top of page
< Back

Tag 4: DEMUT

Verzicht auf Ruhm und menschliche Macht

0v

Die Heilige Jungfrau Maria ist das Modell der Demut. 

In ihrem Haus, im Haus der Demut, wollte Jesus wohnen, und auch wir wollen dort wohnen.


GEBET ZUR VORBEREITUNNG


Lesung

(Mt 11,25-30)


In jener Zeit sprach Jesus: 

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. 

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch

und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; 

so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.


(Phil 2,5-11;3,7-8)

Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.

 

Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. 

Darum hat Gott ihn erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ - zur Ehre Gottes des Vaters. Doch was mir damals ein Gewinn war, das habe ich um Christi willen als Verlust erkannt. Ja noch mehr: ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. 

Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte alles für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein.


Botschaften

(S. Martino, 12.6.1986)


Preisen wir den Herrn.

Meine Kinder, ich bitte euch, demütig zu sein.

Wenn ihr betet, seid wie die Kinder.

Vernichtet in euch jede Größe, löscht euer Ich aus!

Dann wird das Gebet wirksam sein, und wenn ihr bittet, werdet ihr erhört werden, und der Vater wird euch groß machen.

Ich will euch führen, meine Kinder; lasst euch führen. Ich segne euch.


(S. Martino, 8.7.1992)

Lobpreisen und verherrlichen wir den Vater.

Meine Kinder, jeder meiner Wünsche kann sich verwirklichen

durch eure Demut, durch die Demut des Volkes Gottes.

Die Familien werden sich retten durch das Gebet und die Demut.

Jeder Mensch wird durch die Verdemütigung Rettung finden;

die gesamte Welt wird gerettet werden durch einen Akt der Demut.

Hört auf mich, liebe Kinder. Ich segne euch alle.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Verehrung der Heiligsten Jungfrau)


(Art. 198)

Ihre wahren Verehrer sind der Heiligen Jungfrau untergeben und gehorsam, nach dem Vorbild Jesu Christi, der von den dreiunddreißig Jahren seines irdischen Lebens dreißig dazu 

verwandte, Gott Vater durch vollkommene und uneingeschränkte Unterwerfung unter seine heiligste Mutter zu verherrlichen. 


Sie gehorchen ihr und folgen genau ihren Ratschlägen, so wie der junge Jakob, zu dem Rebekka sprach: 

„Höre genau zu, mein Sohn, was ich dir auftrage“ (Gen 27,8); 

oder wie die Gäste auf der Hochzeit zu Kana, zu denen die Gottesmutter sprach: „Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5). 


Jakob empfing als Lohn für den Gehorsam gegenüber seiner Mutter wie durch ein Wunder den Segen, den er natürlicherweise nicht empfangen sollte. Die Hochzeitsgäste zu Kana, wurden, weil sie den Rat der Heiligen Jungfrau befolgt hatten, durch das erste Wunder Jesu geehrt, der auf die Bitte seiner Mutter das Wasser in Wein ver-

wandelte. 


So werden auch bis zum Ende der Welt alle jene, die den Segen des Himmlischen Vaters empfangen und der Wunder Gottes gewürdigt werden, diese Gnaden nur für ihren vollkommenen Gehorsam gegenüber Maria erhalten. Alle Esaus hingegen verlieren ihren Segen, weil sie der Mutter, weil sie Maria nicht untertan sind.


(Art. 199)

Die Auserwählten haben großes Vertrauen in die Güte und die Macht der Heiligsten Jungfrau, ihrer Mutter. Fortwährend kommen sie, um bei ihr Hilfe zu finden und richten ihren Blick auf sie als zu ihrem Leitstern, um den Hafen sicher zu erreichen. Mit größter Offenherzigkeit enthüllen sie ihr ihre Nöte und Bedürfnisse, sie wenden sich an ihre Barmherzigkeit und Milde, um durch ihre Fürsprache die Verzeihung ihrer Sünden zu finden und um ihre mütterliche Zärtlichkeit in ihrem Kummer und ihren Sorgen zu erfahren.


