Erste Woche TAG 2
Das Licht des Heiligen Geistes lasse uns alle unsere Sünden erkennen

Der Blick Jesu, voll unendlichem Mitleid, ruft beim heiligen Petrus nach seiner dreifachen Verleugnung (Lk 22,61) die bitteren Tränen der Reue hervor und nach der Auferstehung des Herrn das dreifache Bekenntnis seiner Liebe zu Ihm (Joh 21,15-17).
Lesung
(Röm 7,14-25)
Wir wissen, dass das Gesetz selbst vom Geist bestimmt ist;
ich aber bin Fleisch, das heißt, verkauft an die Sünde.
Denn ich begreife meine Hand nicht: Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, erkenne ich an, dass das Gesetz gut ist. Dann aber bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde.
Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde.
Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will. Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes, ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, von dem meine Glieder beherrscht werden. Ich unglücklicher Mensch!
Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?
Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!
Es ergibt sich also, dass ich mit meiner Vernunft dem Gesetz Gottes diene, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.
Botschaft
(S. Martino, 8.12.1998)
Lobpreisen wir den Vater.
Meine Kinder,
es nähert sich die Zeit der Wahrheit, die Zeit Gottes.
Durch mein Unbeflecktes Herz hindurch wird sich der Heilige Geist
in einem neuen Pfingsten der Liebe auf die Menschheit ergießen.
Mögen sich alle Menschen in wachsamer Erwartung und in Reue über alle ihre Sünden auf den großen Übergang vorbereiten.
Liebe Kinder, weil ihr vertraut habt, habt ihr meinen Aufruf nicht belächelt, sondern euch klein und demütig gemacht.
Jene, die meinem Mutterherzen geweiht sind, erfreuen sich meiner Auserwählung, und ihnen wird das Reich des Vaters gehören, in dem auch ich sein werde, um euch zu erwarten.
Euch segnend drücke ich euch heute alle an mich.
Betrachtung
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Vereh-
rung der Heiligen Jungfrau)
Wir müssen uns von allem Schlechten in uns befreien
(Art. 78)
Es ist von allergrößter Bedeutung, durch die Vereinigung mit
Jesus Christus die Vollkommenheit zu erreichen, und all das
abzulegen, was an Schlechtem in uns ist. Sonst wird unser Herr,
der unendlich rein ist und den kleinsten Makel der Seele unendlich verabscheut, uns von seinem Antlitz verstoßen.
(Art. 79)
Um unsere Seele für den himmlischen Bräutigam würdig zu machen, ist es vor allem andern nötig, unser Inneres im Lichte des Heiligen Geistes zu erkennen: unsere Unfähigkeit zu allem Guten, unsere Schwäche in allem, unsere Unbeständigkeit, unsere Unwürdigkeit für jegliche Gnade und unsere Verdorbenheit durch die Sünde unserer Stammeltern.
Wir sind ganz verdorben, verbittert, aufgebläht und zersetzt, so wie eine sauer gewordene Hefe die ganze Teigmasse verdirbt. Unsere Sünden, die wir fortwährend begehen, seien sie auch schon verziehen, vergrößern immer noch unsere Verdorbenheit und lassen üble Rückstände in unserer Seele zurück.
Unsere Leiber sind so verdorben, dass sie vom Heiligen Geist die Leiber der Sünde genannt werden, die von der Sünde empfangen und ernährt, zur Sünde fähig und einer Unzahl von Krankheiten unterworfen sind und Tag für Tag nichts als Infektionen, Würmer und Verderbnis hervorbringen.
Und unsere an den Leib gebundene Seele ist so fleischlich geworden, dass sie selbst Fleisch genannt wird: „Alle Wesen aus Fleisch auf der Erde lebten verdorben.“ (Gen 6,12, wo „Wesen aus Fleisch“ „Mensch“ bedeutet).
Unser Erbe ist nichts als Stolz und Unfreiheit des Geistes, Verhärtung
des Herzens, Schwachheit und Unbeständigkeit der Seele,
Begierlichkeit, Aufruhr der Leidenschaften und körperliche Krankheiten.
Unserer Natur nach sind wir stolzer als die Pfauen, mehr der Erde verhaftet als die Kröten, hässlicher als die Ziegen, neidischer als die Schlangen, fressgieriger als die Schweine, wütender als die Tiger, träger als die Schildkröten, schwächer als Grashalme und unsteter als Fahnen im Wind. Auf dem Grund unserer Seele haben wir das Nichts und die Sünde, und wir verdienen nichts anderes als den Zorn Gottes und die ewige Hölle.
