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Tag 11: HOFFNUNG

Geschenk des Heiligen Geistes

1f

Der Christ ist ein Mensch der Hoffnung, und er ist es auch, der der ganzen Welt Hoffnung bringen muss. Denn Gott, unser Herr, ist „der Gott der Hoffnung“ (Röm 15,13).



GEBET ZUR VORBEREITUNNG



Lesung

(Röm 8,18-39)


Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. 


Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden. Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.


So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selbst jedoch tritt für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; 


denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei. 


Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.


Was ergibt sich nun, wenn wir das alles bedenken? 

Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? 


Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 

Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? 

Gott ist es, der gerecht macht. Wer kann sie verurteilen? 


Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. 


Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? 

Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? 


In der Schrift steht: 

Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; 

wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.

Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns  scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.


Botschaft

(San Martino, 25.7.1990)


Bittet mit mir den Vater.

Meine Kinder, nichts könnt ihr ohne Gott.

Flieht den Hochmut und nehmt die Milde an, die ich euch einflößen möchte. Eure Hoffnung sei auf die Macht Gottes gegründet;

nur so werdet ihr zu fügsamen Werkzeugen, versteht ihr meinen fürsorglichen Heilsplan für die ganze Menschheit und werdet meine Gehilfen, diese Zeit des Advents vorzubereiten.

Liebe Kinder, wenn ihr meine Einladung annehmt, werde ich euch zu Neuevangelisatoren für die Welt machen, die Jesus immer notwendiger braucht. Ich segne euch und begleite euch jeden Tag.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion v. Montfort, Das Geheimnis Mariens)


Innere Übung und Leben der Ganzhingabe


(Art. 44)

Es genügt nicht, sich einmal für immer Maria als Diener zu weihen, es genügt auch nicht, dies alle Monate oder alle Wochen zu wiederholen. Es wäre ein nur vorübergehender Akt der Frömmigkeit, der die Seele nicht zu der Vollkommenheit leiten würde, die zu erlangen sie fähig ist. 


Es ist nicht schwer, Mitglied einer Bruderschaft zu werden, auch

nicht, sich zur Ganzhingabe zu entschließen und täglich einige mündliche Gebete zu verrichten, wie sie es vorschreibt.

Wahrhaft schwierig aber ist es, in ihren inneren Geist einzudringen, der darin besteht, dass die Seele in ihrer innersten Tiefe von Maria abhängig und als Dienerin ihr Eigentum ist, und durch sie auch das Eigentum Jesu. 

Ich habe viele Menschen angetroffen, die mit bewunderndem Eifer diese heilige Ganzhingabe auf sich genommen haben, wenige jedoch, die sich ihren Geist zu eigen gemacht haben, und noch weniger, die darin ausharrten.


(Art. 45)

Im Wesentlichen übt man diese Hingabe dadurch aus, dass man alles, was immer man tut, mit Maria tut. 

Das heißt, man nimmt sich die Heiligste Jungfrau für alles, was man zu tun hat, zum vollendeten Vorbild. 


(Art. 46)

Darum ist es notwendig, vor allem, was man unternimmt, auf sich selbst und auf die eigenen Ansichten zu verzichten. 

Man muss vor Gott in aller Demut bekennen, unfähig zu sein für jegliches übernatürliche Gut und für jegliche, dem ewigen Leben förderliche Handlung.

Wir müssen unsere Zuflucht zur Gottesmutter nehmen und uns mit ihren Absichten vereinigen, wenn wir diese auch nicht kennen.

Wir müssen uns durch Maria mit den Absichten Jesu vereinen, das heißt, uns in Marias Hände geben, damit sie in uns wirke und aus uns mache, was sie für gut hält zur Ehre ihres Sohnes, und durch Jesus Christus zur Ehre des Vaters, so dass es keinen Akt des inneren Lebens, noch eine Tätigkeit der Seele mehr gibt, die nicht von ihr abhängen.


(Art. 47)

Es ist notwendig, alles in Maria zu tun, das heißt, man muss sich die innere Sammlung zur Gewohnheit machen, um in unserem Innern ein Abbild der Heiligsten Jungfrau zu gestalten. 


Sie, Maria, wird für die Seele der Ort der Anbetung sein, wo diese ihre Gebete vor Gott bringt, in der Sicherheit, nicht zurückgewiesen zu werden. Sie wird „der Turm Davids“ sein, wo sich die Seele vor ihren Feinden in Sicherheit bringt.


Sie wird die brennende Lampe sein, die Licht auch in die verborgensten Winkel der Seele bringt und sie zur Gottesliebe entflammt; das heilige Ostensorium, um Gott in ihr zu betrachten. Maria wird somit für die Seele die universale Zuflucht und ihr ein und alles sein. Betet sie, so betet sie mit Maria, empfängt sie Jesus in der heiligen Kommunion, so übergibt sie ihn Maria, damit er in ihr sein Wohlgefallen finde. Was immer sie tut, wird sie in Maria tun und in allem wird sie sich selbst entsagen.


(Art. 49)

Schließlich muss man alles, was man tut, für Maria tun.

Dies bedeutet, dass wir, die wir uns ihr als Diener übereignet haben, einzig und allein für sie arbeiten müssen.

