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Erste Woche TAG 3

Der Sünde sterben, um in Christus zu leben

gd

Dies ist die wahre Reinigung unserer Seele „mit dem Feuer der dunklen und geistigen Liebe“. „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz (Ps 51,12), denn die Reinheit des Herzens ist nichts anderes als die Liebe und Gnade Gottes.“ (Hl. Johannes vom Kreuz)


GEBET ZUR VORBEREITUNNG


Lesung

(Röm 8,8-14)


Wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.

Wenn Christus in euch ist, dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde, der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit. Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder, so dass wir nach dem Fleisch leben müssten. Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben. Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes.


(Kol 3,5-0)

Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habsucht, die ein Götzendienst ist. All das zieht den Zorn Gottes nach sich. Früher seid auch ihr darin gefangen gewesen und habt euer Leben davon beherrschen lassen. Jetzt aber sollt ihr das alles ablegen: Zorn, Wut

und Bosheit; auch Lästerungen und Zotensollen nicht mehr über eure Lippen kommen. Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt und seid zu einem neuen Menschen geworden, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen.


Botschaft

(San Martino, 8.12.1996)


Singen wir Ehre dem Vater und preisen wir Ihn.

Meine Kinder, lebt ein Leben der Gnade, besiegt die Sünde durch die Heiligkeit und schaut auf meine Makellosigkeit.

Seid im Stande, die schönste Geschichte zu lesen, die Gott über mich geschrieben hat, euch, für euer Heil.

Werdet zu meinen Nachahmern und ich werde euch Gnade schenken,

ich werde euch die Liebe des Vaters schenken.

Mit mir habt ihr den sicheren Glauben, die heiligste Wahrheit,

die Beharrlichkeit, die Heiligkeit und die Glorie.

Ich liebe euch, meine Kinder.

Ich segne euch und drücke euch an mich.


Betrachtung

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Vereh-

rung der Heiligen Jungfrau)


Um uns von uns selbst leer zu machen, müssen wir uns selbst täglich absterben, indem wir auf die Tätigkeit unserer Seelenkräfte und unserer leiblichen Sinne verzichten.

Das heißt, wir müssen sehen, als sähen wir nicht, hören, als hörten wir nicht, die Dinge dieser Welt gebrauchen, als gebrauchten wir sie nicht (1 Kor 7,31), und so verwirklichen, was der Apostel „täglich sterben“ nennt (1 Kor 15,31). „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“ (Joh 12,24).


Wenn wir uns nicht selbst absterben, und wenn selbst unsere frömmsten Andachtsübungen nicht zu diesem Sterben führen, werden wir keine Frucht von irgendeinem Wert hervorbringen. Unsere Andachten werden nutzlos sein, und jedes Werk der Gerechtigkeit wird von unserer Eigenliebe und unserem Eigenwillen befleckt sein, und Gott wird auch unsere größten Opfer und unsere besten Taten verabscheuen (Jes 1,13). 


Und wenn wir das Ende unseres Lebens erreicht haben, werden unsere Hände leer an Tugenden und Verdiensten sein, ohne einen einzigen Funken jener reinen Liebe Gottes, die nur jenen Seelen geschenkt wird, die sich selbst abgestorben sind und deren Leben mit Christus in Gott verborgen ist (Kol 3,3).


Kontemplation

(Nachfolge Christi, III/50)


Gebet der Seele im Schmerz


1. Mein Herr und Gott, Heiliger Vater! Du sollst jetzt und in Ewigkeit gepriesen sein, weil es geschehen ist, wie Du willst, und was Du tust, ist gut. 


Dein Diener soll sich in Dir, nicht aber in sich selbst, noch in jemand anderem freuen, weil Du, o Herr, allein die wahre Fröhlichkeit, weil du meine Hoffnung und meine Krone, meine Freude und mein Ruhm bist. Was besitzt Dein Diener nicht von Dir was er, und zwar ohne sein

Verdienst, empfangen hat? Alles, was Du gegeben und geschaffen hast, ist Dein. Ich bin arm und von Jugend auf in Mühseligkeiten, und meine Seele ist bisweilen so sehr betrübt, dass ich in Tränen zerfließe und wegen der bösen Neigungen, welche in ihr aufsteigen, fällt sie bisweilen in Verwirrung.