Sie versenken sich, sie verbergen sich und verlieren sich in wunderbarer Weise in ihrem liebevollen und jungfräulichen Herzen, um darin auch von den kleinsten Makeln gereinigt zu werden und Jesus in seiner ganzen Fülle zu finden, der dort in ihr als auf seinem herrlichsten Thron residiert. Welche Seligkeit! „Glaube nicht“, sagte der Abt Guerrikus, „dass es ein größeres Glück sei, im Schoße Abrahams zu wohnen, als im Schoße Mariens, denn der Herr selbst hat seinen Thron in ihr aufgeschlagen.“


Da die Verworfenen hingegen all ihr Vertrauen nur in sich selbst setzen, wie der verlorene Sohn das Futter der Schweine essen, wie die Kröten sich von Erde nähren und wie die Weltmenschen nur die äußerlichen und sichtbaren Dinge lieben, können sie die Süßigkeit Marias nicht verkosten, können jenen Beistand durch die Heilige Jungfrau und jenes Vertrauen in sie, ihre gute Mutter, nicht verspüren. Erbärmlicherweise lieben sie ihren Hunger nach äußerlichen Dingen, wie der heilige Gregor sagt, weil sie die Süßigkeit nicht verkosten wollen, die in ihrem Inneren, in Jesus und Maria bereitet ist.


(Art. 200)

Die Auserwählten sind es, die in Mariens, ihrer guten Mutter Spuren wandeln, das heißt, sie nachahmen. Und darin sind diese Frommen wahrhaft glücklich und sie tragen das untrügliche Zeichen der Auserwähltheit, wie ihnen ihre gute Mutter sagt: „Wohl dem, der auf meine Wege achtet!“ (Spr 8,32). Das heißt, selig, die meine Tugenden üben und mit Hilfe der göttlichen Gnade auf den Spuren meines Lebens wandeln. Selig sind sie in dieser Welt durch die Überfülle der Gnaden und Freuden, die ich ihnen aus meiner Fülle mitteile, reichlicher als den anderen, die mich nicht so aus der Nähe nachahmen. Selig sind sie in ihrem Tod, welcher sanft und friedlich ist, und bei dem ich ihnen zumeist beistehe, um sie zu den Freuden des Himmels zu führen. Zuletzt werden sie in der Ewigkeit glücklich sein, denn keiner meiner treuen Diener, keiner, der während seines Lebens meine Tugenden nachahmte, ist je verlorengegangen.



Kontemplation

(Nachfolge Christi, III/4)


Wandle vor Gott in Wahrheit und Demut!


1. Mein Sohn! Wandle vor Mir in Wahrheit und suche Mich immer in der Einfalt deines Herzens. 


Wer in Wahrheit vor Mir wandelt, wird gegen feindliche Anfälle beschützt werde, und die Wahrheit wird ihn von den Verführern und von den Verleumdungen der Gottlosen befreien. Wenn dich die Wahrheit befreit, dann wirst du in der Tat frei sein und dich wegen eitler Reden der Menschen nicht kümmern.


2. Herr! Dein Wort ist Wahrheit. Mir geschehe also, wie Du sagst. 


Deine Wahrheit lehre mich, sie beschütze mich und erhalte mich zum seligen Ende. Sie befreie mich von aller bösen Neigung und unordentlichen Liebe, dann werde ich in großer Freiheit des Herzens mit Dir wandeln.


3. Ich will dich lehren, spricht die Wahrheit, was Mir recht und wohlgefällig ist. 


Denke mit großem Missfallen und inniger Betrübnis an deine Sünden und glaube ja nie, dass du um deiner guten Werke willen etwas seist. Du bist in Wahrheit ein Sünder und vielen bösen Neigungen unterworfen und von ihnen gefesselt. Aus dir selbst neigst du dich immer neu zu dem Nichtigen, du fällst schnell, wirst leicht überwunden und gerätst bald in Verwirrung und Ausschweifung. Du hast nichts, wegen dessen du dich rühmen könntest, aber vieles, wegen dessen du dich gering schätzen sollst, denn deine Schwachheit ist viel größer, als du fassen kannst.


