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Erste Woche TAG 6

Die Trägheit wird in ihrer Gefährlichkeit meist nicht erkannt. Das Himmelreich jedoch verlangt all unseren brennenden Eifer. Mehr noch: Die Gewalttätigen reißen es an sich (Mt 11,12)

geg

„Es gibt keinen Platz für die Trägheit, wo der Aufschwung der Liebe zu immer größeren Taten drängt.” (Hl. Bonaventura)


Lesung

(Mt 25,24-30)


Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und du sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Gold in der Erde versteckt. 

Hier hast du es wieder. 


Sein Herr antwortete ihm: 

Du bist einschlechter und fauler Diener! 

Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. 

Hättest du mein Geld wenigstens auf eine Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. 

Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! 

Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.


Botschaft

(S. Martino, 16.12.1987)


Gepriesen sei der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Meine Kinder, lasst mich ein in eure Herzen,

um euch mütterlich zu führen, um euch zu helfen, 

Menschen des Heiles für alle zu werden.

Eure Marianische Bewegung sei Sauerteig des Heiles,

euer Leben sei eine Seligpreisung.

Seid Christen, die das Reich Gottes aufbauen

in diesen schwierigen Momenten für die Menschheit,

die ein Reich für das Böse errichtet hat.

Ich wünsche, dass ihr, liebe Kinder, Menschen seid,

die sich mir überlassen.

Mit eurer Hingabe könnt ihr zum Volke Gottes gehören, das rettet.

Wenn ihr meine Stimme wirklich angenommen habt,

dann seid nicht mehr lau, sondern stark und gerecht.

Ich segne euch.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Brief an die Freunde des Kreuzes)


Von den Vorteilen der Vereinigung „Freunde des Kreuzes“


(Art. 2)

Freunde des Kreuzes! Ihr habt euch vereint wie Soldaten, um die Welt zu bekämpfen, nicht durch die Flucht, wie es die Mönche und Nonnen tun können, fast aus Angst, besiegt zu werden, sondern wie mutige und tüchtige Kämpfer, die das Schlachtfeld betreten, ohne zurückzu-

weichen und ohne jemals vor dem Feind zu fliehen. 


Mut! Kämpft wie Helden! 

Seid fest vereint im Geist und im Herzen. 

Diese Einheit ist viel unerschütterlicher und flößt mehr Furcht ein, 

als es für die Feinde eines Staates die Streitkräfte einer geschlossenen Nation sind.


Die Dämonen vereinen sich, um euren Untergang herbeizuführen, ihr vereint euch, um sie zu besiegen. Die Geizhälse vereinen sich und treiben Handel, um sich an Gold und Silber zu bereichern, ihr arbeitet zusammen, um die Schätze zu erobern, die im Kreuz eingeschlossen sind. Die Zügellosen schließen sich zusammen, um zu genießen, ihr

vereint euch, um zu leiden.


Kontemplation

(Nachfolge Christi, III/49)


Sehnsucht nach dem ewigen Leben


1. Mein Sohn! Wenn du fühlst, dass dir eine Begierde nach der ewigen Glückseligkeit von oben herab eingegossen wird, und wenn du ein Verlangen trägst, von dem Kerker dieses Leibes befreit zu werden, damit du Meine Herrlichkeit ohne Schatten einer Abwechslung betrachten kannst, so erweitere dein Herz und nimm diese Einsprechung mit der ganzen Begierde deiner Seele auf. 


Danke nach Möglichkeit der göttlichen Güte, welche so liebreich mit dir umgeht, dich so gütig heimsucht, dir eine so brennende Begierde einflößt und dich so mächtig unterstützt, damit du nicht nach deiner angeborenen Schwere zum Irdischen gezogen wirst. 

Denn dies ist nicht das Werk deiner Gedanken oder deiner Bemühung, sondern ein Geschenk der himmlischen Gnade und der göttlichen Erbarmung, damit du in der Tugend vorwärts schreitest und dich in der Demut tiefer gründest, damit du dich zu den

bevorstehenden Kämpfen vorbereitest und dich befleißt, Mir mit der ganzen Neigung deines Herzens anzuhängen und mit eifrigem Willen zu dienen.


2. Mein Sohn! Oft brennt das Feuer, aber die Flamme steigt nicht ohne Rauch in die Höhe. 


So brennen auch einige vor Begierde zu himmlischen Dingen und sind doch von der Versuchung fleischlicher Neigungen nicht frei. Deswegen tun sie das, um was sie so inständig bitten, nicht ganz rein zur Ehre Gottes. So ist oft auch deine Begierde beschaffen, von welcher du sagst, dass sie bis zum Ungestüm anhalten werde. Denn

das ist nicht rein und vollkommen, was von Eigenliebe befleckt ist.