2. Ich trage ein heftiges Verlangen nach der Freude des Friedens; ich bitte inständig um den Frieden Deiner Kinder, welche im Lichte des Trostes von Dir erquickt werden.


Wenn Du Frieden gibst, wenn Du heilige Freude in das Herz gießt, so wird die Seele Deines Dieners voll Freuden Lobgesänge anstimmen und aus Inbrunst und Andacht nicht aufhören, Dich zu loben. Aber wenn Du Deine süße Gegenwart entziehst, wie Du oft zu tun pflegst, so wird Dein Diener auf dem Wege Deiner Gebote nicht mehr fortwandeln können, sondern er wird sich auf seine Knie werfen und an seine Brust schlagen, weil er nun nicht mehr empfindet, was er gestern und vorgestern empfunden hat, da Dein Licht über seinem Haupte schimmerte, und da Du ihn unter dem Schatten deiner Flügel vor den Anfällen der Versuchungen beschützt.


3. Gerechter und allzeit lobenswürdiger Vater! Die Stunde ist gekommen, dass Dein Diener geprüft werden soll. 


Liebenswürdiger Vater! Es ist billig, dass Dein Diener zu dieser Stunde etwas für Dich leide. Allzeit ehrwürdiger Vater! Jene Stunde ist gekommen, welche Du schon von Ewigkeit her voraussahst, dass Dein Diener auf kurze Zeit dem äußerlichen Scheine nach unterliege, aber allzeit innerlich bei Dir lebe, dass er auf kurze Zeit verachtet, gedemütigt und vor den Menschen verkleinert, ja sogar von seinen eigenen bösen Neigungen und Gebrechlichkeiten heftig bestritten

werde, damit er bei der Morgenröte des neuen Lichtes wieder mit Dir auferstehe und in dem Himmel mit Dir verherrlicht werde. Heiliger Vater! Du hast es so angeordnet und so gewollt, und was Du befohlen hast, das ist geschehen.


4. Denn dies ist eine Gnade, welche Du Deinen Freunden erweist, dass sie in dieser Welt aus Liebe zu Dir leiden und Trübsal ausstehen, so oft und durch wen Du dieses immer zulässt. 


Ohne Deinen Ratschluss, ohne Deine Vorsicht und ohne weise Ursache geschieht nichts in der Welt. Es ist mir gut, o Herr, dass Du mich gedemütigt hast, damit ich Deine gerechten Anordnungen kennenlerne, mein Herz vor allem Stolz bewahre und in keine Vermessenheit falle. Es ist mir nützlich, dass mein Angesicht mit Beschämung bedeckt wurde, damit ich mehr bei Dir als bei den Menschen Trost suche. Auch habe ich daraus Dein unerforschliches Urteil fürchten gelernt, indem Du den Gerechten wie den Gottlosen züchtigst, aber dennoch nicht wider Billigkeit und Gerechtigkeit. 


5. Ich danke Dir, dass Du meiner in meinen Übeln nicht schontest, sondern mir harte Streiche versetztest, mich mit Schmerzen überhäuftest und innerlich und äußerlich mit Ängsten quältest. 


Unter allen Menschen, welche auf der ganzen Welt sind, ist kein

einziger, welcher mich trösten könnte, als Du, mein Herr und Gott, Du himmlischer Arzt der Seelen! Du schlägst und heilst, Du führst bis zum Abgrunde und wieder zurück. Du züchtigst mich zwar, aber selbst Deine väterliche Strafrute unterrichtet mich.


6. Siehe, geliebter Vater, ich bin in Deinen Händen, ich beuge mich unter die Zuchtrute, mit der Du mich besserst. 


Schlage auf meinen Rücken auf meinen Nacken, damit ich

meine Widerspenstigkeit ablege und mich nach Deinem Willen lenke. Mache aus mir einen frommen und demütigen Lehrjünger, wie Du es so oft getan hast, damit ich immer nach Deinem Winke wandle. Ich übergebe mich Dir selbst und all das Meinige, damit Du es verbesserst, denn es ist besser, in dieser als in der anderen Welt

gestraft werden. Du weiß alles und nichts ist Dir im menschlichen Herzen verborgen.


