Dritte Woche TAG 7
Die Ganzhingabe an Jesus durch Maria

Veni Sancte Spiritus (S. 249)
Lesung
(Joh 2,1-5)
Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm:
Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus erwiderte ihr:
Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
(Röm 8,32.35.38-39)
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?
Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte,
Gefahr oder Schwert?
Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Botschaften
(San Martino, 25.10.1989)
Ehre sei dem Vater,
dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Meine lieben Kinder, folgt mir nach
und ihr werdet im Herzen den Frieden finden.
Wenn ihr in der Gnade lebt, lebt ihr im Frieden.
Ich wünsche, dass mein Jesus in einem jeden von euch bis zu seiner Fülle lebe.
So viele Worte sind für euch meinem Unbefleckten Herzen entsprungen, um euch mit mir zu vereinen und euch im Glauben stark zu machen.
Meine Kinder, ich erbitte von euch tägliche Werke der Buße und der Abtötung.
Vereint euch jeden Tag mit meinem Jesus, denn ihr wisst schon:
Dies sind Vorbereitungszeiten für große Ereignisse.
Ihr bildet meine Scharen, welche ich zum großen Sieg führe.
Ich schließe euch alle in der sicheren Zuflucht
meines Unbefleckten Herzens ein und segne euch alle.
(San Martino, 9.11.1991)
Preist mit mir den Herrn.
Meine Kinder, groß ist euer Verlangen,
mich zu hören und mich zu sehen.
Aber ich sage euch:
Wenn jeder von euch den wahren Zweck meines Rufes
verstanden hat, dann wird er der wahren Freude
des Lebens begegnet sein,
und meine Anwesenheit wird für euch nicht mehr
das Wichtigste sein: das Höchste Gut wird dann in euch sein.
Ich danke euch und segne euch.
Ich segne alle, die diese Stätten aufsuchen.
Betrachtung
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Verehrung der Heiligen Jungfrau)
Die vollkommene Hingabe an Jesus Christus
(Art. 120)
Da unsere ganze Vollkommenheit darin besteht, Jesus Christus gleichförmig, mit ihm vereint und ihm geweiht zu sein, ist ohne Zweifel die vollkommenste aller Frömmigkeitsformen jene, die uns Jesus Christus am vollkommensten angleicht, vereint und weiht.
Da Maria nun von allen Geschöpfen Jesus Christus am ähnlichsten ist, folgt daraus, dass von allen Formen der Frömmigkeit, jene, die unsere Seele am meisten Unserem Herrn weiht und angleicht, die
Verehrung der Heiligsten Jungfrau, seiner heiligen Mutter ist.
Und je mehr daher eine Seele Maria geweiht ist,
umso mehr ist sie Jesus Christus geweiht.
Darum besteht die vollkommene Weihe an Jesus Christus in der Ganzhingabe an die Heiligste Jungfrau: und genau das ist die Frömmigkeitsform, die ich lehre. Oder genauer gesagt, eine vollkommene Erneuerung der Taufgelübde.
Die vollkommene und gänzliche Hingabe seiner selbst
(Art. 121)
Diese Frömmigkeitsform besteht darin, dass man sich der
Heiligsten Jungfrau völlig schenkt, um ganz Jesus Christus
anzugehören. Wir müssen ihr schenken:
1. unseren Leib mit all seinen Sinnen und Gliedern;
2. unsere Seele mit all ihren Fähigkeiten;
3. unsere gegenwärtigen und zukünftigen äußeren Güter;
4. unsere inneren und geistigen Güter, das sind die Verdien-
ste, die Tugenden, die guten Werke, seien sie vergangen, gegen-
wärtig oder noch zukünftig.
Kurz, alles, was wir in der Ordnung der Natur,
in der Ordnung der Gnade und
in der Ordnung der Glorie besitzen.
Ohne irgendeine Ausnahme, nicht einmal einen Groschen, nicht ein Haar und auch nicht die kleinste gute Tat. Und dies für alle Ewigkeit, ohne einen anderen Lohn dafür zu beanspruchen oder zu erhoffen, als die Ehre, durch sie und in ihr Jesus Christus anzugehören.
Und selbst, wenn diese liebenswerte Herrin nicht das freigebigste und dankbarste aller Geschöpfe wäre, müssten wir dies tun.