Ihre Ehre und ihre Interessen sind unser nächstes, und die Ehre Gottes unser letztes Ziel. Was immer die Seele tut, sie muss auf die Eigenliebe verzichten, die überall einsickert, ohne dass wir es bemerken.

Und immer wieder müssen wir in der Tiefe unseres Herzens beten: „Für dich, meine geliebte Herrin, tue ich dies und tue ich das, gehe ich hierhin und dorthin, erleide ich diese Qual oder jenes Unrecht.“


Kontemplation

(Nachfolge Christi, III/17)


Stelle alle deine Sorgen Gott anheim!


1. Mein Sohn! Lass Mich mit dir machen, was Ich will; Ich weiß, was dir nützlich ist. 


Du denkst wie ein Mensch und urteilst in vielen Dingen, wie es dir die menschliche Neigung eingibt.


2. Herr! Es ist wahr, was Du sagst. Du trägst für mich eine viel größere Sorge, als ich für mich selbst tragen könnte. 


Wer daher nicht alle seine Sorge Dir anheimstellt, der ist in beständiger Gefahr, zu fallen. O Herr! Wenn nur mein Wille aufrichtig und unveränderlich in Dir verharrt, dann mache mit mir, was Dir immer wohlgefällt.

Denn was du immer mit mir tun wirst, kann nicht anders als gut sein. Wenn Du mich in Finsternis leben lassen willst, so sei gepriesen, und wenn Du mich mit Deinem Lichte erleuchten willst, so sei wieder gepriesen. Wenn Du Dich würdigst, mich zu trösten, so sei gepriesen, und wenn du willst, dass ich mit Trübsalen geprüft werde, so sei allzeit auf gleiche Weise gepriesen.



3. Mein Sohn! Wenn du mit Mir zu wandeln verlangst, so musst du so beschaffen sein: du musst ebenso bereitwillig sein zum Leiden, wie zur Freude. 


Du musst ebenso gern dürftig und arm sein, als begütert und reich.


4. Herr! Ich will gerne für dich leiden, was Du immer über mich kommen lassen willst.


Ich will ohne Unterschied das Gute und das Böse, das Süße und das Bittere, das Freudige und das Traurige von Deiner Hand annehmen und für alles was mir begegnet, Dank sagen. Bewahre mich nur vor aller Sünde, so werde ich weder den Tod noch die Hölle fürchten. Wenn Du mich nur nicht ewig verstößt und meinen Namen nicht aus dem Buche des Lebens tilgst, so werden mir alle Trübsale, welche

immer über mich kommen mögen, nicht schaden.


(Psalm 121)

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Er lässt deinen Fuß nicht wanken; er, der dich behütet, schläft nicht.

Nein, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten; 

er steht dir zur Seite.

Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht.

Der Herr behüte dich vor allem Bösen, er behüte dein Leben.

Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst,

von nun an bis in Ewigkeit.


Katechismus

(Art. 2090)

Die Hoffnung ist die vertrauensvolle Erwartung des göttlichen Segens und der beseligenden Gottesschau; sie ist auch mit der Befürchtung verbunden, gegen die Liebe Gottes zu verstoßen und sich strafbar zu machen.


(Art. 2091)

Das erste Gebot betrifft auch die Sünden gegen die Hoffnung, nämlich die Verzweiflung und die Vermessenheit. In der Verzweiflung hört der Mensch auf, von Gott sein persönliches Heil, die Gnadenhilfe, um Heil zu erlangen, oder die Vergebung seiner Sünden zu erhoffen. Er widersetzt sich damit der Güte Gottes, seiner Gerechtigkeit - denn der Herr bleibt seinen Verheißungen treu - und seiner Barmherzigkeit.


(Art. 2092)

Es gibt zwei Arten von Vermessenheit: Der Mensch überschätzt seine Fähigkeiten, indem er hofft, er könne das Heil ohne die Hilfe von oben erlangen; oder er hofft vermessen, er könne von der Allmacht und dem Erbarmen Gottes Vergebung erlangen, ohne sich zu bekehren, und selig werden, ohne es zu verdienen.


Gebet

(Charles de Foucauld, Meditationen über das Evangelium)


Lasst uns denn hoffen!

Wir gehören zu denen, die du, o Jesus, zu retten gekommen bist, weil wir zugrunde gehen... denn ohne dich gehen wir immer zugrunde...

Lasst uns also hoffen!

Wie groß immer auch unsere Schuld sei, du, o Jesus, willst uns retten!

Je tiefer wir in Sünden verstrickt sind, je näher wir dem Tode sind, je verzweifelter die Lage ist, in der unser Leib und unsere Seele sich befinden, umso mehr willst du uns retten, o Jesus, denn du bist gekommen, die zu erretten, die zugrunde gehen.

Hilf uns, nie den Mut zu verlieren, immer zu hoffen!

Wir stehen am Rande des Abgrundes, wir gehen zugrunde,

wir verdienen es, zugrunde zu gehen, 

wir müssen gerechterweise zugrunde gehen,

nach all unserer Undankbarkeit.

Und gerade uns kommst du zu retten, o Jesus.

Du kommst, die zu retten, die untergehen.

Du bist unendlich gut und du bist unendlich mächtig.

Dass jeder doch bis zum letzten Augenblick, dass jeder doch, solange noch ein Hauch des Lebens in ihm ist, auf dich hoffte!



Litanei zum Heiligen Geist

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