Dir ist das Zukünftige bekannt, bevor es geschieht, und Du hast nicht nötig, dass Dich jemand lehre oder unterrichte, was in der Welt vorgeht. Du weißt, was zu meinem Fortgange nützlich ist und wieviel die Trübsal beiträgt, mich von dem Roste meiner Sünden zu reinigen. Verfahre mit mir nach Deinem Wohlgefallen, und verachte mich

nicht wegen meines sündhaften Lebens, welches niemand besser kennt als Du allein.


7. Lass mich, o Herr, das wissen, was ich wissen soll; das lieben, was liebenswert ist; das loben, was Dir am besten gefällt; das schätzen, was vor Dir kostbar ist; das tadeln, was in Deinen Augen verächtlich ist. 


Lass nicht zu, dass ich nur nach dem äußerlichen Scheine urteile oder mich in meinen Meinungen nach den Reden unerfahrener Leute

richte, sondern über das Sichtbare und Unsichtbare der Wahrheit gemäß entscheide und vor allem erforsche, was Dir wohlgefällig ist.


8. Die Sinne der Menschen täuschen sich oft in ihren Urteilen; es täuschen sich auch die Liebhaber dieser Welt, indem sie nur das Sichtbare lieben. 


Um was aber ist der Mensch besser, wenn er von anderen Menschen höher geachtet wird? Der Falsche betrügt den Falschen, der Eitle den Eitlen, der Blinde den Blinden, der Schwache den Schwachen, da er ihn lobt, und in der Tat, wer einen anderen ohne Ursache lobt, beschämt ihn vielmehr. Denn, wie der demütige hl. Franziskus Seraphikus sagt: „Ein jeder ist nur das, was er in Deinen Augen ist, und nichts weiter.“


(Psalm 44)

Gott, wir hören es mit eigenen Ohren, unsere Väter erzählten uns von dem Werk, das du in ihren Tagen vollbracht hast, in den Tagen der Vorzeit. 

Mit eigener Hand hast du Völker vertrieben, sie aber eingepflanzt.

Du hast Nationen zerschlagen, sie aber ausgesät.

Denn sie gewannen das Land nicht mit ihrem Schwert, noch verschaffte ihr Arm ihnen den Sieg;

nein, deine Rechte war es, dein Arm und dein leuchtendes Angesicht;

denn du hattest an ihnen Gefallen.

Du, mein König und mein Gott, du bist es, der Jakob den Sieg verleiht.

Mit dir stoßen wir unsere Bedränger nieder,

in deinem Namen zertreten wir unsere Gegner.

Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, noch kann mein Schwert mir helfen;

nein, du hast uns vor unseren Bedrängern gerettet;

alle, die uns hassen, bedeckst du mit Schande.

Wir rühmen uns Gottes den ganzen Tag 

und preisen deinen Namen auf ewig. 

Doch nun hast du uns verstoßen und mit Schmach bedeckt,

du ziehst nicht mit unserem Heer in den Kampf.

Du lässt uns vor unsern Bedrängern fliehen,

und Menschen, die uns hassen, plündern uns aus.

Du gibst uns preis wie Schlachtvieh, 

unter die Völker zerstreust du uns.

Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld

und hast an dem Erlös keinen Gewinn.

Du machst uns zum Schimpf für die Nachbarn,

zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen.

Du machst uns zum Spottlied der Völker,

die Heiden zeigen uns nichts als Verachtung.

Meine Schmach steht mir allzeit vor Augen, und Scham bedeckt mein Gesicht wegen der Worte des lästernden Spötters, wegen der rachgierigen Blicke des Feindes.

Das alles ist über uns gekommen, und doch haben wir dich nicht vergessen, uns von deinem Bund nicht treulos abgewandt.

