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Tag 6: ARMUT IM GEISTE

Das geistige Kindsein

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„Wer menschliche Achtung und Wertschätzung für sich beansprucht, wer dem eigenen Willen verhaftet ist, den eigenen Ideen anhängt oder die eigene Unabhängigkeit zu sehr liebt, wer in Gott Wohlgeschmack und geistige Tröstungen sucht, der ist nicht arm im Geiste, sondern reich im Besitz seiner selbst.“ (Intimità divina)


GEBET ZUR VORBEREITUNNG


Lesung

(1 Kor 1,20-30)


Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortführer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt?


Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. 


Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: 

für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen. 


Seht doch auf eure Berufung, Brüder! 

Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein

Mensch sich rühmen kann vor Gott.


(Jer 17,5-10)

Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. 

Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt:

Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte. 

Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich.

Wer kann es ergründen?

Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht seiner Taten.


Botschaft

(San Martino, 1.11.1998)


Lobpreisen wir gemeinsam den Vater.

Meine Kinder, diese meine Worte sind für diese Stunde, für diesen Tag:  Sie sind für jene, die meinem Werk dienen möchten.

Sie sollen eurer Heiligung helfen. 


Sie sind für die einfachen Seelen, die offen sind für alle Erfordernisse der Liebe;

für die Seelen, die vor Gott arm sind und glauben, aller Gnaden bedürftig zu sein;

für die demütigen Seelen, die immer bereit sind, in die Abgründe des eigenen Elends und das der anderen hinabzusteigen:

für die verinnerlichten Seelen, die alle Oberflächlichkeit, jeden Kompromiss mit sich und der Welt zurückweisen;

für die Seelen, die sich einsetzen auf dem ernsthaften Weg des Glaubens und der Heiligkeit, um Gott die höchste Ehre zu erweisen

und dem Nächsten die größte brüderliche Hilfe zu gewähren;

für jene, die mein Werk als ihre Familie betrachten.


Für alle diese gelten meine Worte an diesem Tag der Herrlichkeit.

Ich ermutige euch, liebe Kinder, auch in Schwierigkeiten weiterzumachen, damit mein Werk hervortrete und zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit werde, in einer Welt, die zum Sumpf der Bosheit geworden ist. 

Alle, die auf mich hören, werden zur Heiligkeit gelangen.

Ich segne euch.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Verehrung der Heiligen Jungfrau)


(Art. 73)

Wir müssen Jesus Christus angehören und ihm dienen, nicht nur wie besoldete Diener, sondern wie Sklaven aus Liebe zu ihm, die sich aus ihrer großen Liebe heraus ihm schenken und sich seinem Dienst als Sklaven weihen, einzig um der Ehre willen, ihm anzugehören. 


Vor der Taufe waren wir Sklaven des Dämons; die Taufe hat uns zu Sklaven Jesu Christi gemacht. Die Christen können nichts anderes

als Eigentum des Dämons oder Eigentum Christi sein.


(Art. 74)

Was ich in absoluter Weise von Jesus Christus sage, das sage ich in relativer Weise auch von der Heiligen Jungfrau, der Jesus Christus, da er sie zur unzertrennlichen Gefährtin seines Lebens, seines Todes, seiner Herrlichkeit und seiner Macht im Himmel und auf Erden erwählt hatte, in Bezug auf seine Erhabenheit die gleichen Rechte und Privilegien der Gnade nach verliehen hat, die er der Natur nach

besitzt. 


Die Heiligen sagen: 

„Alles, was Gott von Natur aus zukommt, kommt Maria aus Gnade zu", 

so dass nach ihrer Meinung beide den gleichen Willen und die gleiche Macht haben, sowie die gleichen Untergebenen, Diener und Sklaven.


(Art. 75)

Nach dem, was die Heiligen und viele außergewöhnliche Menschen empfinden, ist es also möglich, sich aus Liebe ganz zum Sklaven der Heiligen Jungfrau zu machen, um dadurch Jesus Christus vollkommener anzugehören. 

Maria ist das Mittel, dessen sich unser Herr Jesus Christus bediente, um zu uns zu kommen, und sie ist zugleich auch das Mittel, dessen wir uns bedienen müssen, um zu ihm zu gelangen, denn sie ist nicht wie die anderen Kreaturen, die uns eher von Gott entfernen als uns ihm annähern, wenn wir ihnen in Liebe zugetan sind. Maria wünscht nichts sehnlicher, als uns mit ihrem Sohn Jesus Christus zu vereinen; und der Sohn wünscht nichts sehnlicher, als dass wir durch seine heilige Mutter zu ihm kommen.


