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Tag 3: WEISHEIT

Sich fernhalten vom Geist der Welt

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Nur wenn wir dem Geist der Welt keine Konzessionen mehr machen, nur wenn wir Jesus an den Platz unseres Willens und unseres Urteils setzen, nur dann wird sich für uns das innere Leben, das Leben der Gnade öffnen.


GEBET ZUR VORBEREITUNNG


Lesung

(Mt 6,19-21.25-33)


Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und

Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 


Deswegen sage ich euch: 

Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger

als die Kleidung? 


Seht euch die Vögel des Himmels an: 

Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in

Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? 


Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? 

Lernt von den Lilien, die auf dem Felde wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all

seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Felde steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! 


Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: 

Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? 


Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere da-

zugegeben.


Botschaft

(Monte di Cristo, 7.11.1990)


Beten wir gemeinsam.

Meine Kinder, bewahrt das, was ich euch sage, wie einen Schatz:

mein Wort sei Licht; eilt in dieser Zeit der Bekehrung dem Herrn entgegen; macht euch von eurer Weisheit frei;

bekleidet euch mit Demut und noch einmal mit Demut, damit der Herr euch Seine Weisheit schenken kann.

Wacht über eure Kinder unter dem Blick Gottes.

Weiht euch alle meinem Unbefleckten Herzen.

Ich verspreche euch meinen Schutz.

Ich segne euch alle, segne eure Lieben, eure Familien.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Die Liebe zur Ewigen Weisheit)


Das Mittel, die göttliche Weisheit zu erlangen, ist eine allseitige

Abtötung

(Art. 194)


Die Weisheit, so sagt der Heilige Geist, findet sich nicht auf der Welt bei denen, die ein angenehmes Leben führen (Ijob 28,12-13), die in Wohlstand leben und ihren Leidenschaften und ihren Sinnen jedes Verlangen erfüllen, denn „wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen“ (Röm 8,8), und „das Trachten des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott“ (Röm 8,7). 


„Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist“ (Gen 6,3). „Alle, die zu Christus Jesus, der inkarnierten Weisheit gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt“ (Gal 5,24), „sie tragen, wohin sie auch kommen, immer das Todesleiden Jesu an ihrem Leib“ (2 Kor 4,10), sie tun sich Gewalt an (Mt 11,12), nehmen täglich das Kreuz auf sich (Lk 9,23) und sind schließlich in Christus gestorben und auch begraben (Röm 6,8.4).


(Art. 196)

Damit die Weisheit sich ihnen mitteile, verlangt sie nicht eine halbe Abtötung von wenigen Tagen, sondern eine umfassende und andauernde, mutige und ausreichende Abtötung.


(Art. 197)

Um die Weisheit zu erlangen, muss man die Güter der Welt wirklich verlassen, wie es die Apostel getan haben, die Jünger, die ersten Christen und die Ordensleute, und dies ist die schnellste Art, es ist das beste System und das sicherste Mittel, um in den Besitz der Weisheit zu gelangen. Oder aber man muss zumindest das Herz von den Dingen losreißen und sie so besitzen, als würde man sie nicht besitzen, ohne sich um ihren Erwerb zu bemühen, ohne sich um ihre Erhaltung zu sorgen und ohne sich zu beklagen und ihnen nachzutrauern, wenn man sie verliert. Dies zu verwirklichen, ist jedoch sehr schwierig.


(Art. 198)

Man muss es vermeiden, sich äußerlich den Weltmenschen anzugleichen, in der Kleidung, in der Art der Wohnung und der Einrichtung, im Essen und in den Gewohnheiten und Handlungen des Lebens. „Gleicht euch nicht dieser Welt an!“ (Röm 12,2). Dies zu befolgen, ist notwendiger als man glauben würde.


(Art. 199)

Man muss es unterlassen, den falschen Maximen der Welt Glauben zu schenken und ihnen zu folgen. Man darf nicht denken wie die Menschen der Welt, nicht sprechen wie sie und sich nicht wie sie verhalten. Ihre Lehre ist der Lehre der inkarnierten Weisheit so entgegengesetzt wie die Finsternis dem Licht und wie der Tod dem Leben. Prüft genau ihre Gefühle und ihre Worte, denn sie denken und reden schlecht selbst von den größten Wahrheiten! Zwar lügen sie nicht offen, doch sie maskieren die Lüge durch den Anschein der Wahrheit. 


Gewöhnlich lehren sie nicht unverschämt direkt die Sünde, jedoch stellen sie sie als eine Tugend dar, als etwas Liebenswertes, als etwas Gleichgültiges und etwas, das keine Konsequenzen hat. In dieser wendigen Geschicklichkeit, die die Welt vom Dämon erlernt hat, um die Hässlichkeit der Sünde und Verführung umzuwandeln, liegt das Böse, von dem der Heilige Johannes spricht: „Die ganze Welt steht unter der Macht des Bösen“ (1 Joh 5,19), heute mehr denn je.


Kontemplation

(Nachfolge Christi, III/31)


Man soll alle Geschöpfe verlassen, um den Schöpfer zu finden


1. O Herr! Ich habe eine noch größere Gnade nötig, wenn ich dahin gelangen soll, wo mich kein Mensch und kein anderes Geschöpf vor Dir wird abhalten können.


