Dritte Woche TAG 5
Die Treue zum Taufgelübde

Veni Sancte Spiritus (S. 249)
Lesung
(Röm 6,3-12)
Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus
getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod;
und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.
Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.
Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben.
Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde
tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus. Daher soll die Sünde eueren sterblichen Leib nicht mehr beherrschen, und seinen Begierden sollt ihr nicht gehorchen.
Botschaften
(San Martino, 8.12.1989)
Preisen und danken wir dem Vater.
Ich bin eure Unbefleckte Mutter.
Ich möchte euch alle dazu bringen, die Unschuld der Seelen
in der Fülle der Wahrheit wiederzufinden.
Meine Vorliebe gilt allen, die sich mir anvertrauen,
indem sie sich meinem mütterlichen Herzen weihen,
das von der Fülle der Heiligkeit überströmt
und sich heute mit euch und für euch freut
im Vorrecht meiner Unbefleckten Empfängnis.
Es ist mein Weg, den ich euch heute zeige,
der Weg unbefleckter Reinheit,
erleuchtet vom reinsten göttlichen Licht,
damit auch in euch vollkommene Freude sei.
Bleibt eng mit mir verbunden. Ich segne euch, liebe Kinder.
(San Martino, 2.12.1990)
Preisen wir den Herrn.
Meine Kinder, Gott hat jedem
von euch eine bestimmte Mission anvertraut;
deshalb seid ihr für Ihn und für Seinen göttlichen Plan
von großer Bedeutung.
Danke, liebe Kinder, weil ihr euch heute mir anvertraut,
indem ihr euch meinem Unbefleckten Herzen weiht.
Ich werde euch Tag für Tag in Seiner Liebe führen
und euch lehren, Ihm in eurer Berufung zu dienen,
damit ihr Zeugen der Wahrheit seid,
indem ihr in untadeliger Weise eure Taufe bewahrt.
Heute werdet ihr euch mit meinen betenden Scharen vereinen:
Wir werden gemeinsam beten, damit das Heiligste Herz Jesu
zusammen mit meinem Unbefleckten Herzen triumphiere.
Liebe Kinder, nehmt mich mit euch in eure Häuser mit,
um eure Lieben zu segnen und eure Familien zu beschützen.
Ich drücke euch alle an mich und segne euch.
Betrachtung
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Traktat von der wahren Verehrung der Heiligen Jungfrau)
Die vollkommene Erneuerung der Taufgelübde
(Art. 126)
Ich habe gesagt, dass man diese Hingabe auch gut als vollkommene Erneuerung der Taufgelübde bezeichnen kann.
Und tatsächlich war ja jeder Christ vor seiner Taufe Sklave und Eigentum des Teufels.
Er verzichtet auf Satan, auf alle seine Verführungen und seine Werke genau im Augenblick der Taufe, sei es durch seinen eigenen Mund oder den Mund der Paten, und erwählt sich Christus als seinen
Herrn, Retter und Gebieter, um von ihm als ein Sklave der Liebe abhängig zu sein.
Und das ist es auch, was sich in unserer Hingabe vollzieht:
Man widersagt, wie es im Weihegebet heißt, dem Teufel, der Welt,
der Sünde und sich selbst, und man schenkt sich vollkommen Jesus durch die Hände Mariens.
Ja, man tut sogar noch mehr, denn bei der Taufe spricht man gewöhnlich durch den Mund anderer, das heißt durch die Paten, und wir schenken uns Jesus nicht im vollen Bewusstsein, während dies in dieser Hingabe aus freiem Willen und in klarer Erkenntnis geschieht.
In der heiligen Taufe schenkt man sich Jesus Christus nicht durch die Hände Mariens, wenigstens nicht ausdrücklich,
und man übergibt auch nicht an Jesus Christus den Wert aller guten Werke. Man bleibt ja nach der Taufe vollkommen frei, sie jedem zuzuwenden, wem man will, oder sie für sich selbst zu bewahren.
Mit unserer Hingabe jedoch schenkt man sie ausdrücklich unserem Herrn durch die Hände Mariens und man weiht ihm den Wert all unserer guten Werke.
Kontemplation
(Nachfolge Christi, II/7)
Jesus über alles lieben
1. Selig ist derjenige, welcher begreift, was es heißt, Jesus lieben und sich selbst wegen Jesus verachten.
Oft muss man das Geliebte um des Geliebten willen verlassen, weil
Jesus allein über alles geliebt werden will. Die Liebe der Geschöpfe ist betrüglich und unbeständig, die Liebe zu Jesus aber treu und beharrlich. Wer einem Geschöpfe anhängt, wird mit demselben vergehen, weil es vergänglich ist; wer sich aber an Jesus hält, wird in Ewigkeit bestehen. Ihn liebe, Ihn mache dir zum Freunde, Er wird dich
nicht verlassen, wenn auch alle anderen von dir weichen und nicht zugeben, dass du am Ende zugrunde gehst. Du musst dich einst von allem trennen, du magst wollen oder nicht.
2. Halte dich an Jesus im Leben und im Tode und verlass dich ganz auf die Treue dessen, der dir allein helfen kann, wenn auch alle anderen dich verlassen.