3. Begehre nicht, was dir erfreulich und bequem, sondern was Mir angenehm ist und zu Meiner Ehre gereicht, denn wenn du recht urteilst, so musst du Meine Anordnung deiner Begierde und allem, wozu du ein Verlangen trägst, vorziehen und ihr nachkommen. 


Deine Begierde ist Mir genug bekannt und Ich habe deine häufigen

Seufzer angehört. Du möchtest schon jetzt in der Freiheit der Kinder Gottes sein. Die ewige Wohnung und das freudenvolle himmlische Vaterland erfreut dich schon jetzt, aber jene Stunde ist noch nicht gekommen, sondern es ist noch eine andere Zeit nämlich die Zeit des Kampfes, die Zeit der Mühseligkeit und der Prüfung. Du wünscht

mit dem höchsten Gute erfüllt zu werden, aber noch kannst du nicht dazu gelangen. Ich bin es, harre auf Mich, sagt der Herr, bis das Reich Gottes kommt.


4. Du musst noch auf der Welt geprüft und in vielen Dingen geübt werden. 


Du wirst zuweilen einen Trost erhalten, aber zur völligen Sättigung nicht kommen. Ermuntere dich also und sei starkmütig sowohl wenn du tätig bist als auch wenn du leidest, was der Natur zuwider ist. Du musst einen neuen Menschen anziehen und ganz anders werden. Du musst oft tun, was du nicht willst, und unterlassen, was du willst. Was

anderen gefällt, wird glücklich vonstatten gehen, was aber dir gefällt, wird nicht zustandekommen. 

Man wird anhören, was andere sagen, was aber du sagst, wird für 

Nichts geachtet werden. Andere werden bitten, und sie werden empfangen, du wirst auch bitten, aber nichts erhalten.


5. Andere werden bei den Menschen für groß gehalten werden, von dir aber wird man schweigen. 


Anderen wird dieses oder jenes Geschäft anvertraut werden, dich aber wird man zu allem untauglich erklären. Deine Natur wird sich öfters darüber betrüben, aber es ist schon etwas Großes, wenn du es stillschweigend überträgst. Ein getreuer Diener des Herrn wird oft in diesen und in vielen anderen ähnlichen Dingen geprüft, inwiefern er sich selbst verleugnen und in allen Dingen seinen Willen brechen könne. 

Es ist kaum etwas, wo es so nötig ist, dir selbst abzusterben, als wenn du Dinge sehen und erdulden musst, welche deinem Willen zuwider sind, besonders dann, wenn dir aufgetragen wird, was unschicklich oder dir nicht nützlich zu sein scheint. Und weil du dir nicht getraust, einer höheren Gewalt zu widerstehen, indem du einem Herrn 

unterworfen bist, so fällt es dir hart, dich nach dem Winke eines anderen zu richten und deinem eigenen Urteil in allem zu entsagen.


6. Aber bedenke, Mein Sohn, welche Früchte diese Mühseligkeit bringt, wie geschwind sie sich endet und welch übergroße Belohnung du einst dafür zu erwarten hast, und es wird dir nicht schwer fallen, sie zu ertragen, sondern du wirst den süßesten Trost wegen deiner Geduld genießen. 


Denn zum Lohne, dass du jetzt in einer geringen Sache deinem Willen freudig entsagtest, wird im Himmel alles nach deinem Willen

sein. Dort wirst du nämlich alles finden, was du willst, alles, wozu du ein Verlangen tragen kannst. Dort wirst du alles Gute haben ohne Furcht, es jemals zu verlieren. 


Dort wird dein Wille, welcher allzeit mit dem Meinigen vereinigt sein wird, nichts außer Mir und nicht Eigenes verlangen. Dort wird dir niemand widerstehen, niemand über dich klagen, niemand dich hindern; es wird dir nichts Widriges begegnen, sondern du wirst alles Gewünschte zugleich gegenwärtig haben; dieses wird dein Verlangen stillen und demselben vollkommen genügen. 


Dort werde Ich die erlittene Schmach mit Herrlichkeit, die Trauer mit Freude vergelten, und statt des letzten niedrigsten Ortes werde Ich einen Sitz in dem ewigen Reiche anweisen. Dort wird die Frucht des Gewissens erscheinen; die Büßer werden sich ihrer überstandenen Mühe freuen und die Demütigen für ihre Unterwerfung herrlich gekrönt werden.