(Art. 80)
Kann man sich da noch wundern, wenn Unser Herr sagte, wer ihm folgen wolle, müsse sich selbst entsagen und die eigene Seele hassen, denn wer seine Seele hasst, rettet sie, und wer sie liebt, verliert sie? (Mt 16,25; Lk 9,24; Joh 12,25)
Kontemplation
(Nachfolge Christi, III/20)
Die eigenen Schwächen bekennen
1. Öffne, o Herr, mein Herz Deinem Gesetze und lehre mich auf dem Wege Deiner Gebote wandeln.
Gib mir Deinen Willen zu erkennen und erleuchte mich, dass ich
mit großer Ehrfurcht an Deine sowohl allgemeinen, als auch besonderen Wohltaten denke und sie fleißig erwäge, damit ich Dir gebührend danken kann. Doch ich weiß und bekenne es, dass ich unfähig bin, sogar für die geringsten Wohltaten Dir gebührend zu danken und Dich geziemend zu loben. Ich bin aller Gnaden, die Du mir erwiesen hast, unwürdig, und wenn ich Deine Hoheit betrachte, so unterliegt mein Geist unter der Größe derselben.
2. Alles, was wir an der Seele oder am Leibe haben, alles, was wir innerlich oder äußerlich besitzen, alle natürlichen oder übernatürlichen Gaben sind Wohltaten von Dir und beweisen, wie gnädig, wie mild und gütig Du bist, von welchem wir alles
Gute empfangen haben.
Wenn schon einer mehr, der andere weniger empfangen hat, so ist doch alles Dein, und ohne Dich kann der Mensch nicht das Geringste erlangen. Wer größere Gaben empfangen hat, kann sich derselben nicht wegen seines Verdienstes rühmen, er darf sich auch nicht über andere erheben oder jene, welche weniger empfangen haben, verachten. Denn nur der ist größer und besser, welche sich selbst weniger zuschreibt und mit mehr Demut und Andacht dankt. Und wer sich für den Schlechtesten aus allen hält und als den Unwürdigsten schätzt, der ist der Tauglichste, größere Gnaden zu empfangen.
3. Wer aber weniger empfangen hat, muss deswegen nicht traurig und unwillig werden oder den Reichen beneiden, er muss vielmehr auf Dich hoffen und dich wegen Deiner Güter nach allen Kräften loben, dass Du Deine Gaben so unverdient und reichlich und so gerne austeilst, ohne einen Unterschied zwischen diesem oder jenem
Menschen zu machen.
Alles ist von Dir, und deswegen musst Du in allen Dingen gelobt werden. Du weißt, welche Gaben einem jeden die nützlichsten sind; es steht auch nicht uns zu, sondern Dir, zu entscheiden, warum dieser weniger, ein anderer mehr haben soll, weil Dir die Verdienste eines jeden bekannt sind.
4. Deswegen, o mein Herr und mein Gott, halte ich es sogar für eine besondere Wohltat, dass ich keine großen Vorzüge habe, wodurch ich mir äußerlich und bei den Menschen Lob und Ruhm erwerben könnte.
So, wenn einer seine Armut und Verächtlichkeit bedenkt, soll er es sich nicht schwer fallen lassen und deswegen traurig oder niedergeschlagen werden, sondern vielmehr Trost und große Freude
empfinden, weil Du, o Gott, die Armen und Demütigen und die in dieser Welt Verachteten erwählt hast, um sie zu Deiner Vertraulich-keit zuzulassen und unter Deine Hausgenossen aufzunehmen.
Davon sind die Apostel selbst Zeugen, welche Du als Fürsten über die ganze Welt gesetzt hast. Dessen ungeachtet wandelten sie, ohne sich zu beklagen, auf dieser Erde zufrieden, in großer Demut und Einfalt, frei von aller Bosheit und von allem Betrug, sodass sie sich sogar freuten, zur Ehre Deines Namens Schmach zu leiden, und das mit innigem Vergnügen umfingen, was die Welt verabscheut.
5. Wer also Dich liebt und Deine Wohltaten erkennt, den muss nichts so sehr freuen, als dass Dein Wille an ihm geschieht und dass alles nach Deiner ewigen Anordnung an ihm vollzogen wird.
Darüber muss er sich so vollkommen beruhigen und trösten, dass er ebensogern der Geringste sein will, als ein Ehrgeiziger der Höchste zu sein wünschen würde; so ruhig und zufrieden am letzten Platze, wie am ersten, und dass er ebensogern verächtlich und verstoßen, ohne Ehre und Ruhm sein wollte, als wenn er in der Welt vor anderen geehrt und erhöht würde. Denn Dein Wille und die Begierde, Deine Ehre zu vermehren, muss vor allem anderen den Vorzug haben; dieses muss ihn auch mehr trösten und ihm besser gefallen, als alle Wohltaten, die ihm erwiesen worden sind oder ihm noch erwiesen werden können.
