer den Herrn fürchtet, ist nicht ungehorsam gegen sein Wort, 

wer ihn liebt, hält seine Wege ein.

Wer den Herrn fürchtet, sucht ihm zu gefallen, wer ihn liebt, ist erfüllt von seinem Gesetz. 

Wer den Herrn fürchtet, macht sein Herz bereit und demütigt sich vor ihm. Besser ist es, in die Hände des Herrn zu fallen als in die Hände der Menschen. Denn wie seine Größe, so ist sein Erbarmen, und wie sein Name, so sind auch seine Werke.


Botschaft

(S. Martino, 24.4.1986)


Preisen wir gemeinsam den Vater.

Meine Kinder, wisst, Gott in allen Dingen 

auf den ersten Platz zu setzen, 

bei jedem eurer Gedanken.

In jeder Tätigkeit sei Gott, Er sei in eurem gesamten Leben.

Nur so werdet ihr verwirklichen, was euch zu tun aufgetragen ist.

Nur so werdet ihr den Weg der Heiligung finden.

Vor jedem eurer Worte sei das Hören!

Er wird zu euch sprechen.

Große Dinge erwarten euch, meine Kinder, wenn ihr auf mich hören werdet. Ich segne euch.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Brief an die Freunde des Kreuzes)


Jedes Kreuz ertragen


(Art. 55)

Der Blick Gottes


Betrachtet den Blick Gottes, der wie ein großer Herrscher von der Höhe eines Turmes seinen Soldaten mit einem Ausdruck von Genugtuung und Anerkennung für ihren Mut zusieht, wie sie sich in das Kampfgetümmel stürzen. 


Was sieht Gott auf der Welt? 

Vielleicht die Könige und Herrscher auf ihren Thronen? 


Häufig blickt er mit Verachtung auf sie. 

Oder sieht er vielleicht die großen nationalen Siege, oder blickt er auf die Edelsteine, auf Dinge, die in der Wertschätzung der Menschen als groß gelten? 


„Was die Menschen für großartig halten, ist in den Augen Gottes ein Gräuel“ (Lk 16,15). 


Worüber also freut sich Gott, und worüber will er Nachrichten von den Engeln wie auch von den Dämonen? 


Siehe, über den Mann, der um der Sache Gottes willen gegen sein Schicksal kämpft, gegen die Welt, gegen die Hölle und sich selbst. Über den Mann, der freudig das eigene Kreuz trägt.

„Hast du nicht das große Wunder gesehen, das der ganze Himmel bewundernd betrachtet?“, fragt der Herr den Satan. „Hast du auf meinen Knecht Ijob geachtet“ (Ijob 2,3), der aus Liebe zu mir leidet?“


(Art. 56)

Die Hand Gottes


Betrachtet die Hand dieses Gewaltigen. Sie erlaubt jedes natürliche Unglück, das uns trifft, vom größten bis zum kleinsten. Die gleiche Hand, die ein Heer von hunderttausend Mann schlug und zu Boden zwang (2 Kön 19,35), sie lässt jetzt das Blatt vom Baum und das Haar von eurem Haupt fallen. 


Die Hand, die Ijob so hart schlug, jetzt behandelt sie euch so sanft mit dem kleinen Übel, das sie euch sendet. Es ist die gleiche Hand Gottes, die den Tag und die Nacht, die Sonne und die Finsternis, das Gute und das Böse bildet, und die ganz ohne jegliche Bosheit erlaubt, dass eine sündige Tat euch bedrückt. Wenn es dir also widerfahren sollte, wie dem König David (2 Sam 16,5-14), dass du dich einem Schimi gegenüber siehst, der gegen dich Verwünschungen und Steine schleudert, dann denke: 


„Ich werde mich nicht rächen. Ich lasse das auf sich beruhen, denn der Herr hat ihm befohlen, so zu handeln. Ich weiß, dass ich jede Art von Beschimpfung verdient habe, und Gott bestraft mich gerechterweise. 