7. Unterwirf dich also jetzt allen mit Demut; bekümmere dich auch nicht, wer dieses oder jenes gesagt oder befohlen hat. 


Sondern wenn entweder dein Vorgesetzter oder ein Jüngerer oder einer, welcher dir gleich ist, etwas von dir verlangt oder dich an etwas erinnert, so trage alle Sorge, dass du es gut aufnimmst und dich mit

Aufrichtigkeit befleißt, dem Verlangen Genüge zu leisten. Einer mag dieses, ein anderer jenes suchen; jener mag sich in jenem, und dieser in diesem rühmen und tausendmal tausend Lobsprüche erhalten. Aber du musst dich weder in diesem noch in jenem freuen, sondern nur in die Verachtung deiner selbst deine Freude setzen und

dann frohlocken, wenn alles nach Meinem Wohlgefallen geschieht und Meine Ehre befördert wird. Dies allein musst du wünschen, dass Gott allzeit in dir verherrlicht werde, es mag nun im Leben oder durch den Tod geschehen.


(Psalm 3)

Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; 

so viele stehen gegen mich auf. Viele gibt es, die von mir sagen:

„Er findet keine Hilfe bei Gott.“

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, 

du bist meine Ehre und richtest mich auf.

Ich habe laut zum Herrn gerufen;

da erhörte er mich von seinem heiligen Berg.

Ich lege mich nieder und schlafe ein,

ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.

Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, 

wenn sie mich ringsum belagern.

Herr, erhebe dich, mein Gott, bring mir Hilfe!

Denn all meinen Feinden hast du den Kiefer zerschmettert,

hast den Frevlern die Zähne zerbrochen. Beim Herrn findet man Hilfe.

Auf dein Volk komme dein Segen!


Katechismus

(Art. 2094)


Man kann auf verschiedene Weise gegen die Liebe zu Gott sündigen. Gleichgültigkeit versäumt es oder weigert sich, an die Liebe Gottes zu denken; sie verkennt deren zuvorkommendes Wesen und leugnet ihre Kraft. Undankbarkeit unterlässt es oder weigert sich, die Liebe Gottes dankbar anzuerkennen und in Gegenliebe zu erwidern. 

Lauheit zögert oder unterlässt, die göttliche Liebe zu erwidern; in ihr kann die Weigerung liegen, sich dieser Liebe auszuliefern. 


Überduss an geistigen Dingen (acedia) oder geistige Trägheit kann so

weit gehen, dass man die von Gott kommende Freude verschmäht und das göttliche Gut verabscheut. Hass gegen Gott entspringt dem Stolz. Er widersetzt sich der Liebe Gottes, dessen Güte er leugnet und den er vorgeblich deswegen verwünscht, weil Gott die Sünden verbietet und Strafen verhängt.


Gebet

(Hl. Johannes Chrysostomus)


O Jesus, du hast das Licht entzündet, damit es immer leuchte;

du willst, dass wir wachsam und voll Eifer seien nicht nur für uns, sondern auch für die, die zur Wahrheit geführt worden sind.

Gib, dass unser Leben der Gnade und der Wahrheit würdig sei,

die wir empfangen haben.

Du sagst uns: „Lasst euer Licht leuchten.“

Du willst also, dass unsere Tugend groß sei, die Flamme brennend und überirdisch das Licht.

Hilf uns, unser Leben vollkommen untadelig im Angesicht der Menschen zu machen.

Dann wird es, als wäre es von einem Sonnenstrahl umgeben,

noch strahlender leuchten und seine Strahlen nicht nur über die Erde senden, sondern selbst in den Himmel eindringen und ihn durchdringen.

Gib, dass wir uns niemals von der Tugend entfernen, und wir werden seliger als alle Menschen sein, und wir werden alle jene anziehen,

die nach dem Heil streben.

Wahrhaft, von den Werken geht eine durchdringende und mächtige Beispielwirkung aus, und ein saubereres Leben ist viel sichtbarer

und leuchtender als das Licht selbst.

Möge die Kraft unseres Beispiels die Menschen erleuchten

und im Stande sein, sie zum ewigen Leben gelangen zu lassen.


(Origenes)

Allmächtiger Gott, wir bitten deine Barmherzigkeit,

dass sie uns nicht nur gewähre, dein Wort zu hören, 

sondern auch, es in die Tat zu setzen. 

Zerstöre in uns, was zerstört werden soll, 

und belebe, was zum Leben gebracht werden soll.

Gewähre uns, o Gott, mit dem Herzen zu glauben,

mit dem Mund zu bekennen,

mit den Werken deinen Bund mit uns zu bezeugen,

damit die Menschen beim Anblick unserer guten Werke dich preisen,

du unser Vater im Himmel,

durch Jesus Christus unseren Herrn, dem die Herrlichkeit in alle Ewigkeit gebührt.



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