(Psalm 143)
Herr, höre mein Gebet, vernimm mein Flehen;
in deiner Treue erhöre mich, in deiner Gerechtigkeit!
Geh mit deinem Knecht nicht ins Gericht;
denn keiner, der lebt, ist gerecht vor dir.
Der Feind verfolgt mich, tritt mein Leben zu Boden, er lässt mich in der Finsternis wohnen wie längst Verstorbene.
Mein Geist verzagt in mir, mir erstarrt das Herz in der Brust.
Ich denke an die vergangenen Tage, sinne nach über all deine Taten,
erwäge das Werk deiner Hände.
Ich breite die Hände aus und bete zu dir;
meine Seele dürstet nach dir wie lechzendes Land.
Herr, erhöre mich bald, denn mein Geist wird müde;
verbirg dein Antlitz nicht vor mir, damit ich nicht werde wie Menschen, die längst begraben sind.
Lass mich deine Huld erfahren am frühen Morgen;
denn ich vertraue auf dich.
Zeig mir den Weg, den ich gehen soll;
denn ich erhebe meine Seele zu dir.
Herr, entreiß mich den Feinden!
Zu dir nehme ich meine Zuflucht.
Lehre mich, deinen Willen zu tun; denn du bist mein Gott.
Dein guter Geist leite mich auf ebenem Pfad.
Um deines Namens willen, Herr, erhalt mich am Leben,
fuhre mich heraus aus der Not in deiner Gerechtigkeit!
Vertilge in deiner Huld meine Feinde,
lass all meine Gegner untergehen! Denn ich bin dein Knecht.
Katechismus
(Art. 1442)
Christus hat gewollt, dass seine Kirche als ganze in ihrem Gebet, ihrem Leben und Handeln Zeichen und Werkzeug der Vergebung und Versöhnung sei, die er uns um den Preis seines Blutes erworben hat. Er hat jedoch die Ausübung der Absolutionsgewalt dem apostolischen Amt anvertraut. Dieses ist mit dem „Dienst der Versöhnung“ (2 Kor 5,18) beauftragt.
Der Apostel ist „an Christi Statt“ gesandt;
durch ihn ermahnt und bittet Gott selbst:
„Lasst euch mit mir versöhnen!“ (2 Kor 5,20).
(Art. 1443)
Während seines öffentlichen Lebens vergab Jesus nicht nur Sünden, sondern zeigte auch die Wirkung der Vergebung:
Er gliederte die Sünder, denen er verziehen hatte, wieder in die Gemeinschaft des Gottesvolkes ein, aus der die Sünde sie entfernt oder sogar ausgeschlossen hatte.
Ein offensichtliches Zeichen dafür ist es, dass Jesus Sünder an seinen Tisch lädt, ja dass er sich selbst an ihren Tisch setzt - eine Handlung, die auf ergreifende Weise zugleich die Vergebung durch Gott und die Rückkehr in den Schoß des Volkes Gottes zum Ausdruck bringt.
Gebet
(Hl. Theresia von Jesus, Esclamazioni 10,1; 12,3-5)
Wie groß ist doch unsere Bereitschaft, dich zu beleidigen,
o du Gott meiner Seele!
Aber wie viel größer ist deine Bereitschaft, uns zu verzeihen!
Herr, woher kommt diese unsere törichte Dreistigkeit, wenn nicht aus dem Bewusstsein, dass deine Barmherzigkeit so groß ist, und aus unserem Wissen, dass deine Gerechtigkeit aber ebenso groß ist?
„Todesschmerzen umgeben mich.“
Oh, welch furchtbares Übel ist die Sünde, wenn sie in der Lage ist, einen Gott unter so entsetzlichen Schmerzen zu töten!
Du bist von den Sünden, von den Todesschmerzen umgeben, o Herr! Wo ist der Ort, wo du keine Schmerzen littest?
Überall bedecken dich die Menschen mit Wunden.
Welch tiefe Blindheit, o mein Gott!
Welch finstere Undankbarkeit, o mein König!
Wir dienen dem Teufel mit deinen eigenen Geschenken und Gaben!
Wir vergelten dir die große Liebe, die du uns darbringst damit, dass wir den lieben, der dich hasst, und der dich ohne Ende hassen wird!
Für uns hast du dein Blut vergossen, für uns hast du die Geißelung erlitten, die bittersten Qualen und die grausamsten Schmerzen.
Und wir - wir nehmen uns die zu Gefährten und Freunden, die dich so misshandelt haben!
O Herr, ist dies vielleicht der Grund, dass dich die Menschen so behandeln, weil du dich gefesselt und an die Liebe gekettet zeigst?
Was haben diejenigen, die dich töteten, also mehr und anderes getan?
O mein Gott, wie leidest du für die, die so wenig Mitleid für deine Schmerzen haben!