Dein Geliebter ist so beschaffen, dass Er keinen anderen zulassen will; Er allein will dein Herz besitzen, Er allein in demselben herrschen, wie ein König auf seinem Thron.
Wenn du dich von allen Geschöpfen loszumachen wüsstest, so würde Jesus gerne bei dir wohnen. Du wirst finden, dass fast alles verloren ist, was du außer Jesus auf die Menschen baust. Vertraue nicht auf ein schwankendes Rohr und stütze dich nicht darauf, denn alles Fleisch ist gleich dem Gras, und alle Herrlichkeit des Menschen wird dahin welken wie des Grases Blume.
3. Du wirst bald betrogen werden, wenn du nur auf den äußeren Schein der Menschen siehst. Denn wenn du bei anderen Trost und Gewinn suchst, so wirst du oft Schaden leiden.
Wenn du in allen Dingen nur Jesus suchst, so wirst du auch Jesus ganz gewiss finden; suchst du aber dich selbst, so wirst du auch dich selbst finden, aber zu deinem Schaden. Denn ein Mensch, der Jesus nicht sucht, schadet sich selbst weit mehr, als ihm die ganze Welt und alle seine Feinde schaden können.
HYMNUS
(Aus der ambrosianischen Liturgie)
Am Jordanfluss ließest du uns deine Stimme hören im Dröhnen des Donners vom Himmel herab, um uns den Retter zu offenbaren,
und dich als Vater des Ewigen Lichtes zu zeigen.
Du hast die Himmel geöffnet,
hast die Lüfte gesegnet, hast die Wasser gereinigt,
und deinen einzigen Sohn geoffenbart
durch den Heiligen Geist, der erschienen ist im Flug der Taube.
Heute haben durch seinen Segen die Wasser
den alten Fluch von uns abgewaschen;
und die Gläubigen stehen, gereinigt von ihren Sünden,
vor Gott als seine Kinder,
die er für das ewige Leben angenommen hat.
Die ihre Geburt im Fleisch für das zeitliche Leben bestimmt,
und die der Tod durch die Beihilfe der Sünde
an sich gerissen hatte,
sind nun in der Tat in das ewige Leben aufgenommen
und der Herrlichkeit des Himmels wieder zugeführt worden.
Katechismus
(Art. 1263)
Durch die Taufe werden sämtliche Sünden nachgelassen,
die Erbsünde und alle persönlichen Sünden sowie die Sündenstrafen. In denen, die wiedergeboren sind, verbleibt nichts, das sie am Eintritt in das Reich Gottes hindern würde, weder die Sünde Adams noch die persönliche Sünde noch die Folgen der Sünde, deren schlimmste die Trennung von Gott ist.
(Art. 1264)
Im Getauften verbleiben jedoch gewisse zeitliche Folgen der Sünde: Leiden, Krankheit, Tod, Gebrechen, die mit dem Leben gegeben sind (wie etwa Charakterschwächen), sowie eine Neigung zur Sünde, die von der Tradition als Konkupiszenz [Begierlichkeit] oder, bildhaft, als „Herd der Sünde“ [fomes peccati] bezeichnet wird. Da die Begierlichkeit „für den Kampf zurückgelassen ist, kann sie denen, die [ihr] nicht zustimmen und mit Hilfe der Gnade Christi Jesu mannhaft widerstehen, nicht schaden.
Vielmehr wird sogar, wer recht gekämpft hat, den Kranz erhalten' (2 Tim 2, 5)" (K. v. Trient, Dekret über die Erbsünde)
(Art. 1270)
Die Getauften sind „wiedergeboren zu Kindern Gottes [und] gehalten, den Glauben, den sie von Gott durch die Kirche empfangen haben, vor den Menschen zu bekennen" (LG 11) und sich an der apostolischen und missionarischen Tätigkeit des Gottesvolkes zu beteiligen.
Gebet
(Romanos Melodos, aus den Hymnen zum Fest der Auferstehung und zum Fest der Darstellung im Tempel)
Wir, die wir mit Christus begraben wurden und durch die Taufe mit ihm auferstanden sind, wollen in Psalmen und Liedern singen:
„Tod, wo ist dein Sieg?
Totenreich, wo ist dein Stachel?
Der Herr ist wahrhaft auferstanden,
Er, der das Leben ist und die Auferstehung."
Sturz und Auferstehung:
es ist der Weg der Gerechten, im Licht der Gnade zu bleiben.
Durch die Sünde stürzen nieder,
die sich selbst auf den Beinen halten wollen
und sind als Tote zu betrachten;
jedoch durch Gerechtigkeit und Glauben können
sie wieder auferstehen und aufs neue in der Gnade leben.
So werden die Leidenschaften des Körpers überwunden
und stürzen in das Nichts,
und die Seele erstrahlt in Tugenden, die sie zu Gott erheben.
Wenn die Zügellosigkeit besiegt ist, dann entsteht die Enthaltsamkeit.
Er löscht das Übel und stellt das Gute wieder her,
er, der einzige Freund der Menschen.