(Art. 123)
Daraus folgt in erster Linie, dass wir durch diese Hingabe Jesus
Christus durch die Hände Mariens, also auf die vollkommenste Art, alles schenken, was wir ihm schenken können, und das ist viel mehr als bei den anderen Frömmigkeitsübungen, bei denen man ihm nur einen Teil seiner Zeit, seiner guten Werke oder seiner Bußübungen und Abtötungen schenkt.
Hier schenken und weihen wir alles, selbst noch das Recht,
über unsere inneren Güter zu verfügen und über die Genugtuung, die wir Tag für Tag durch unsere guten Werke leisten, etwas, was in keinem Orden getan wird.
In den Ordensgemeinschaften schenkt man Gott die leiblichen
Güter durch das Gelübde der Armut, den eigenen Willen durch
das Gelübde des Gehorsams, und manchmal auch die körperliche Freiheit durch das Gelübde der Klausur.
Aber man schenkt ihm nicht die Freiheit oder das Recht, das man hat, über den Wert der guten Werke zu verfügen, und man ver-
zichtet nicht auf das Wertvollste und Teuerste, das ein Christ besitzt, nämlich die Verdienste und Sühneleistungen.
(Art. 124)
Daraus folgt nun weiter, dass ein Mensch, der sich freiwillig auf solche Art Jesus Christus durch Maria geweiht und geopfert hat, nicht länger über den Wert irgendeines seiner guten Werke verfügen kann.
Alles, was er leidet, denkt, sagt und an Gutem vollbringt, schenkt er Maria, damit sie darüber verfüge nach dem Willen ihres Sohnes und zu seiner größeren Ehre. Ohne dass jedoch diese Abhängigkeit die Standespflichten beeinträchtigt, denen man unterliegt oder in Zukunft unterliegen wird.
Zum Beispiel etwa die Pflichten eines Priesters, der von Amts
wegen oder aus einem sonstigen Grund den genügtenden und fürbittenden Wert einer heiligen Messe einer bestimmten Person zuwenden muss; denn man vollzieht diese Hingabe nur in der von Gott gewollten Ordnung und im Rahmen der Standespflichten.
Kontemplation
(Hl. Ludwig Maria Grignion v. Montfort, Das Geheimnis Mariens)
(Art. 66.)
Ich wende mich zu dir, mein liebster Jesus,
um dir für das Geschenk zu danken,
das du mir durch die Frömmigkeitsübung der heilige Sklavenschaft
gemacht hast, damit so deine Heiligste Mutter bei deiner Majestät meine Anwältin sei und alles ergänze, was mir in meinem großen Elend mangelt.
Ach, mein Herr, so elend wie ich bin, wäre ich sicher ohne diese gute Mutter verloren gegangen!
Ja, ich brauche Maria, bei dir und in allen Dingen.
Ich brauche sie, um deinen gerechten Zorn zu besänftigen,
denn ich habe dich so sehr beleidigt und beleidige dich noch immer Tag für Tag.
Ich brauche sie, um die ewigen Strafen deiner Gerechtigkeit abzuwenden, die ich verdiene.
Ich brauche sie, um dich zu betrachten, mit dir zu sprechen, zu dir zu beten, mich dir zu nähern und dir zu gefallen.
Ich brauche sie, um meine Seele und andere Seelen zu retten;
mit einem Wort, ich brauche sie, um stets deinen Willen zu erfüllen
und in allem deine größere Ehre zu suchen.
Oh, könnte ich doch dem ganzen Universum dieses Erbarmen verkünden, das du gegen mich geübt hast!
Könnte ich doch allen sagen,
dass ich ohne Maria schon verloren wäre!
Könnte ich dir doch würdig für diese große Wohltat danken!
Maria ist in mir! (Ps 119,56) Oh, welcher Schatz, welcher Trost!
Und muss ich da nicht von nun an für immer ganz ihr gehören?
Welche Undankbarkeit wäre das!
Lieber den Tod, mein geliebter Retter, als in dieses Unglück zu stürzen:
Ich möchte lieber sterben als leben, ohne ganz und gar Maria zu gehören. Tausend und aber tausend Mal habe ich sie zu all meinem Gut erwählt, gleich dem heiligen Johannes am Fuß des Kreuzes.
Wie oft habe ich mich ihr doch geweiht!
Wenn ich aber diese Weihe noch nicht vollzogen habe,
wie du sie wünschst, so will ich sie jetzt machen, mein lieber Jesus,
und auf die Weise, wie du willst.
