ERSTE WOCHE
Selbsterkenntnis und Reue

Traktat über die wahre Verehrung der Heiligen Jungfrau
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort)
(Art. 228)
Wer sich der Muttergottes weihen will, soll während der ersten Woche alle Gebete und Frömmigkeitsübungen aufopfern, um Selbsterkenntnis und Reue über seine Sünden zu erflehen, und alles, was er tu, im Geiste wahrer Demut tun.
Man sollte darüber meditieren, was an schlechten Tendenzen doch alles in uns steckt und sich diese sieben Tage lang für nicht anders und besser halten als wir tatsächlich sind, nämlich langsam und träge wie Schnecken, widerlich und schmutzig wie Kröten und unreine Tiere, gefährlich und schlau wie die Schlangen und dumm wie die Ziegen.
Oder aber diese Worte des Heiligen Bernhard betrachten:
"Denk daran, was du warst, ein wenig Erde;
was du bist, ein Gefäß voll Unrat;
was du sein wirst, ein Fraß für die Würmer."
Zu unserem Herrn und zum Heiligen Geist bete man mit diesen Worten um Erleuchtung: ,Herr, dass ich sehe!" (Lk 18,41), oder
"Herr, dass ich mich selbst erkenne!" (Augustinus, Soliloquia), oder
"Komm, Heiliger Geist!"
Wir beten v o r den Meditationen wieder die Vorbereitung.
Der hl. Rosenkranz wird sehr empfohlen.
Wir beten d a n a c h zur Bewahrung der Meditationen