So ehren und erfreuen wir ihn, wie man einen König ehrt und erfreut, wenn man sich, um ihm vollkommener untertan zu sein, der Königin unterwirft. Darum lehren die heiligen Kirchenväter und der heilige Bonaventura, dass Maria der Weg ist, auf dem man zu unserem Herrn geht: „Die Annäherung an sie ist der Weg, um zu Christus zu gelangen."


Kontemplation

(Nachfolge Christi, III/43)


Warnung vor der eitlen, zeitlichen Wissenschaft


1. Mein Sohn! Lass dich von den zierlichen und spitzfindigen Reden der Menschen nicht betören, denn das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft. 


Merke auf Meine Worte, welche das Herz entzünden und den Verstand erleuchten, zur Reue bewegen und vielfältigen Trost bringen. Lies nie auch nur ein einziges Wort bloß darum, damit du für gelehrter oder weiser gehalten wirst. Übe dich in der Abtötung und bestrebe dich, deine sündhaften Gewohnheiten auszurotten, denn diese wird dir viel nützlicher sein, als wenn du viele schweren Fragen zu beantworten wüsstest.


2. Nachdem du vieles gelesen und gelernt hast, musst du doch immer wieder auf den nämlichen Ursprung zurückkehren. 


Ich lehre die Menschen Wissenschaft und gebe den Kleinen eine viel deutlichere und hellere Kenntnis als ihnen von den Menschen beigebracht werden könnte. Zu welchem Ich rede, der wird bald weise sein und große geistige Fortschritte machen. 


Wehe denen, welche sich um viele unnütze Dinge aus Vorwitz bei den Menschen erkundigen und dagegen wenig besorgt sind, wie sie Mir

dienen sollen. Es wird eine Zeit kommen, wo Christus, der Lehrmeister aller Lehrmeister, der Herr der Engel erscheinen wird, um zu vernehmen, was jeder gelernt hat, das ist, um das Gewissen eines jeden zu prüfen. 

Und da wird Er Jerusalem mit hellem Lichte durchsuchen; was in Finsternissen verborgen lag, wird an den Tag kommen, und alle Beredsamkeit wird dann verstummen.


3. Eine demütige Seele erleuchte Ich in einem Augenblicke so vollkommen, dass sie von den ewigen Wahrheiten mehr versteht, als wenn sie sich zehn Jahre in den Schulen auf die Wissenschaften verlegt hätte. 


Ich lehre ohne Geräusch der Worte, ohne Verwirrung der Meinungen, ohne Stolz und Ehrgeiz, ohne Zank und Wortwechsel. Ich lehre das Irdische verachten, Ekel an dem Gegenwärtigen haben, das Ewige suche, an dem Unvergänglichen Vergnügen finden, die Ehren fliehen, die Ärgernisse geduldig ertragen, alle Hoffnung auf Mich setzen, außer Mir nichts verlangen, und Mich inbrünstig über alles lieben.



4. Wer Mich innig liebt, der wird göttliche Geheimnisse erfahren und wunderbare Dinge reden. 


Er wird einen besseren Fortgang machen, wenn er allem Irdischen entsagt, als wenn er sich mit leeren Spitzfindigkeiten beschäftigt. Zu einigen rede Ich Allgemeines, zu anderen Besonderes; einige erquicke Ich, da Ich ihnen in Zeichen und Bildern erscheine, anderen aber offenbare Ich Geheimnisse in hellem Lichte. 

Nur eine Stimme redet in den Büchern, aber sie unterrichtet nicht alle auf gleich Weise, weil Ich innerlich die Wahrheit lehre, das Herz erforsche, die Gedanken einsehe, die guten Werke befördere, und allen Meine Gnaden so austeile, wie Ich es für billig erachte.


(Psalm 103)

Lobe den Herrn, meine Seele,

und alles in mir seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir all deine Schuld vergibt

und all deine Gebrechen heilt, 

der dein Leben vor dem Untergang rettet

und dich mit Huld und Erbarmen krönt,

der dich dein Leben lang mit seinen Gaben sättigt;

wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert.

Der Herr vollbringt Taten des Heiles, 

Recht verschafft er allen Bedrängten:

Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israels seine Werke.

Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte.

Er wird nicht immer zürnen, nicht ewig im Groll verharren.

Er handelt an uns nicht nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Schuld. 

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten. So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns.

Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten.

Denn er weiß, was wir für Gebilde sind:  er denkt daran: 

Wir sind nur Staub. Des Menschen Tage sind wie Gras, er blüht wie die Blume des Feldes.

Fährt der Wind darüber, ist sie dahin; 

der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr.

Doch die Huld des Herrn währt immer und ewig für alle, die ihn fürchten und ehren;

sein Heil erfahren noch Kinder und Enkel; 

alle, die seinen Bund bewahren, an seine Gebote denken und danach handeln. 

Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine königliche Macht beherrscht das All. Lobt den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken, seinen Worten gehorsam!

Lobt den Herrn, all seine Scharen, seine Diener, die seinen Willen vollziehen! Lobt den Herrn, all seine Werke, an jedem Ort seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele!


Katechismus

(Art. 2546)


„Selig, die arm sind im Geiste“ (Mt 5,3)


Die Seligpreisungen offenbaren eine Ordnung der Freude und der Gnade, der Schönheit und des Friedens. Jesus preist die Freude der Armen, denen das Reich Gottes schon gehört. 

Das Wort (das heißt Christus) bezeichnet als ‘Armut im Geiste’ die willige Demut und Entsagung eines menschlichen Geistes, und der Apostel stellt uns die Armut Gottes als Beispiel hin, wenn er sagt: 

‘Er ist unseretwegen arm geworden’ (2 Kor 8,9)” (Gregor von Nyssa).


(Art. 2547)

Der Herr beklagt die Reichen, weil sie im Überfluss der Güter ihren Trost finden. „Der Stolze strebt nach irdischer Macht, während der Arme im Geist nach dem Himmelreich sucht” (hl. Augustinus, serm. Dom. 1, 1, 3). 

Wer sich auf die Vorsehung des himmlischen Vaters verlässt, wird von unruhiger Sorge um seine Zukunft befreit. Das Vertrauen auf

Gott ist eine Vorbereitung auf die Seligkeit der Armen. Sie werden Gott schauen.


Gebet

(Hl. Augustinus)


O Herr, wenn ich über mich selbst nachdenke:

Was habe ich Sünder verdient?

Ich, dein Verächter?

Nichts als Strafe, nichts als ewige Pein erscheint da vor meinem Geist.

Klar erkenne ich alles, was meine Pflicht gewesen wäre, und alles, was du mir gegeben hast, alles, was du mir geschenkt hast.

Mir Sünder wurde Verzeihung gewährt, Rechtfertigung zugestanden,

mir wurde die Liebe geschenkt, die göttliche Liebe,

um damit alle guten Werke zu vollbringen.


Und zuletzt noch wirst du mir das ewige Leben schenken,

die Gesellschaft der Engel.

Und dies alles nur aus Barmherzigkeit!

Dass ich mich nie meiner Verdienste rühmen möge,

denn meine Verdienste sind nichts als deine Geschenke!

Mein Gott, du meine Barmherzigkeit!

Gewähre mir, dass ich tief in mein Herz hinabsteige 

und vor dir bekenne:

Nichts ist an mir, das dir gefallen könnte, 

außer dem, das ich von dir habe.

Alles, was aus mir ist, muss dir missfallen.

Denk ich an alles, was ich besitze, - was davon war nicht geschenkt?

Und wenn es mir geschenkt worden war, wie könnte ich mich seiner rühmen, als wäre es kein Geschenk gewesen?...

Weder war ich aus mir selbst zu etwas anderem fähig, als mich zu verlieren, noch wäre ich jetzt in der Lage, dich zu finden, würdest nicht du, der du mich geschaffen hast, kommen, um mich zu suchen!


(Hl. Angela di Foligno, Il libro, II/138-140)

O Jesus, deine erste Begleiterin auf Erden war die Armut,

die freiwillige, andauernde, vollkommene und äußerste Armut.

Dein Wille war es, an allen zeitlichen Dingen arm zu sein.

Von den Dingen dieser Welt hast du nichts empfangen wollen

als den äußersten Mangel, nur Not, Hunger und Durst, Kälte und Hitze, Anstrengung, Härte und Strenge.


Du wolltest arm sein, in der Familie, 

arm an Freunden und an jeglicher zeitlicher Liebe.

Schließlich hast du dich noch deiner selbst entkleidet.

Du hast dich arm gemacht in deiner Macht und Weisheit,

in deiner Herrlichkeit.


Eingeborener und Mensch gewordener Gott!

Fleischgewordener und dem Leiden unterworfener Gott!

Du hast dich zeigen wollen und in dieser Welt leben wollen

als ein armer Mensch, ohne Macht, gescheitert und erniedrigt,

ohne Herrlichkeit und ohne jede menschliche Weisheit.

O verachtete Armut!

O Armut, die du in dieser Welt verbannt bist von den Menschen jeden Standes! Wo findet sich ein Geschöpf, das sich einer so vollkommenen Gesellschaft rühmen könnte wie der deinen?

Selig die Kreatur, die sich in ihrer Buße zu dir emporschwingen kann, zu dir, o Christus, der du die Armut auf dich genommen hast als ein Mittel zu unserer Unterweisung.



Litanei zum Heiligen Geist

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