Wenn du an meiner Seele oder an meinem Leib etwas entdeckst,
was noch nicht dieser erhabenen Herrin gehört,
dann reiß es aus, ich bitte dich, und wirf es weit von mir,
denn wenn es nicht Maria gehört, dann ist es deiner nicht würdig.
Katechismus
(Art. 2013)
„Alle Christgläubigen jeglichen Standes oder Ranges sind zur Fülle des christlichen Lebens und Vollkommenheit der Liebe berufen“ (LG 40). Alle sind zur Heiligkeit berufen: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ (Mt 5, 48).
(Art. 2014)
Der geistliche Fortschritt strebt nach immer innigerer Vereinigung mit Christus.
Diese Vereinigung wird „mystisch“ genannt, weil sie durch die Sakramente - „die heiligen Mysterien“ - am Mysterium Christi teilhat und in Christus am Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit.
Gott beruft uns alle zu dieser innigen Vereinigung mit ihm. Besondere Gnaden oder außerordentliche Zeichen dieses mystischen Lebens werden nur Einzelnen gewährt, um die uns allen geschenkte Gnade sichtbar zu machen.
(Art. 2015)
Der Weg zur Vollkommenheit führt über das Kreuz.
Es gibt keine Heiligkeit ohne Entsagung und geistigen Kampf.
Der geistliche Fortschritt verlangt Askese und Abtötung, die stufenweise dazu führen, im Frieden und in der Freude der Seligpreisungen zu leben.
Gebet
(Hl. Ludwig Maria Grignion v. Montfort, Das Geheimnis Mariens)
(Art. 67)
O Heiliger Geist, gewähre mir alle diese Gnaden,
pflanze, gieße und pflege in meiner Seele
den Baum des wahren Lebens, der Maria ist,
aller Liebe würdig und wert, damit er wachse,
blühe und reichlich die Frucht des Lebens bringe.
O Heiliger Geist!
Gib mir eine große Verehrung und eine große Liebe für Maria,
damit sie mich an ihre mütterliche Brust drückt
und ich bei ihrer Barmherzigkeit immer Zuflucht finde,
denn in ihr formst du Jesus Christus in meinem Inneren:
lebenswahr, in ganzer Größe,
bis zur Kraft seines vollen Alters. Amen.
HYMNUS
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Die Liebe der Ewigen Weisheit)
(Art. 223)
O ewige, o inkarnierte Weisheit!
O Jesus, würdig aller Liebe und aller Anbetung!
O Wahrer Gott und wahrer Mensch, eingeborener Sohn
des Vaters und der immer jungfräulichen Maria!
Tief bete ich dich an im Schoß
und in der Herrlichkeit des Vaters in der Ewigkeit
und im jungfräulichen Schoß Mariens,
deiner würdigen Mutter in der Zeit der Inkarnation.
Ich danke dir, dass du dich deiner Herrlichkeit entäußert hast
und wie ein Sklave wurdest (Phil 2,7),
um mich aus der unerbittlichen Sklaverei des Dämons zu befreien.
Ich lobe und verherrliche dich, weil du in allem Maria,
deiner heiligen Mutter, gehorsam sein wolltest,
aus dem Grund, mich durch sie zu deinem treuen Diener
zu machen.
Doch leider bin ich undankbar und untreu!
Ich habe die feierlichen Gelübde meiner Taufe nicht gehalten.
Ich habe meine Pflichten nicht erfüllt.
Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn
und dein Diener genannt zu werden.
Denn alles in mir verdient nur Zurückweisung
und deine Empörung,
ich wage nicht mehr, mich allein deiner heiligen
und erhabenen Majestät zu nähern.
Darum wende ich mich an die barmherzige Fürbitte
deiner Heiligen Mutter,
die du mir als Mittlerin bei dir gegeben hast,
und durch sie habe ich die Hoffnung,
von dir Zerknirschung und die Vergebung
meiner Sünden zu erreichen,
und den ständigen Besitz der Weisheit zu erlangen.
(Art. 224)
Darum grüße ich dich, Unbefleckte Jungfrau Maria,
lebendiger Tempel Gottes, in dem sich die Ewige Weisheit birgt
und von den Engeln und Menschen angebetet werden will.
Ich grüße dich, Königin des Universums, die du alles regierst,
was der Macht Gottes unterworfen ist.
Ich grüße dich, sichere Zuflucht der Sünder
und Ort des Erbarmens für alle.
Höre auf die Wünsche, die ich der Ewigen Weisheit unterbreite,
und empfange darum die Versprechungen und Geschenke,
die meine Armseligkeit dir darbringt.