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Tag 2: MUT

Die Bekehrung des Herzens

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Jesu öffentliches Lebens begann, indem er das Evangelium Gottes verkündete und sprach: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium...“ (Mk 1,15). Heute ruft er jeden einzelnen von uns „durch ganz konkrete Umstände des täglichen Lebens, oder aber in Form innerer Impulse zu größerer Selbstlosigkeit und Hingabe und zu größeren Opfern auf.“ (Intimità Divina)



GEBET ZUR VORBEREITUNNG


Lesung

(Mt 10,46-52)


Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her!


Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

(Mt 6,24;12,30)


Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. (Gal 5,19-24)


Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.


Botschaft

(San Martino, 25.3.1993)

Ehre sei dem Vater in Ewigkeit.

Meine Kinder, alle jene, die auf mich hören, bitte ich um Hilfe,

damit der von der Barmherzigkeit erdachte Plan Gottes nicht zunichte gemacht werde.

Die Zeit des Wartens auf die Gleichgültigen geht zu Ende.

Es wird dem Plan der Gerechtigkeit Raum gegeben werden,

der durch die Reinigung versucht, die Menschen zum ewigen Heil zu führen.

Nochmals bitte ich um die Bekehrung der Herzen und um die Weihe

aller meiner Kinder an mein Unbeflecktes Herz. Hört auf mich!

Ich segne euch alle und drücke euch an mich.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Brief an die Freunde des Kreuzes)


Die zwei Parteien

(Art. 7)


Seht, meine lieben Brüder, die zwei Parteien (Mt 6,24; Lk 16,23), die man täglich überall sieht: die Partei Jesu Christi und die Partei der Welt.


Auf der rechten Seite ist die Partei unseres lieben Heilandes. 

Sie steigt den steilen Weg hinan, schmaler und enger denn je wegen der Schlechtigkeit der Welt. Ihr voran schreitet der gute Meister, barfüßig, das Haupt mit Dornen gekrönt, am ganzen Leib aus seinen Wunden blutend, beladen mit einem schweren Kreuz. Nur eine Hand voll Menschen tapferen Herzens folgt ihm nach, denn man vernimmt ja seine leise Stimme nicht im Tumult der Welt, oder aber man findet nicht den Mut, ihm nachzufolgen in die Armut, in den Schmerz, in die Demütigung und in die anderen Kreuze, die man mit ihm notwendigerweise alle Tage des Lebens tragen muss.


(Art. 8)

Zur Linken ist die Partei der Welt und des Dämons. Zumindest auf den ersten Blick erscheint sie viel zahlreicher, viel ansprechender und lebhafter als die andere. Die ganze schöne Welt läuft ihr nach und drängt sich um sie, denn sie beschreitet einen Weg, der breit und bequem ist, weil unzählbare Scharen auf ihm vorüberziehen. Ein Weg, mit Blumen übersät, von Freuden und Vergnügungen eingesäumt, mit Gold und Silber gepflastert.


(Art. 9)

„Mut!“ - so rufen sie einander zu - „Nur Mut! Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?“ (Röm 8,31). Der in uns lebt ist größer als der in der Welt lebt. „Der Sklave ist nicht größer als sein Herr“ (Joh 13,16; 15,20). 


„Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in grenzenlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit” 

(2 Kor 4,17). Kleiner als man glaubt ist die Zahl der Erwählten 

(Mt 20,16; Lk 13,23). Nur die Mutigen und die Gewalttätigen reißen das Himmelreich kraftvoll an sich (Mt 11,12).

Nur wer nach den Regeln des Evangeliums und nicht nach den Regeln der Welt kämpft, erhält den Siegeskranz (2 Tim 2,5). 

Lasst uns darum kraftvoll kämpfen, eilen wir voll Selbstlosigkeit voran, das Ziel zu erreichen und den Sieg zu erringen.”


(Art. 10)

Im Gegensatz dazu versteifen sich die Kinder der Welt täglich aufs neue darauf, in ihrer skrupellosen Bosheit zu verharren und rufen mit lauter Stimme ihre Slogans, wie: „Lassen wir es uns gut gehen! Lasst uns fröhlich sein! Gott verbietet das Vergnügen nicht: darum werden wir nicht verloren gehen. Weg mit allen Skrupeln! Nein, ihr werdet nicht sterben!” (Gen 3,4)


Kontemplation

(Nachfolge Christi, 2/11)


Viele Christen - und wenige Freunde Christi und seines Kreuzes


1. Jesus hat jetzt viele, welche Sein himmlisches Reich lieben, aber wenige, welche Sein Kreuz tragen.


Er hat viele, welche Trost verlangen, aber wenige, welche Trübsal

leiden wollen. Er findet viele, die sich Ihm bei Tische zugesellen, aber wenige, die mit Ihm fasten. Alle verlangen, sich mit Ihm zu erfreuen, nur wenige wollen für Ihn etwas leiden. Viele folgen Jesus bis zur Brechung des Brotes, aber wenige trinken mit Ihm den Kelch des Leidens. Viele verehren Seine Wunden, wenige folgen Ihm bis zur

Schmach des Kreuzes nach. Viele lieben Jesus, solange sie keine Widerwärtigkeit zu ertragen haben. 