Unser Herz ist nicht von dir gewichen, noch hat unser Schritt deinen Pfad verlassen.

Doch du hast uns verstoßen an den Ort der Schakale und uns bedeckt mit Finsternis. Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen

und zu einem fremden Gott die Hände erhoben, würde Gott das nicht ergründen?

Denn er kennt die heimlichen Gedanken des Herzens.

Nein, um deinetwillen werden wir getötet Tag für Tag, 

behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.

Wach auf! Warum schläfst du, Herr?

Erwache, verstoß nicht für immer!

Warum verbirgst du dein Gesicht, vergisst unsere Not und Bedrängnis? 

Unsere Seele ist in den Staub hinabgebeugt, unser Leib liegt am Boden. Steh auf und hilf uns! In deiner Huld erlöse uns!


Katechismus

(Art. 2011)


Die Liebe Christi ist in uns die Quelle all unserer Verdienste vor Gott. Die Gnade vereint uns in tätiger Liebe mit Christus und gewährleistet so den übernatürlichen Charakter unserer Taten und folglich ihren Verdienst vor Gott und den Menschen. 


Die Heiligen waren sich stets lebhaft bewusst, dass ihre Verdienste reine Gnade sind: „Nach der Verbannung auf Erden hoffe ich, in der Heimat mich an dir zu erfreuen;

aber ich will nicht Verdienste für den Himmel sammeln, sondern allein für deine Liebe arbeiten... Am Ende dieses Lebens werde ich mit leeren Händen vor dir erscheinen; 


denn ich bitte dich nicht, o Herr, meine Werke zu zählen. 

All unsere Gerechtigkeit ist voll Makel in deinen Augen! 

Ich will mich also mit deiner eigenen Gerechtigkeit bekleiden und

von deiner Liebe den ewigen Besitz deiner selbst erlangen“

(Hl. Theresia vom Kinde Jesu).


(Art. 2012)

„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt... denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei. 

Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, hat er auch verherrlicht“ (Röm 8,28-30).


(Art. 2013)

„Daher ist allen klar, dass alle Christgläubigen jeglichen Standes oder Ranges zur Fülle des christlichen Lebens und Vollkommenheit der Liebe berufen sind“ (LG 40). Alle sind zur Heiligkeit berufen: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ (Mt 5,48).


Gebet

(Charles de Foucauld, Meditationen über das Evangelium)


O Herr, dein Jünger zu sein, heißt, ganz dein zu sein, dir völlig zu gehören, mit dir vollkommen vereint zu sein, mit dir ein Einziges zu sein, nicht mehr selbst zu leben, da du es bist, der in uns lebt, und dies bedeutet die vollkommene Vereinigung mit dir. 


O mein Gott, wie sehr muss es mich danach verlangen, dein Jünger zu sein! Denn es ist die größte Verherrlichung, die ich dir darbringen kann: „Verrherrlichung Gottes ist es, dass ihr meine Jünger werdet und Frucht bringt“ - und dies ist auch mein großes Streben.


O Herr, hilf mir, zu tun, was dazu nötig ist. 

Sich selbst zu verleugnen, um dir nachzufolgen, was bedeutet dies? 

Es bedeutet, auf sich selbst zu vergessen, von sich selbst abzusehen, sich überhaupt nicht um sich selbst zu kümmern, so, als würde man gar nicht existieren. Dann hat man weder Eigeninteresse, noch Vorteil, noch Gefallen, noch Eigenwillen, noch sonst irgend etwas. Man hört auf, zu sein, man beschäftigt sich nicht im mindesten mit sich selbst, man vergisst sich selbst vollkommen. 


Aber, o Herr, wenn ich nicht mehr mein Wohl suche, werde ich dann überhaupt nichts mehr suchen? 


Wenn dieses Herz, wenn dieser Geist von sich selbst entleert sind, werden sie dann so leer bleiben? 


Nein, nicht einmal für einen Augenblick. Wenn ich mich leer mache von mir selbst, dann nur, um von dir erfüllt zu werden, mein Gott! Wenn ich meiner vergesse, dann nur, um nichts anderes mehr zu denken als dich!



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