4. Deswegen sollst du von allem, was du tust nichts für groß halten, nichts soll dir erhaben, nichts kostbar oder wunderbar, nichts der Hochschätzung würdig scheinen.


Denn nichts ist hoch, nichts wahrhaft lobenswürdig und 

erwünschlich, als was ewig ist. Über alles soll dir die ewige Wahrheit gefallen, an deiner großen Nichtswürdigkeit aber sollt du immer Missfallen haben. Nichts musst du so sehr fürchten, missbilligen

und fliehen, als deine Laster und Sünden, diese müssen dir weit mehr zuwider sein als jeder Verlust irdischer Dinge. Einige wandeln nicht aufrichtig vor Mir, sondern wollen aus Vorwitz und Hochmut Meine Geheimnisse wissen und die Tiefen der Gottheit ergründen, während sie sich selbst und ihr Heil vernachlässigen. Solche Leute fallen oft in schwere Versuchungen und Sünden wegen ihrer Hoffart und ihres

Vorwitzes, weil Ich ihnen widerstrebe.


5. Fürchte die Urteile Gottes; erzittere vor dem Zorn des Allmächtigen. 


Erforsche aber nicht die Werke des Allerhöchsten, sondern führe dir deine Bosheiten zu Gemüte und bedenke, wie oft du gesündigt und wieviel Gutes du unterlassen hast. Bei einigen besteht ihre ganze Andacht in Büchern, bei anderen in Bildern, und wieder bei anderen in äußerlichen Zeichen und Vorstellungen. Einige haben Mich im Munde, aber nicht im Herzen. 


Es gibt auch andere, deren Verstand erleuchtet ist, sie sind auch von bösen Anmutungen gereinigt und trachten immer mit der größten Begierde nach dem Ewigen, es fällt ihnen schwer, Reden von irdischen Dingen anzuhören, sie geben den natürlichen Bedürfnissen nur mit Unlust nach: und diese vernehmen, was der Geist der Wahrheit in ihnen redet. Denn er lehrt sie das Irdische verachten und

das Himmlische lieben, die Welt vergessen und Tag und Nacht mit innigster Begierde nach dem Himmel trachten.


(Psalm 84)

Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen!

Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn.

Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott.

Auch der Sperling findet ein Haus und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen - deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein König. 

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben.

Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir, wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten. Ziehen sie durch das trostlose Tal, wird es für sie zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft; dann schauen sie Gott auf dem Zion.

Herr der Heerscharen, höre mein Beten, vernimm es, Gott Jakobs!

Gott, sieh her auf unsern Schild, schau auf das Antlitz deines Gesalbten! Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums

ist besser als tausend andere.

Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Frevler. Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild.

Er schenkt Gnade und Herrlichkeit; der Herr versagt denen, die rechtschaffen sind, keine Gabe.

Herr der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut!



Katechismus

(Art. 525)

Jesus kam in der Armseligkeit eines Stalles zur Welt, in einer unbegüterten Familie; schlichte Hirten sind die ersten Zeugen des Ereignisses: In dieser Armut erstrahlt die Herrlichkeit des Himmels (Lk 2,8-20).


(Art. 526)

Vor Gott „Kind zu werden“ ist die Voraussetzung, um in das Gottesreich einzutreten. Dazu muss man sich erniedrigen, klein werden; mehr noch: man muss „von neuem geboren werden“ (Joh 3,7), „aus Gott geboren“ werden (Joh 1,13), um „Kind Gottes zu werden“ (Joh 1,12). Das Weihnachtsgeheimnis vollzieht sich in uns, wenn Christus in uns „Gestalt annimmt“ (Gal 4,19).