Denn solange mich noch etwas zurückhält, kann ich mich nicht frei zu Dir emporschwingen. Jener wünschte frei fliegen zu können, welcher sagte: „Wer wird mir Taubenflügel geben, damit ich mich in die Höhe schwinge und Ruhe finde?“ 


Was ist ruhiger als ein aufrichtiges Auge? Und was genießt eine vollkommenere Freude als ein Herz, welches nichts auf Erden verlangt? Man muss sich also über alle Geschöpfe erheben, sich selbst vollkommen verlassen und gleichsam in einer Entäußerung des Gemüts leben und sehen, dass Du, der Schöpfer aller Dinge, nichts

mit den Geschöpfen gemein hast. 


Wer sich nicht von allen Geschöpfen losmacht, der kann nicht mit der gehörigen Freiheit auf das Göttliche bedacht sein. Darum findet man auch so wenige, welche ein beschauliches Leben führen, weil sich so wenige von vergänglichen Dingen und von den Geschöpfen ganz loszumachen wissen.


2. Dazu wird eine hohe Gnade erfordert, dass sie die Seele erhebe und über sich selbst hinaufführe. 


Und wenn der Mensch nicht im Geiste erhoben, von allen Geschöpfen

frei und ganz mit Gott vereinigt wird, so ist alles, was er auch weiß und haben mag, nicht von großem Wert. Wer etwas anderes hoch achtet als das einzige, unermessliche und ewige Gut, der wird lange klein sein und am Staube kleben. 


Denn was immer nicht Gott ist, ist nichts und muss für nichts gehalten werden. Es ist ein großer Unterschied zwischen der Weisheit eines andächtigen, gotterleuchteten Mannes und zwischen der  Wissenschaft eines gelehrten und studierten Geistlichen. 

Jene Gelehrsamkeit, welche aus göttlichem Einflusse von oben herabkommt, ist viel vortrefflicher als jene, welche sich der menschliche Verstand mühsam erwirbt.



3. Man trifft viele an, welche eine Begierde nach dem beschaulichen Leben haben, aber sie sind nicht besorgt, im Werke auszuüben, was dazu erfordert wird. 


Es ist auch ein großes Hindernis auf dem Wege der Vollkommenheit, dass man bei äußerlichen Zeichen und sinnlichen Dingen stehenbleibt und sich in vollkommener Abtötung wenig übt. 

Ich weiß nicht, was es ist, oder was für ein Geist uns leitet, die wir ein

innerliches geistliches Leben zu führen scheinen, oder was wir zu unserer Entschuldigung werden vorbringen können, da wir auf vergängliche und schlechte Dinge so viele Mühe verwenden und so große Sorge dafür tragen, während wir doch nur selten unsere Sinne vollkommen sammeln, um über unser Inneres nachzudenken.


4. Und wenn wir uns auch ein wenig gesammelt haben, so beschäftigen wir uns doch gleich wieder mit äußerlichen Dingen und untersuchen unsere Handlungen eben nicht genau. 


Wir geben nicht acht, auf was unsere Neigungen gerichtet sind, und so unrein auch in unsrem Herzen alles ist, so beweinen wir es doch nicht. Denn alle Menschen hatten ihren Weg verfehlt, deswegen erfolgte die große Sündflut. Da also unser innerlicher Trieb verdorben ist, so muss auch die daraus hervorgehende Handlung, welche ein Zeichen des Mangels an innerer Kraft ist, auch verdorben sein. Aus einem reinen Herzen entspringt die Frucht eines guten Lebens.


5. Man fragt, wieviel dieser oder jener getan hat; man erforscht aber nicht so sorgfältig, wie gut er es getan hat. 


Man erkundigt sich; ob jemand tapfer, reich, schön, geschickt ist; 

ob er schön schreiben, gut singen oder trefflich arbeiten kann; aber wie arm am Geiste, wie geduldig und sanftmütig, wie andächtig und gottselig er ist, davon spricht niemand. Die Natur sieht nur auf das Äußere des Menschen; aber die Gnade wendet sich zum Inneren. Die Natur wird oft betrogen, aber die Gnade hofft auf Gott, damit sie nicht betrogen werde.


(Psalm 63,1-9)

Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir.

Nach dir schmachtet mein Leib wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.

Denn deine Huld ist besser als das Leben; darum preisen dich meine Lippen. Ich will dich rühmen mein Leben lang, in deinem Namen die Hände erheben. 

Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen. Ich denke an dich auf nächtlichem Lager und sinne über dich nach, wenn ich wache.

Ja, du wurdest meine Hilfe; jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.

Meine Seele hängt an dir, deine rechte Hand hält mich fest.


Katechismus

(Art. 2002)

Das freie Handeln Gottes erfordert die freie Antwort des Menschen. Denn Gott hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen und hat ihm zusammen mit der Freiheit die Fähigkeit verliehen, ihn zu erkennen und zu lieben. 


Die Seele kann nur freiwillig in die Gemeinschaft der Liebe eintreten. Gott berührt das Herz des Menschen unmittelbar und bewegt es direkt. Er hat in den Menschen eine Sehnsucht nach dem Wahren und Guten gelegt, die er allein erfüllen kann. Die Verheißungen des „ewigen Lebens“ entsprechen über alle Hoffnung hinaus diesem inneren Verlangen...


Gebet

(Charles de Foucauld)


Mein Vater, ich überlasse mich dir.

Mach mit mir, was dir gefällt.

Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.

Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an.

Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.

In deine Hände lege ich meine Seele.

Ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, 

weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine Hände zu legen, ohne Maß,

mit grenzenlosem Vertrauen, denn du bist mein Vater.


(Hl. Nikolaus von Flüe)


Mein Herr und mein Gott,

nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.

Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.


Litanei zum Heiligen Geist

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