Halte still, mein Arm, sei ruhig, meine Züge, kämpfe nicht, schlage nicht zurück und sage kein Wort. Dieser Mann oder diese Frau, die mich beleidigen oder mich schmähen, sind Botschafter der Barmherzigkeit Gottes, die sich auf freundschaftliche Art rächt. Ich werde seine Gerechtigkeit nicht stören, indem ich mir das Recht sei-

ner Rache anmaße, und ich werde die Barmherzigkeit nicht

entwerten, indem ich ihren liebevollen Geißelhieben Widerstand entgegensetze mit dem Risiko, an die nackte und rohe Gerechtigkeit der Ewigkeit verwiesen zu werden.


Gebt acht! Mit einer unendlich mächtigen und aufmerksamen Hand schützt euch Gott, während er euch mit der anderen schlägt. 

Mit einer Hand züchtigt er, mit der anderen belebt er, er schlägt und richtet auf, und seine Arme reichen mit Zartheit und Kraft vom Beginn bis zum Ende eurer Existenz. 


Mit Zartheit (Weish 8,1), denn sie erlaubt nicht, dass ihr über eure Möglichkeiten hinaus versucht und betrübt werdet; mit Kraft, denn sie gewährt euch eine wirksame Gnade, die der Gewalt und der Dauer der Versuchung oder Betrübnis entspricht. 


Mit Kraft auch, denn er wird euch „zum sichern Halt angesichts des Abgrundes, der sich vor euch auftut; zur Begleitung auf der Straße, auf der ihr euch verlaufen könntet; zum Schatten in der Hitze, die euch versengt; zum Schutz gegen den Regen, der euch durchnässt und die Kälte, die euch erstarren lässt; zur Ruhe in der Erschöpfung,

die euch niederdrückt; zur Hilfe in den Unglücksfällen, die euch widerfahren; zur Stütze auf steilem Pfad und zum Hafen in den Ungewittern, die drohen, euch zerschellen und kentern zu lassen“ (Römisches Brevier, Itinerarium).


Kontemplation

(Nachfolge Christi, III, 36)


Wider die nichtigen Urteile der Menschen


1. Mein Sohn! Setze dein ganzes Vertrauen unbeweglich auf den Herrn, und fürchte die Urteile der Menschen nicht, wenn du nach dem Zeugnisse deines Gewissens unsträflich und schuldfrei bist. 


Auf diese Weise leiden ist gut und wird einem demütigen Herzen, das mehr auf Gott, als auf sich selbst vertraut, nicht schwer fallen.

Viele Leute reden vieles, und deswegen muss man nicht leicht glauben. Es ist aber auch nicht möglich, allen Genüge zu leisten. Obwohl sich der hl. Paulus Mühe gab, allen in dem Herrn zu gefallen, und obwohl er allen Alles geworden ist, achtete er es doch sehr wenig, dass er von den Menschen beurteilt wurde.


2. Dieser heilige Apostel hat zur Erbauung anderer und für ihr Heil genug gearbeitet, indem er alle seine Kräfte und alle mögliche Mühe darauf verwendet hat, aber dessen ungeachtet konnte er doch nicht hindern, dass er nicht bisweilen von anderen gerichtet und getadelt wurde. 


Deswegen überließ er alles Gott, dem alles bekannt war, und verteidigte sich nur mit Geduld und Demut wider jene boshaften Menschen, welche böse von ihm redeten, ungegründet und irrig von ihm dachten und nachihrem Mutwillen allerlei lügenhafte Sagen wider ihn ausstreuten. Bisweilen antwortete er doch auf derlei Verleumdungen, damit den Schwachen durch sein Stillschweigen kein Ärgernis gegeben werde.


3. Wer bist du, dass du dich vor einem sterblichen Menschen fürchtest? 


Heute ist er, und morgen erscheint er nicht mehr. Fürchte Gott, und die Menschen werden dir keinen Schrecken einjagen. Was vermag ein Mensch wider dich mit Worten oder Unrecht? 


Er schadet vielmehr sich selbst als dir, und wer es auch immer sein mag, so wird er dem Urteile Gottes nicht entfliehen. Habe Gott vor Augen und beklage dich nicht so sehr. 