(Art. 725)

...Die demütigen Menschen sind immer die ersten, die ihn aufnehmen: die Hirten, die Weisen, Simeon und Hanna, die Brautleute von Kana und die ersten Jünger.


Gebet

(Hl. Theresia vom Kinde Jesu, Gebet um die Demut)


O Jesus! Als du noch Pilger auf Erden warst,

o mein Jesus, da sagtest du:

„Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig;

so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11,29).


Ja, o mächtiger Herrscher über die Himmel, meine Seele findet Ruhe in deinem Anblick, wenn sie dich eingehüllt sieht in die Form und Natur des Sklaven, wenn sie sieht, wie du dich dazu erniedrigst,

die Füße deiner Apostel zu waschen. Dies ruft in mir die Worte wach, die du sprachst, um mich die Demut zu lehren:


„Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt,

wie ich an euch gehandelt habe. Der Sklave ist nicht größer als sein Herr... Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt“ 

(Joh 13,15-17).


Ich verstehe sie, o Herr, ich verstehe diese Worte, die aus deinem sanften und demütigen Herzen kommen, und mit der Hilfe deiner Gnade will ich danach handeln.

In Demut will ich mich erniedrigen und meinen Willen dem meiner Mitschwestern unterwerfen, ihnen niemals widersprechen, und nicht danach fragen, ob sie das Recht haben, mir Befehle zu geben, oder nicht.


Niemand, o mein geliebter Heiland, hatte dieses Recht über dich,

und dennoch hast du gehorcht, nicht nur der Heiligen Jungfrau und dem Heiligen Josef, sondern auch deinen Henkern.

Und jetzt sehe ich dich in der Hostie auf dem Gipfel deiner Verdemütigungen. 


Welche Demut, o göttlicher König der Herrlichkeit, liegt in deiner Unterwerfung unter alle deine Priester, ohne auch nur irgendeinen Unterschied zu machen zwischen denen, die dich lieben, und denen, ach, die in deinem Dienst lau oder kalt sind!

Auf ihren Ruf steigst du vom Himmel herab. 


Sie können den Zeitpunkt des heiligen Opfers antizipieren oder verzögern, du bist immer bereit!

O mein Geliebter, wie sanft und demütig von Herzen erscheinst du mir unter dem Schleier der weißen Hostie!

Tiefer könntest du dich nicht erniedrigen, um mich die Demut zu lehren.


Um auf deine Liebe zu antworten, will auch ich nichts anderes wünschen, als dass mich meine Mitschwestern allezeit an die letzte Stelle setzen, und will aufrichtig überzeugt sein, dass diese es ist, die mir zusteht.


Ich flehe dich an, o Jesus, schicke mir jedes Mal eine Demütigung,

wenn ich versuche, mich über die anderen zu stellen.

Ich weiß, mein Gott, du emiedrigst die stolzen Seelen, aber du shenkst jenen die ewige Herrlichkeit, die sich selbst emiedrigen.

Ich will mich daher ganz unten einreihen, um mit dir deine Emiedrigungen zu teilen und „Anteil an dir zu haben“ (Joh 13,8) im himmlischen Reich.


Du aber, Herr, kennst meine Schwachheit:

Jeden Morgen fasse ich den Entschluss, Demut zu üben, und jeden Abend bekenne ich, dass ich mich wiederholt im Stolz verfehlt habe.

Dies führt mich in Versuchung, mich entmutigen zu lassen.

Aber ich verstehe, dass auch die Entmutigung eine Wirkung des Stolzes ist. 


Ich will daher, mein Gott, meine Hoffnung auf dich allein setzen:

Du kannst alles. Gib mir die Gnade, dass in meiner Seele die Tugend geboren wird, die ich ersehne. 

Um von deiner unendlichen Barmherzigkeit diese Gnade zu erlangen, will ich häufig mit diesen Worten beten: 

„Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilide mein Herz nach deinem Herzen." 


Litanei zum Heiligen Geist

KONTAKTIERE UNS

© 2025 Neukirchen

bottom of page