Viele loben und preisen Ihn, solange sie von Ihm Trost empfangen.

Wenn sich aber Jesus verbirgt und sie einen Augenblick verlässt, so fangen sie an zu klagen oder fallen in die größte Kleinmütigkeit.


2. Die Jesus um Jesu willen lieben und nicht wegen ihres eigenen Trostes, diese preisen Ihn in allen Trübsalen und Bedrängnissen ihres Herzens ebenso wie in den Stunden der höchsten Tröstung.


Und wenn Er ihnen auch nie Trost geben würde, so würden sie Ihn doch immer loben und Ihm danken.


3. O wie viel vermag die reine Liebe zu Jesus, die von allem Eigennutz und von aller Eigenliebe frei ist! 


Muss man nicht alle die für Mietlinge halten, welche beständig

nach Tröstungen trachten? Ist es nicht offenbar, dass die mehr sich selbst, als Jesus lieben, welche immer nur ihren eigenen Vorteil und Gewinn suchen? Wo wird man wohl einen Menschen finden, welcher bereit wäre, Gott ohne allen Lohn zu dienen?


4. Selten findet man einen Menschen, der im geistlichen Leben so weit gekommen ist, dass er sich von allem losgemacht hat.


Denn wer wird einen wahrhaft im Geiste armen und von allen Geschöpfen entblößten Menschen antreffen? Er ist schätzbarer, als Perlen und Edelsteine aus den entferntesten Ländern. Wenn der Mensch auch sein ganzes Vermögen dahin gibt, so ist es doch noch nichts. Und wenn er noch so strenge Buße wirkt, so ist es doch für gering zu achten. Und wenn er auch alle Wissenschaften innehat, so ist er noch weit entfernt. 


Und wenn er zu einer hohen Tugend gelangt und von der inbrünstigsten Andacht entzündet ist, so mangelt ihm noch vieles, nämlich das einzige, das ihm höchst notwendig ist. 


Was ist aber dieses? 

Dass er nun, nachdem er alles verlassen hat, auch sich selbst verlässt, gleichsam aus sich selbst herausgeht und sich aller Eigenliebe entledigt. Und nachdem er alles getan hat, was er zu tun für seine Pflicht hielt, so soll er doch dafür halten, dass er noch nichts getan hat.


5. Er sehe nichts für groß an, was man für groß halten könnte, sondern gebe sich in derTat für einen unnützen Knecht aus, wie die ewige Wahrheit sagt: 


„Wenn ihr alles getan habt, was euch aufgetragen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte.“


Dann wird er wahrhaft arm im Geiste und von allen Dingen entblößt sein und mit dem Propheten sagen können: „Ich bin einsam und arm.“ Und doch ist niemand reicher, niemand mächtiger, genießt niemand eine größere Freiheit als jener, der sich selbst und alles übrige zu verleugnen und sich an die unterste Stelle zu setzen weiß.


(Psalm 1)

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,

nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,

sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken.

Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. Nicht so die Frevler:

Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.

Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.


Katechismus

(Art. 1431)


Innere Buße ist radikale Neuausrichtung des ganzen Lebens, Rückkehr, Umkehr zu Gott aus ganzem Herzen, Verzicht auf Sünde, Abwendung vom Bösen, verbunden mit einer Abneigung gegen die bösen Taten, die wir begangen haben. Gleichzeitig bringt sie das Verlangen und den Entschluss mit sich, das Leben zu ändern, sowie die Hoffnung auf das göttliche Erbarmen und das Vertrauen auf seine Gnadenhilfe.

Diese Umkehr des Herzens ist von heilsamem Schmerz und heilender Traurigkeit begleitet, die die Kirchenväter „animi cruciatus“ (Seelenschmerz), „compunctio cordis“ (Herzensreue) nannten.


Gebet

(Hl. Maria Alacoque)


Jesus, meine Liebe, nimm alles, was ich habe, und alles, was ich bin,

und verfüge über mich völlig nach deinem Wohlgefallen, 

denn alles, was ich habe, gehört ohne Vorbehalt dir.


Wandle mich um in dich, damit ich nicht mehr die Fähigkeit habe,

mich auch nur einen Augenblick von dir zu trennen, und dass ich nichts tue außer das, wozu deine reine Liebe mich drängt.

Amen.


Litanei zum Heiligen Geist

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