Wenn es schon jetzt das Ansehen hat als unterliegest und leidest du eine unverdiente Schmach, so musst du deswegen doch nicht unwillig werden und deinen Lohn nicht durch Ungeduld verringern, sondern vielmehr deine Augen zu Mir in den Himmel erheben. Ich bin mächtig genug, dich aller Beschämung und allen Unrechts zu entreißen und jedem nach seinen Werken zu vergelten.


(Psalm 34)

Ich will denn Herrn alle Zeit preisen;

Immer sei sein Lob in meinem Mund.

Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.

Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, Er hat mich all meinen Ängsten entrissen. Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,

und ihr braucht nicht zu erröten.

Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.

Er half ihm aus all seinen Nöten. 

Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,

und er befreit sie. Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;

wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; 

denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel. 

Reiche müssen darben und hungern; wer aber den Herrn sucht,

braucht kein Gut zu entbehren. 

Kommt, ihr Kinder, hört mir zu!

Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen.

Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht? 

Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede!

Meide das Böse, und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach!


Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten, seine Ohren hören ihr Schreien. Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen,

um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.

Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; 

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind. Der Gerechte muss viel leiden, doch allem wird der Herr ihn entreißen.

Er behütet all seine Glieder, nicht eines von ihnen wird zerbrochen.

Den Frevler wird seine Bosheit töten; wer den Gerechten hasst, muss es büßen. Der Herr erlöst seine Knechte; straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet.


Katechismus

(Art. 2090)


Wenn Gott sich offenbart und den Menschen anruft,  vermag dieser der göttlichen Liebe nicht aus eigener Kraft zu entsprechen. Er muss hoffen, dass Gott ihm die Fähigkeit schenken wird, seine Liebe zu erwidern und den Geboten der Liebe entsprechend zu handeln. 

Die Hoffnung ist die vertrauensvolle Erwartung des göttlichen Segens und der beseligenden Gottesschau; sie ist auch mit der Befürchtung

verbunden, gegen die Liebe Gottes zu verstoßen und sich strafbar zu machen.


(Art. 2144)

In der Ehrfurcht vor dem Namen Gottes äußert sich die Ehrfurcht, die man dem Mysterium Gottes selbst und allem Heiligen schuldet. 

Der Sinn für das Heilige gehört zur Tugend der Gottesverehrung. „Sind Scheu und Ehrfurcht christliche Gefühle oder nicht? 


Niemand kann vernünftiger weise daran zweifeln. Es sind Gefühle, die wir - und zwar ganz intensiv - hätten, wenn wir den erhabenen Gott schauten. Es sind tatsächlich die Gefühle, die wir haben sollten,

wenn wir uns seiner Gegenwart bewusst werden. 


In dem Maß, als wir glauben, dass er zugegen ist, müssen wir sie

haben. Sie nicht haben, heißt, sich nicht bewusst sein, nicht glauben, dass er zugegen ist.” (J.H. Newman, par. 5,2)


Gebet

(Hl. Theresia von Jesus)


Obgleich du uns, o Herr, mit vielen Gnaden und mit großen Beweisen deiner Liebe zu Hilfe kommst, dürfen wir uns doch niemals so sicher fühlen, dass wir keine Rückschläge mehr fürchten müssten. 


Was können wir daher anderes tun als unsere Zuflucht zu dir zu nehmen und dich anzuflehen, dass unsere Feinde uns nicht in Versuchung ziehen mögen?


Würden sie uns offen angreifen, dann könnten wir uns mit deiner Hilfe leicht von ihnen befreien. Wie aber sollen wir ihre Hinterhalte aufdecken? Oh, mein Gott, wie nötig haben wir deine Hilfe! 


Herr, gib uns ein Wort, das uns Licht und Sicherheit bringt. 

Gewähre uns die Gnade, du unser guter Meister und Lehrer, uns irgendeine Abhilfe zu zeigen, damit wir uns vor den Angriffen dieses so gefährlichen Krieges in Sicherheit bringen können! 


Siehe, dies ist die Abhilfe, die du selbst uns gelehrt hast: 

Liebe und Furcht. 


Während die Liebe unseren Schritt beschleunigt, leitet uns die Furcht an, zu sehen, wohin wir den Fuß setzen müssen, um nicht zu Fall zu kommen.



Litanei zum Heiligen Geist

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